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Ein Pflichtsieg als Startschuss

Bayern melden sich zurück im Titelkampf

Bayern gegen Hannover, es läuft die 25. Spielminute - und der FC Bayern meldete sich im Titelkampf zurück. Miroslav Klose hatte den Rekordmeister gerade mit 2:1 in Führung geköpft und die Fans ließen diesem fußballerischen Weckruf eine lautstarke Zuversicht folgen. „Deutscher Meister wird nur der FCB“, hallte es durch die Allianz Arena.

Den Ruf ihrer Anhänger untermauerten die Bayern mit dem höchsten Saisonsieg auf dem Platz. Mit dem 5:1 (3:1)-Erfolg gegen Hannover feierte der FCB nicht nur eine eindrucksvolle Wiedergutmachung für das Pokal-Aus in Leverkusen drei Tage zuvor, sondern holte auch den ersten Dreier nach drei sieglosen Bundesligaspielen in Folge. In der Tabelle kletterte der FCB vom fünften auf den zweiten Platz, vier Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Hertha BSC Berlin.

'Kontinuierlich nach oben'

„Wir haben alle Möglichkeiten, Meister zu werden. Wir werden uns ins Zeug legen, der Hertha Druck zu machen“, gab sich Jürgen Klinsmann nach dem „auch in der Höhe hochverdienten Sieg“ kämpferisch. „Es sind noch elf Spiele. Es liegt nur an uns“, verlangte der Cheftrainer von seine Mannschaft, jetzt „eine Serie“ zu starten. Uli Hoeneß, der schon zur Halbzeit der Mannschaft applaudiert hatte, meinte: „Es geht jetzt darum, sich kontinuierlich nach ganz oben zu arbeiten.“

Hannover soll also nicht mehr und nicht weniger als der Startschuss für die Aufholjagd des FC Bayern sein, so wie es in der Hinrunde die Partie in Karlsruhe war. „Heute war es nicht mehr als ein Pflichtsieg“, sagte Philipp Lahm und auch Miroslav Klose ordnete die Partie lediglich als „ganz kleinen Schritt“ ein. „Ohne Hannover weh tun zu wollen - heute ist nicht so viel von uns verlangt worden.“

Erfolg als Mannschaft

Das galt zumindest ab der 25. Minute. Zuvor hatten sich die Münchner „das Leben wieder selbst schwer gemacht“, wie es Daniel van Buyten ausdrückte. Jiri Stajner hatte die Gäste zunächst in Führung geschossen (15.), doch das sollte am Ende nur eine Randnotiz sein. Van Buyten (20.), Klose (25.) und Hamit Altintop (34.) drehten innerhalb kürzester Zeit die Partie, Lukas Podolski (73.) und Martin Demichelis (89.) setzten später noch zwei weitere Tore oben drauf.

„Die Mannschaft hat sich nach dem 0:1 nicht aus der Ruhe bringen lassen und die Tore Schritt für Schritt erzwungen“, lobte Klinsmann den Auftritt seines Teams. Ohne die verletzten Franck Ribéry und Luca Toni sowie den gesperrten Kapitän Mark van Bommel hatte der FCB mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung überzeugt. „Die, die aufgelaufen sind, haben eine klasse Vorstellung als Mannschaft gegeben“, meinte der Trainer.

'Giftig und präsent'

Der Mannschaftsgeist war vor der Partie in einer Aussprache zusätzlich gestärkt worden. „Wir haben ein gutes Gespräch gehabt und uns ein bisschen die Meinung gesagt“, berichtete Van Buyten, der überzeugt ist, dass dieses Gespräch gefruchtet hat. „Man hat vor dem Spiel gespürt, dass sich jeder mit sich selbst beschäftigt hat und konzentrierter war. Und wenn jeder Einzelne seine Klasse abruft, können uns nur wenige Mannschaften schlagen.“

Klinsmann stellte am Spieltag schon beim Frühstück „eine gesunde Spannung“ bei seiner Mannschaft fest. „Der Mannschaft war bewusst, dass es fünf vor zwölf ist.“ Und diese Anspannung haben die Bayern dann auf dem Rasen in Leistung umgemünzt. „Man hat von der ersten Sekunde an gespürt, dass die Jungs wollen“, freute sich der Trainer über „Körpersprache“ und „Elan“ seiner Spieler. „Sie waren giftig, präsent und haben dem Gegner auch mal weh getan. Wenn wir uns auf diese Dinge besinnen, werden wir da hinkommen, wo wir hingehören.“

Immer so wie gegen Hannover

Jetzt gilt es, in den kommenden Spielen an die Leistung von Samstag anzuknüpfen. „Wir müssen in jedes Spiel so reingehen wie gegen Hannover“, forderte Klinsmann, der weiß: „Wir haben in der Bundesliga noch viel Arbeit vor uns.“ Die Aufholjagd hat jedenfalls begonnen. Die Bayern-Fans hatten das in der Allianz Arena bereits vor dem Anpfiff auf einem Plakat festgehalten: „Niemals aufgeben - immer weiter!“

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