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'Wir müssen nachlegen'

Karlsruhe vor Augen, Barca im Kopf

Barcelona, Barcelona, Barcelona! Am Freitag gab es beim FC Bayern nur ein Thema. Fans, Vorstand und Mannschaft - jeder beschäftigte sich mit dem „Hammerlos“ (Michael Rensing) im Viertelfinale der Champions League. Nur einer lenkte die Aufmerksamkeit schon kurz nach der CL-Auslosung auf etwas anderes. „Wir müssen das so schnell wie möglich verdrängen“, forderte Jürgen Klinsmann einen Tag vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC (Samstag, ab 15.15 Uhr im Liveticker und im Webradio bei FCB.tv). „Alles unwichtig. KSC, KSC, KSC!“

Denn bevor für den FC Bayern in der „Königsklasse“ das Kräftemessen mit „der Mannschaft schlechthin in Europa, vielleicht sogar in der Welt“ (Klinsmann) ansteht, muss der deutsche Rekordmeister weiter seine Hausaufgaben in der Bundesliga bewältigen. Die „allererste Pflicht“ sei es, „Meister zu werden“, betonte der Trainer.

Gegen Hannover (5:1) und Bochum (3:0) haben die Bayern eine Siegesserie gestartet, die es jetzt gegen Karlsruhe fortzusetzen gilt. „Wir müssen nachlegen“, meinte Klinsmann. Mit einem Heimerfolg gegen den KSC könne man weiter „Druck auf die Hertha und unsere Verfolger“ machen. Tabellenführer Hertha BSC Berlin ist beim VfB Stuttgart zu Gast, die mit dem FCB punktgleichen Wolfsburger und Hamburger spielen in Bielefeld bzw. auf Schalke.

Die Tabelle täuscht

„Wir haben vielleicht die Chance, den Abstand auf unsere Verfolger zu vergrößern und den Rückstand auf Hertha ein bisschen zu verkürzen“, meinte Philipp Lahm, „wir müssen unbedingt gewinnen.“ Auch Rensing forderte „nichts anderes als drei Punkte“ und Klinsmann sprach von einer „ganz, ganz wichtigen Bundesligapartie“.

Dabei reisen die Karlsruher als Schlusslicht nach München. Vier Niederlagen in Folge mussten sie zuletzt einstecken, mit fünf Spielen in Serie ohne Torerfolg stellten sie einen negativen Vereinsrekord auf. Vom Blick auf die Tabelle dürfe man sich aber nicht täuschen lassen, warnte Klinsmann. „Wir dürfen den KSC auf keinen Fall unterschätzen. Sie sind viel besser, als ihre momentane Tabellensituation glauben lässt.“

Köln als Warnschuss

Entsprechend ernst geht der Trainerstab das Duell gegen die Badener an. „Es wird verdammt viel Arbeit“, meinte Klinsmann, der Karlsruhe genau studiert hat. „Spielerisch ist das eine gute Mannschaft“, sagte der FCB-Chefcoach, „sie haben in den letzten Spielen nur eine unglückliche Serie. Da wollte der Ball vorne einfach nicht rein.“

Konzentriert und aggressiv müsse man gegen die Karlsruher auftreten, verlangte Klinsmann. Damit der FCB nicht eine ähnlich bittere Heimpleite erlebt wie drei Wochen zuvor gegen Köln (1:2). „Das hat uns weh getan“, erinnerte sich Daniel van Buyten, „da haben wir gesehen: Wenn wir nicht bereit sind, alles zu geben, bekommt man Schwierigkeiten. Das wollen wir nicht mehr erleben.“

Ohne Klose und Toni

Zusätzlich angestachelt wird der FCB durch die Rückkehr von Franck Ribéry, der nach zwei Wochen Verletzungspause wieder einsatzfähig ist. „Er sprüht vor Einsatzfreude“, meinte Klinsmann, der den Ausfall seines Sturmduos Klose/Toni schnell abhakt. „Wir müssen das Beste daraus machen.“

Mit Lukas Podolski steht dem FCB am Samstag nur ein Stürmer zur Verfügung. „Wir haben ein paar Lösungen im Ärmel“, ließ der Trainer offen, wie er seine Mannschaft in der Offensive aufstellen wird. „Die ganze Mannschaft muss Poldi unterstützen“, sagte Van Buyten, der sich vorstellen kann, falls nötig selbst als zweite Sturmspitze zu agieren. „Ich gebe immer mein Bestes, egal ob hinten oder vorne.“

Spektakel, Spaß und Tore

„Spektakel und viele Tore“ erwartet der gelernte Innenverteidiger für Samstag, ein Fußballfest also, das sich Klinsmann auch im Champions-League-Heimspiel gegen den FC Barcelona wünscht. „Das wird Fußball, der die Leute begeistern wird.“ Und im nächsten Satz fügt er hinzu: „Genauso wie ich hoffe, dass morgen die Partie gegen den KSC allen Spaß machen wird.“

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