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Happy Birthday

Torwart-Legende Sepp Maier wird 65

Er war ein Torwart-Idol und Trophäen-Sammler, er ist ein „Gaudi-Bursch“ und Schauspieler - nur Lust aufs Altenteil hat Sepp Maier nicht. Der Fußball-Weltmeister von 1974 denkt am 65. Geburtstag nicht an Rente, auch wenn er ein halbes Jahr nach seinem Abschied als Torwarttrainer beim FC Bayern längst kürzer treten könnte. „Ich will gar keinen Ruhestand haben. Denn dann wird man alt, noch älter vom Geist her, meine ich“, sagte Maier im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Wenn man nix mehr plant in seinem Leben, kann man sich gleich eingraben lassen.“

Dazu passt, dass Maier seinen Ehrentag an diesem Samstag nicht mit seinen Liebsten daheim in Bayern, sondern „oben bei den Preußen“ in Berlin verbringen wird. Im Internationalen Congress Centrum wird er auf der Bühne stehen - als Magier in der Musik-Show „Das Überraschungsfest der Volksmusik“ mit Florian Silbereisen. „Ist doch lustig. Es sind viele Leute da zum Feiern - und ich muss nichts bezahlen.“

„Ich glaube, ich kenne ihn schon 150 Jahre - so kommt es mir jedenfalls vor. Ich wünsche ihm alles Gute, dass er seinen Humor nicht verliert, gesund bleibt und uns noch viele Jahre seine Kommentare gibt“, gratulierte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer seinem einstigen Weggefährten, mit dem er nicht nur als Mitspieler große Erfolge feierte. 1987 holte der damalige Teamchef den „Moare“ als Torwarttrainer zum Deutschen Fußball-Bund (DFB), 1990 wurden die beiden in Italien auch als Trainer gemeinsam Weltmeister.

Schauspieler, das wollte der „Karl Valentin des Fußballs“ schon als Kind werden, ehe der am 28. Februar 1944 im niederbayerischen Metten geborene Maier zu „Deutschlands Torhüter des Jahrhunderts“ wurde. „Wenn man etwas im Fußball-Geschäft erreichen will, muss man sich auch ein bisschen im Schauspiel-Geschäft auskennen“, meint Maier: „Der Umgang mit den Leuten ist gleich.“

Fast 50 Jahre FC Bayern

Die „Katze von Anzing“ wusste die Menschen zu begeistern, als Torwart und Entertainer, der Stadien unterhalten konnte und Furore als Entenjäger auf dem Platz machte. „Der Fußball ist nicht mehr primär in meinem Leben“, erzählt Maier ein knappes Jahr nach seinem Ausscheiden als Torwarttrainer beim FC Bayern; er nahm im Mai 2008 gemeinsam mit seinem langjährigen Schützling Oliver Kahn, mit dem er weiterhin in Kontakt ist, Abschied. Es war eine Zäsur in seinem Leben. „Ich war seit meinem 15. Lebensjahr beim FC Bayern - aber es musste 'mal sein. Ich kann ja nicht, bis ich hundert bin, dort sein. Aber Wehmut war schon dabei.“

Maier stand als Fußballer für Erfolg - die Krönung waren der WM- Triumph 1974 im eigenen Land, der EM-Titelgewinn 1972 und die vielen nationalen und internationalen Trophäen mit den Bayern. „Das waren schon die Highlights in meinem Leben.“ Er ist aber keiner, der sagt, dass früher alles besser war. Dass die Spieler heutzutage viel mehr Geld verdienen, findet er gut. Dafür konnte er sich in den 70-er Jahren mit Beckenbauer und Paul Breitner am Abend vor Spielen noch Schweinshaxe und Weißbier schmecken lassen, wie er schmunzelnd erzählt: „Wir haben gegessen, was uns geschmeckt hat. Die Spieler von heute müssten mal wieder zu diesen alten Gewohnheiten zurückkehren - vielleicht spielen sie dann besser.“

Einst Torschützenkönig

Der gelernte Maschinenschlosser, der auch Betreiber eines Tennisparks ist, hatte nicht immer im Tor gestanden. Er begann beim TSV Haar als Feldspieler, wo er sogar Torschützenkönig wurde. Ins Tor kam er im Alter von 14 Jahren als Ersatz für den verletzten Stammkeeper - und hinterließ trotz eines 0:12 einen derart guten Eindruck, dass er sich für den FC Bayern empfahl. Dort wurde „die Katze von Anzing“ später Teil der legendären Achse Maier-Beckenbauer-Müller.

Nach großen sportlichen Erfolgen in 95 Länder- und 473 Bundesliga-Spielen fand seine Torhüter-Laufbahn 1979 ein jähes Ende. Bei einem Autounfall wurde Maier schwer verletzt. „Dass ich nicht mehr Fußball spielen konnte, war das wenigste. Ich hatte 20 Jahre gespielt.“ Wichtiger war, dass er wieder richtig gesund wurde, was er Uli Hoeneß verdanke, seinem einstigen Teamkollegen und heutigen Bayern-Manager. „Er hat mir das Leben gerettet, was ich ihm nie vergessen werde. Uli hat mich damals aus dem Krankenhaus geholt und zu einem Spezialisten gebracht. Einen Tag länger hätte ich damals nicht mehr überlebt. Das waren bittere Momente - aber ansonsten bin ich ein Glückskind.“

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