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Auch ohne Elfmeter

'Butt Butt Butt' genießt FCB-Premiere

Nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Martin Hansson dauerte es nur wenige Sekunden, ehe sich die meisten Bayern-Fans für den Schützen entschieden hatten. „Butt Butt Butt Butt Butt“ hallte es aus zehntausenden Kehlen durch die Allianz Arena, doch Bayern-Keeper Hans Jörg Butt blieb unweit seines eigenen Tores stehen und winkte höflich ins Publikum

Miroslav Klose, der zuvor von Pedro Silva im Strafraum der Portugiesen zu Fall gebracht worden war, trat selber an und verwandelte sicher zum 6:1. Es war Kloses siebter Treffer im laufenden Wettbewerb, wodurch er gemeinsam mit Liverpools Steven Gerrard weiterhin Platz eins in der Torjägerliste der Königsklasse einnimmt.

Für Butt wäre der Elfmeter sicherlich die Krönung für einen ohnehin schon tollen Fußballabend gewesen. Beim Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon hütete er zum allerersten Mal in einem Pflichtspiel für den geschonten Michael Rensing das Tor des Rekordmeisters. Zwei, drei Mal konnte sich Butt bis zu der Elfmeterszene in der 82. Minute auszeichnen - beim Gegentor von Moutinho war er machtlos -, und wohl jeder im Stadion hätte ihm, der sich zu Leverkusener Zeiten einen Namen als erfolgreicher Elfmeterschütze gemacht hatte, diesen zusätzlichen Adrenalin-Ausstoß gewünscht.

Doch Butt dachte auch in diesem Moment ganz an die Mannschaft. „Im ersten Moment habe ich Lukas gesehen, der mich nach vorne gewunken hat. Aber Miro Klose kann Torschützenkönig der Champions League werden, und es ist gut für die Mannschaft, wenn er vorne dabei ist. Da war es bei so einem Spielstand klar, dass er den Elfmeter schießt“, erklärte der 34-Jährige anschließend völlig unaufgeregt.

Hoeneß freut sich für Butt

Butt berichtete, dass er am Morgen vor dem Spiel mit Klose den Fall der Fälle durchdiskutiert hatte. „Da muss man ein bisschen pragmatisch denken. Für Miro ist es wichtig, dass er in der Torjägerliste vorankommt. Für mich ist nicht so wichtig, meine Quote zu erhöhen.“ Wäre Butt angetreten und hätte er getroffen, wäre es bereits sein drittes Tor in der Champions League gewesen. „Ich hätte mit Luca gleichziehen können“, sagte der dreimalige Nationaltorhüter lächelnd.

Für Butt war dieses Spiel auch ohne Elfmeter ein ganz besonderes Erlebnis. „Ich habe lange darauf warten müssen. Das erste Spiel für den FC Bayern zu machen, ist eine Riesensache“, sagte der Schlussmann, der im vergangenen Sommer als klare Nummer zwei zum FCB gewechselt ist. „Ich habe mich wahnsinnig für ihn gefreut“, sagte Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff über den Rensing-Vertreter, „auch dass die Zuschauer ihn so angenommen haben. Denn wenn man immer auf der Bank sitzt, ist man auch oft frustriert.“

Ahnungslos bei Humba-Humba

„Manchmal ist die Situation schon schwierig“, gab Butt einen kleinen Einblick in seine Gefühlslage, „heute bin ich aber erst mal nur froh.“ Gerade die Champions League sei ein Grund für einen Wechsel nach München gewesen, so Butt. Gegen Sporting bestritt er sein 42. Spiel in der Königsklasse. Butt sagte: „Morgen gehe ich wieder ins Training und bereite mich auf das nächste Spiel vor. Ich möchte beim FC Bayern Titel holen und dazu meinen Beitrag leisten.“

Dafür muss Butt eine Sache allerdings noch üben: Beim Jubeltanz seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff vor der Fankurve war der 1,90-Meter-Mann völlig unvorbereitet. „Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Das war für mich auch Premiere“, sagte Butt. „Das war das einzige Mal, wo die Mannschaft mich im Regen hat stehen lassen.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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