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Trio mit fünf Toren

Toni, Klose, Ribéry lassen Bayern jubeln

Wie es klappen könnte, hatte Miroslav Klose schon am Vorabend in den Rasen gemalt. Beim Abschlusstraining des FC Bayern hockte er vor seinem Sturmpartner Luca Toni auf dem Boden und zeichnete mit beiden Zeigefingern die Laufwege ins Grün. Gemeinsam diskutierten die Torjäger ihre Pläne. Für Toni lief es einen Tag später beim Champions-League-Achtelfinale gegen Sporting Lissabon allerdings zunächst gar nicht gut.

Mit der vollen Wucht seiner 1,96 Meter warf sich der Italiener, dessen Einsatz wegen Achillessehnenproblemen auf der Kippe gestanden hatte, immer wieder in die Zweikämpfe mit Sportings Innenverteidigern Anderson Polga und Tonel. Ein ums andere Mal entschied der Schiedsrichter gegen ihn. Und als er endlich die Chance hatte, allein aufs Tor zuzugehen, machte ihm ein Teamkollege einen Strich durch die Rechnung. Franck Ribéry wollte nämlich selbst vollenden.

Ribérys Entschlossenheit

40 Meter war der Franzose mit dem Ball am Fuß bis an den gegnerischen Strafraum gelaufen, hatte sich gegen zwei Gegenspieler durchgesetzt und als ihm Toni in die Quere kam, machte er mit einer kurzen Handbewegung deutlich: Dieses Tor gehört mir. Anschließend tunnelte Ribéry Sporting-Keeper Tiago und der FC Bayern führte 1:0 (42. Minute).

„Das war Francks Entschlossenheit in dem Moment. Jetzt bin ich durch und schon so weit gekommen, dann mache ich ihn auch selber rein“, meinte Jürgen Klinsmann. Ribéry selbst, der später per verwandeltem Foulelfmeter (63.) seinen ersten Champions-League-Doppelpack perfekt machte, freute sich: „Das erste Tor hat mir sehr gut getan. Es war wichtig, um ein bisschen das Selbstvertrauen zurückzugewinnen.“

Kloses Torriecher

Denn in den Spielen zuvor hatte es der französische Wirbelwind nicht leicht gehabt. Meist stellten sich ihm zwei oder sogar drei Gegenspieler in den Weg. „Ich hatte ein paar schwierige Spiele“, meinte er selbst, „und ich war auch ein bisschen müde.“ Gegen Sporting waren diese Probleme aber wie weggeblasen.

Unter Dampf steht derzeit auch Klose. In Lissabon erzielte er bereits seinen vierten Treffer nach der Winterpause. Eine Kopfballverlängerung von Toni drückte er mit dem Oberschenkel zum zwischenzeitlichen 2:0 über die Linie (57.). In der Torjägerliste der Champions League steht er damit weiter ganz oben, zusammen mit Lisandro vom FC Porto, der bislang ebenfalls sechs Tore erzielte.

Tonis Happy End

Und was war mit Toni? „Wir haben alle ein Tor gemacht und du wirst auch noch kommen“, sagte Klose seinem Sturmpartner während des Spiels. Und er behielt recht. Aber Toni musste sich bis zur 86. Minute gedulden. Dann köpfte er die Kugel endlich ins Tor, in der Nachspielzeit traf er sogar noch zum 5:0-Endstand und schnürte damit, wie Ribéry, seinen ersten Doppelpack in der Champions League.

„Miro hat beim ersten Tor zu mir gesagt: Siehste, endlich hast du auch dein Tor gemacht“, erzählte Toni später. Der Italiener konnte sich aber vor allem bei Ribéry bedanken, der beide Treffer mit einer Maßflanke vorbereitet hatte. Es waren Ribérys Torvorlagen sechs und sieben in dieser Champions-League-Saison, kein anderer Spieler hat auch nur annähernd so viele. Sein Kommentar: „Luca ist immer so traurig, wenn er kein Tor schießt - da habe ich ihm eben zwei aufgelegt.“

Für fcbayern.de in Lissabon: Nikolaus Heindl

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