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'Der erste richtige Rückschlag'

FCB will Pokal-Aus schnell abhaken

Wunder gibt es im Fußball ja immer wieder mal. Welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht gerne an das „Wunder von Mailand“ oder das „Wunder von Getafe“. Ein „Wunder von Düsseldorf“ wird aber keinen Eintrag in die Geschichtsbücher des Rekordmeisters finden. 0:3 lagen die Bayern im DFB-Pokalviertelfinale bei Bayer Leverkusen hinten und verkürzten dann innerhalb von zwei Minuten auf 2:3. Für ein Happy End Marke Getafe hat es an diesem Abend aber nicht mehr gereicht.

„Nach dem 0:3 haben wir richtig gut reagiert, haben aber das dritte Tor nicht gemacht und am Ende verdient verloren“, analysierte Manager Uli Hoeneß die 2:4 (0:0)-Niederlage gegen die Werkself und das damit verbundene Ausscheiden im DFB-Pokal. Der erste von drei möglichen Titeln ist damit für die Bayern futsch. „Jetzt müssen wir uns auf die Bundesliga und die Champions League konzentrieren und den Pokal leider abhaken“, hielt Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel in der LTUarena fest.

Hoeneß und Klinsmann lobten zu Recht die gute Moral der Mannschaft nach dem eigentlich hoffnungslosen 0:3-Rückstand. „Da kam die Mannschaft mit viel Engagement zurück und war nahe dran, das 3:3 zu machen“, sagte Klinsmann. In einer dramatischen Schlussphase gab es zwei, drei gute Möglichkeiten zum Ausgleich und dem „Wunder“. Doch letztendlich wunderte sich Hoeneß vielmehr darüber, dass die Mannschaft erst so spät ins Rollen gekommen ist: „Wir hätten uns gewünscht, dass sie von Anfang an mit derselben Begeisterung spielen.“

Vom Anpfiff weg stand die Klinsmann-Elf gegen Leverkusen unter Druck. „Leverkusen war sehr aggressiv und hat permanent versucht, uns zu pressen. Sie haben uns nicht zur Entfaltung kommen lassen“, erklärte Klinsmann. „Wir haben den Bayern keine Luft zum Atmen gelassen“, frohlockte Bayer-Torjäger Patrick Helmes nach dem Schlusspfiff. Für die Rheinländer war es der erste Sieg gegen den FCB nach acht Pflichtspielniederlagen in Serie.

„Es hat von der ersten Minute an die Laufbereitschaft gefehlt, der Wille, richtig in die Zweikämpfe zu gehen“, machte Miroslov Klose, der nach dem 1:3 durch Lucio (72. Minute) mit seinem Anschlusstreffer (74.) noch einmal für Spannung sorgte, die Gründe für Leverkusens Überlegenheit aus: „Wir sind immer viel zu spät gekommen, deswegen haben die Leverkusener ihr Spiel aufziehen können.“ Alle vier Gegentore resultierten dann aus individuellen Fehlern. „Dadurch ist die Situation leider aus dem Ruder gelaufen“, sagte Hoeneß.

Das Pokal-Aus war für die Bayern bereits die vierte Niederlage im achten Pflichtspiel 2009. „Zurzeit passt es einfach nicht so, wie wir uns das vorstellen“, musste Hamit Altintop eingestehen. „Das war der erste richtige Rückschlag, weil wir aus einem Wettbewerb ausgeschieden sind. Alle anderen Dinge sind ja noch reparabel“, gab sich Hoeneß optimistisch und betonte: „Es bringt überhaupt nichts, jetzt draufzuschlagen. Wenn wir jetzt den Kopf in den Sand stecken, verlieren wir eventuell auch noch unsere anderen Ziele aus dem Blickwinkel.“

Auf den anderen beiden „Hochzeiten" Bundesliga und Champions League wollen die Bayern nämlich noch so lange wie möglich - am liebsten bis zum Schluss - mittanzen. „Wir brauchen jetzt in der Liga eine Serie, um uns nach vorn zu bewegen“, forderte Chefcoach Klinsmann. Im Heimspiel gegen Hannover 96 am Samstag soll dafür der Startschuss erfolgen. „Wir werden versuchen, gegen Hannover eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die die Meisterschaftshoffnungen aufrecht erhalten kann", sagte Hoeneß. „Mit so einer Bayern-Elf wie heute reicht es nicht, da muss ein Stück weit mehr kommen“, gab Klose zu bedenken.

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