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Lukas Podolski

'Die letzten Wochen waren gut für mich'

Ein Tor gegen Hannover, ein Doppelpack gegen Lissabon und zuletzt eine Torvorlage in Bochum – die vergangene Woche gehörte sicherlich zu den besten, die Lukas Podolski bisher beim FC Bayern gespielt hat. Der Nationalstürmer, der im Sommer nach drei Jahren München wieder zurück zum 1. FC Köln wechselt, hat das Verletzungspech seiner Sturmkollegen genutzt und sich mit guten Leistung für das Vertrauen bedankt. fcbayern.de traf den derzeit einzig fitten Stürmer des Rekordmeisters zum Interview und sprach mit ihm über seine aktuelle Situation und seine Ziele in den letzten Monaten beim FC Bayern.

Das Interview mit Lukas Podolski:

fcbayern.de: Lukas, kennst Du die Firma Bierstütze?
Lukas Podolski: „Bierstütze? Nein, die sagt mir jetzt nichts. Warum?

fcbayern.de: Diese Firma hat auf der Homepage des 1. FC Köln mehrere Poldi-Pixel gekauft.
Podolski: „Ehrlich? Ab und zu schaue ich da mal drauf, aber es haben sich mittlerweile so viele Firmen und Privatleute beteiligt, dass ich gar nicht alle kennen kann.“

fcbayern.de: Auch Michael Schumacher hat Dir auf dieser Seite zu Deiner Rückkehr zum FC gratuliert.
Podolski: „Im Prinzip freue ich mich über jeden, der sich auf dieser Seite verewigt. Aber die Botschaft von so einer Persönlichkeit wie Schumacher war schon etwas Besonderes.“

fcbayern.de: Viele Leute aus Deinem Umfeld sagen, dass Du seit dem feststehenden Wechsel zurück nach Köln viel gelöster wirkst. Stimmt das?
Podolski: „Eigentlich ist es ja ungewöhnlich, dass man so früh in einer Saison sagt, dass man am Saisonende weg ist. Ich war aber froh, dass wir das Wechsel-Thema in der Winterpause abhaken konnten. Sonst wäre das immer weiter gegangen und ich hätte keine Ruhe davor gehabt. Kann schon sein, dass ich jetzt freier im Kopf bin, vielleicht sogar erleichtert, dass diese Entscheidung gefallen ist. Hinzu kommt natürlich, dass ich in den letzten Wochen regelmäßig meine Einsätze hatte.“

fcbayern.de: Wegen Trainingsrückstands warst Du am Ende der Rückrundenvorbereitung nur Stürmer Nummer vier. Falls Luca Toni am Samstag gegen den KSC nicht spielen könnte, wärest du plötzlich der einzige noch fitte Angreifer.
Podolski: „Ich freue mich natürlich darüber, dass ich jetzt meine Einsätze bekomme. Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft helfen zu können. Für jeden Fußballer ist es schlimm, auf der Bank zu sitzen. Momentan ist es eine schöne Situation für mich. Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass Luca am Samstag spielen kann.“

fcbayern.de: Wie schlimm ist Deiner Meinung nach für den FCB die lange Verletzungspause von Miroslav Klose?
Podolski: „Das ist schon bitter, zumal wir im Sturm ja nicht so breit aufgestellt sind. Ich habe mich mit Miro in den letzten Spielen sehr gut verstanden, wir haben uns gut ergänzt - wie schon oft zuvor bei der Nationalmannschaft. Jeder weiß, dass ich nicht der klassische Stoßstürmer bin, sondern lieber etwas mit Anlauf aus der Tiefe komme. So kann ich meine Stärken besser ausspielen, kann zum Abschluss kommen oder Pässe spielen. Die Position etwas hinter dem Mittelstürmer liegt mit besser.“

fcbayern.de: Trainer, Vorstand und auch Nationalcoach Joachim Löw haben sich positiv über Deine Leistungen in den letzten Spielen geäußert. Bist Du auch zufrieden?
Podolski: „Durch die regelmäßigen Einsätze bin ich voll im Rhythmus und habe natürlich auch mehr Selbstvertrauen. Die letzten Wochen waren gut für mich, ich war zufrieden. Ich fühle mich fit und bin bereit für die kommenden Aufgaben.“

fcbayern.de: Hast Du Dich lange über den verschossenen Elfer in Bochum geärgert?
Podolski: „Klar habe ich das. Zum Glück haben wir trotzdem gewonnen, sonst wäre es noch ärgerlicher gewesen. Wenn ich mich gut fühle, würde ich beim nächsten Strafstoß aber wieder antreten.“

fcbayern.de: Du hast in dieser Situation Verantwortung übernommen. Spürst Du, dass aufgrund der Verletzungen von Klose und Toni jetzt mehr Druck auf Dir lastet?
Podolski: „Nein. Jeder, der auf dem Platz steht, trägt Verantwortung gegenüber seinen Mitspielern und dem Verein. Nur weil ich vielleicht der einzige Stürmer bin, kann ich nicht alleine für die Tore verantwortlich sein. In Bochum hat man ja gesehen, dass bei uns auch die Verteidiger und Mittelfeldspieler sehr torgefährlich sind.“

fcbayern.de: Am Freitag ist Viertelfinal-Auslosung für die Champions League. Hast Du ein Wunschlos?
Podolski: „Nein, das ist mir völlig egal. Wir sind in der Champions League noch ungeschlagen, das wollen wir auch bleiben - egal ob nun gegen Barcelona, Porto oder sonstwen.

fcbayern.de: Was hast Du Dir für die letzten Monate beim FCB noch vorgenommen? Gibt es eine Torquote, die Du noch erreichen möchtest?
Podolski: „Für einen Stürmer ist es immer wichtig, wenn er Tore macht und die Mannschaft gleichzeitig gewinnt. Mein Hauptziel ist es aber, mich mit dem Meistertitel aus München zu verabschieden - ob ich dann fünf oder 20 Tore geschossen habe, ist nicht so wichtig. Ich möchte meinen Beitrag zum Erfolg leisten. Noch mal die Meisterschale in der Hand halten zu können, wäre ein toller Abschied.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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