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Erfreuliche Entwicklung

Sosa nutzt seine Chance

Die Fans wussten, was jetzt zu tun war. Als sich José Sosa in der 72. Minute auf dem Weg zur Außenline machte, um für Andreas Ottl Platz zu machen, erntete der Argentinier reichlich Applaus von den Zuschauerrängen. So manch einer in der proppenvollen Allianz Arena erhob sich sogar von seinem Platz, was sonst meistens nur bei Auswechselungen von Franck Ribéry der Fall ist. Doch auch in diesem Fall kamen die Ovationen sicherlich zu Recht.

Sosa war es nämlich, der den FC Bayern in der 34. Minute nach herrlicher Vorarbeit von Ribéry mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Am Ende sollte der erste Pflichtspieltreffer des 23-Jährigen im Bayern-Trikot für den so wichtigen Heimsieg gegen den Karlsruher SC reichen.

„Wir sind sehr glücklich, dass José einen weiteren sehr guten Auftritt hatte und sein erstes Tor erzielen konnte“, sagte Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel. Auch Uli Hoeneß freute sich mit dem Mittelfeldspieler, der in dieser Saison noch nicht so oft im Mittelpunkt gestanden hatte. „Speziell er war ja nicht gerade Torschützenkönig in der letzten Zeit und deswegen freue ich mich für ihn sehr“, so der Manager auf Anfrage von fcbayern.de.

Sosa ist das klassische Beispiel dafür, wie schnell es manchmal im Fußball gehen kann. In der Winterpause sollte der Argentinier ausgeliehen werden, um endlich mehr Spielpraxis zu sammeln. Im letzten Moment scheiterte aber ein Wechsel nach Palermo. Als sich dann Miroslav Klose am vergangenen Wochenende beim Spiel in Bochum verletzte, schmiss Klinsmann Sosa ins kalte Wasser - und der bedankte sich mit seiner bis dahin besten Leistung für den FCB.

Gegen den KSC konnte Sosa sogar noch einen draufsetzen - und das nicht nur wegen seines Siegtores. „Er hat wieder Ansätze gezeigt, warum wir ihn geholt haben und deshalb bin ich mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Hoeneß über den Matchwinner, der in den Medien schon als Fehleinkauf abgestempelt worden war. Schon vor einer Woche hatte Hoeneß gesagt: „Jetzt bin ich froh, dass sein Wechsel im Winter nicht geklappt hat.“

Sosa mit großen Eingewöhnungsproblemen

Im Sommer 2007 war Sosa vom argentinischen Klubs Estudiantes de La Plata nach München gekommen. In seiner ersten Saison absolvierte er leidglich 15 Bundesligaspiele, acht Mal davon wurde er nur eingewechselt. Und auch in dieser Spielzeit sah seine Bilanz zunächst nicht viel besser aus. Bis zur Partie in Bochum hatte Sosa lediglich sieben Einsätze, nur am 6. Spieltag, bei der Niederlage in Hannover, spielte er von Anfang an.

„Die letzten eineinhalb Jahre waren schwierig und nicht ganz ohne Komplikationen“, sagte Sosa, der offen zugab, Anpassungsprobleme an den „aggressiveren und körperbetonteren“ Fußball in Deutschland gehabt zu haben. Auch das Zurechtfinden in einem ganz anderen Umfeld habe ihm zu schaffen gemacht: „Mein gesamtes Leben hat sich plötzlich geändert.“

Beim FC Bayern hofft man jedenfalls, dass Sosa durch die beiden letzten guten Spiele endlich so richtig in München angekommen ist. „Das wird sicher dazu führen, dass er mehr Selbstvertrauen kriegen wird, und das ist ja das, was er braucht“, glaubt Hoeneß. Und Sosa hofft, „dass ich weiter die Gelegenheit bekomme. Ich brauche jetzt Kontinuität und Rhythmus. Ich will meine Chance nutzen.“ Gegen Karlsruhe ist ihm das schon mal richtig gut gelungen.

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