präsentiert von
Menü
'Bemüht, aber harmlos'

Gerland vermisst den nötigen Biss

Hermann Gerland war der Appetit vergangen. Der Trainer des FC Bayern II bedient sich nach Spielen im Grünwalder Stadion eigentlich gerne an den Platten voller belegter Brote. Nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage seiner Elf am Dienstagabend gegen Eintracht Braunschweig verzichtete er aber freiwillig. „Ich habe keinen Hunger mehr“, suchte er kurz angebunden das Weite. Gäste-Trainer Torsten Lieberknecht hingegen war hungrig. Die „Hermann-Gerland-Spezial-Brötchen“ - die mit den Körnern - wurden ihm von junior-team-Leiter Werner Kern besonders empfohlen. Lieberknecht griff zu. Zuvor hatte bereits seine Mannschaft mehr Biss gezeigt als die Münchner.

„Wir haben nicht so besessen gearbeitet wie die Braunschweiger“, sagte Gerland fcbayern.de nach der ersten Saisonniederlage vor eigenem Publikum. „Solche Spiele passieren. Das muss man abhaken.“ Eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff fiel es dem „Tiger“ aber noch schwer, diesen Haken zu setzen. Zu sehr ärgerte er sich über das Gegentor sowie die Offensivleistung seiner Mannschaft.

Fehlende Durchschlagskraft

„Solche Gegentore dürfen nicht passieren“, meinte der Trainer zur Entstehung des Braunschweiger Treffers in der 13. Spielminute. Beide FCB-Innenverteidiger waren zum Kopfball hochgestiegen, derweil entwischte Gäste-Stürmer Dennis Kruppke und traf zum 0:1. „Der eine geht zum Kopfball, der andere sichert ab“, so hätte es laut Gerland richtigerweise laufen müssen.

Doch so ein Rückstand könne immer passieren, weiß Gerland, der danach die letzte Konsequenz bei seiner Mannschaft vermisste. „Wir haben uns bemüht, aber vor dem Tor waren wir mehr als harmlos“, kritisierte er die mangelnde Durchschlagskraft seiner Elf. Tatsächlich dominierten die „kleinen“ Bayern über 90 Minuten das Spiel, hatten aber nur eine echte Torchance: Gleich in der ersten Minute brachte Daniel Sikorski den Ball im leeren Tor nicht unter.

Nur eine Chance in 90 Minuten

Diese Szene war symptomatisch für den FCB II. 28 Treffer haben sie bislang erzielt, nur fünf Teams der Dritten Liga haben weniger auf dem Konto. „Jeden Tag üben wir 30 Minuten Torschuss“, ist Gerland mit dieser Ausbeute nicht zufrieden und nahm seinen Angriff in die Pflicht. „Es kann nicht sein, dass in dieser Mannschaft, die jeden Gegner unter Druck setzen kann, der eine Stürmer erst vier Tore geschossen hat und der andere fünf.“

Gegen Braunschweig kamen keine weiteren Treffer hinzu. „Irgendwo im Niemandsland einen Zweikampf zu gewinnen, bringt nichts. Im Sechzehner, da zählt’s“, bemängelte der Trainer seine Offensivspieler. Viel zu lange habe man den Ball am Fuß gehalten, zu oft habe man es gegen die großgewachsene Eintracht-Abwehr mit hohen Bällen versucht. „Anstatt über außen zu kommen und einen Rückpass zu spielen.“

Drei Heimspiele in Folge

Auf die Chance zur Besserung müssen die „kleinen“ Bayern nicht lange warten. Schon am Sonntag gastiert der Tabellenzweite SC Paderborn im Grünwalder Stadion. „Das wird eine heiße Kiste“, meinte Gerland. Kommenden Mittwoch komplettiert dann der VfR Aalen den Heimspiel-Dreierpack des FCB II innerhalb von einer Woche. Seine junge Mannschaft kann beide Gegner schlagen, weiß Gerland. Der „Tiger-Nachwuchs“ muss nur zubeißen.

Weitere Inhalte