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Torwart + Elfmeterschütze = Butt

'Dann habe ich Verantwortung übernommen'

Nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Schumacher schnappte sich zunächst Daniel Sikorski den Ball, dann kam Mehmet Ekici hinzu und gab zu verstehen, dass er schießen möchte, schließlich eilte Christian Saba aus der eigenen Hälfte herbei. Auf der Tribüne waren da längst schon laute „ButtButtButtButt“-Rufe zu vernehmen. Jörg Butt zögerte zunächst, doch nachdem ihm Trainer Hermann Gerland mit rudernden Armen zu verstehen gab, dass er antreten solle, übernahm Butt Verantwortung.

„Es stand ja erst 2:0, das Spiel war noch nicht entschieden, deswegen wollte ich, dass Jörg den Elfmeter schießt. Ich war mir sicher, dass er ihn reinmacht“, berichtete Gerland fcbayern.de nach dem Spiel von der Szene in der 68. Minute, als Schlussmann Butt seinem Gegenüber Tobias Linse beim Strafstoß nicht den Hauch einer Abwehrchance ließ. Der 34-Jährige verwandelte scharf und platziert zum 3:0, es war die endgültige Entscheidung im Drittligaspiel gegen den VfR Aalen.

Fast 30 Pflichtspieltore hat Torwart Butt damit nun schon geschossen. Dabei ging es ihm nie darum, unbedingt als Torschütze in Erscheinung treten zu wollen. „Das hatte was damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Butt. Im Interview mit fcbayern.de erzählt der dreimalige Nationaltorhüter, wie es überhaupt dazu kam, dass er regelmäßig zum Duell mit dem Torwart der gegnerischen Mannschaft antrat.

Das Interview mit Hans Jörg Butt:

fcbayern.de: Jörg, Du dürftest mit Deinem Elfmeter gegen Aalen Geschichte geschrieben haben. Du bist der erste Torhüter, der sowohl in der Champions League, als auch in der Bundesliga und der 3. Liga ein Tor gemacht hat.
Jörg Butt: „Und in der 2. Liga auch. Bevor ich beim HSV gespielt habe, bin ich mit Oldenburg von der Regionalliga in die 2. Liga aufgestiegen. Und da hat das damals mit dem Elfmeterschießen angefangen.“

fcbayern.de: Wie ist es eigentlich zum Elfmeter schießenden Torwart Jörg Butt gekommen?
Butt: „Das hat sich nicht ergeben, weil ich unbedingt Tore schießen oder mich in den Vordergrund drängen wollte. Das hatte was damit zu tun, Verantwortung zu übernehmen. Damals in Oldenburg habe ich im Training angefangen, Elfmeter zu schießen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie der Schütze denkt, wenn er vor dem Torwart steht. In einem Spiel bekamen wir dann einen Elfer zugesprochen, eine Woche zuvor hatte ein Mitspieler verschossen - und dann haben mich mehrere Spieler zum Schießen nach vorne gerufen.“

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