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Triple im Visier

Barca will den maximalen Erfolg

Wie sich die Bilder doch gleichen. Während der FC Bayern derzeit mit einem Rumpfkader die Vorbereitung auf das nächste Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg aufgenommen hat, ergeht es dem FC Barcelona nicht anders. Auch in der „Ciutat esportiva“, dem Trainingszentrum des katalanischen Traditionsklubs in Sant Joan Despí vor den Toren Barcelonas, geht in dieser Woche eine überschaubare Trainingsgruppe ihrem Job nach. Es ist ruhig an der Säbener Straße und in der „Ciutat esportiva“.

Wenige Tage vor dem Ligaspiel beim Tabellen-Neunten Real Valladolid muss Barca-Trainer Josep „Pep“ Guardiola auf insgesamt 16 Spieler seines Kaders verzichten. Elf Akteure weilen bei ihren jeweiligen Nationalmannschaften und kämpfen rund um den Globus um Punkte in der WM-Qualifikation. Hinzu kommen die angeschlagenen Andres Iniesta und Yaya Touré, die beim Sieg gegen Malaga mit Muskelverletzungen vorzeitig ausgewechselt wurden und ihre Länderspieleinsätze absagen mussten, sowie die Langzeitverletzten Carles Puyol, Gabriel Milito und Eric Abidal.

Pokalfinale schon erreicht

Für den Tabellenführer der Primera Division ist dies aber kein Problem, das Star-Ensemble ist es seit Jahren gewohnt, mit dieser Art der Doppelbelastung klar zu kommen. An den großen Zielen, die die „azulgrana“ (blau-roten) in dieser Spielzeit erreichen wollen, ändert dies freilich nichts: Das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions League sollte es schon sein, diesen Anspruch jedenfalls haben die Spieler des FC Barcelona.

Und sie sind auf einem guten Weg. Das Finale in der „Copa del Rey“, dem nationalen Pokalwettbewerb, ist bereits erreicht. Gegner dort ist am 13. Mai Athletic Bilbao, das gegen Lionel Messi, Thierry Henry, Samuel Eto’o und Kollegen krasser Außenseiter ist. Auch in der Meisterschaft führt der Weg zum Titel nur über „Barca“. Zehn Spieltage vor Schluss führen die Katalanen die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen Real Madrid an, mit 84 erzielten Treffern und der sensationellen Tordifferenz von +60 steuert Barcelona dem Torrekord von Real Madrid (107) entgegen.

FCB nur Zwischenstation

Bleibt noch die Champions League, in der Barca in einer Woche den FC Bayern zum Viertelfinal-Hinspiel im Camp Nou empfängt. „Sie sind ein sehr starkes Team“, lobte Stürmerstar Henry den deutschen Rekordmeister, dem er sogar den Sieg in der „Königsklasse“ zutraut: „Es gibt nur wenige Mannschaften, die Sporting Lissabon 5:0 und 7:1 schlagen können. Die Bayern können auf jeden Fall die Champions League gewinnen.“

Doch Henry geht wie seine Kollegen davon aus, dass der FC Bayern nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Finale von Rom ist. Denn gerade im ständigen Vergleich mit den ungeliebten „Königlichen“ aus Madrid wäre der Gewinn des Triples für Barcelona der Triumph schlechthin. Bisher gelang dieses Kunststück erst vier Mannschaften: Manchester United (1999), PSV Eindhoven (1988), Ajax Amsterdam (1972) und Celtic Glasgow (1967).

Unruhe durch Torwart Valdés

Gestört wird der katalanische Frieden beim Tanz auf drei Hochzeiten derzeit nur von Torhüter Victor Valdés. Die Nummer eins des 18-maligen spanischen Meisters möchte den im Sommer 2010 auslaufenden Vertrag gerne verlängern - allerdings nur zu deutlich verbesserten Bezügen. „Jeder Spieler verlangt, was er verdient“, wird Valdés‘ Berater Ginés Carvajal im spanischen Sportblatt „Mundo Deportivo“ zitiert.

Demnach wolle der Schlussmann zu Topverdienern wie Messi, Henry und Puyol aufschließen. „Víctor Valdés ist Torwart beim FC Barcelona, einem der besten Mannschaften der Welt, und ist auf gleicher Höhe wie Iker Casillas, Buffon oder irgendeinem anderen. Daran besteht kein Zweifel“, so Carvajal weiter, der bereits das Interesse von „vier, fünf Topvereinen“ an seinem Klienten bestätigte. „Wir haben keine Eile in dieser Angelegenheit, wir sind sehr ruhig.“ Fast so ruhig wie es dieser Tage an der Säbener Straße und in der „Ciutat esportiva“ zugeht.