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Kein Zufalls-Torschütze

Van Buyten spielt seine Stärken aus

Dass Miroslav Klose in der Kategorie „die meisten Torschüsse“ nach dem Spiel gegen Hannover ganz vorne lag, war sicherlich zu erwarten. Klose ist Mittelstürmer, Torschüsse gehören zu seinen Hauptaufgaben. Aber das Abwehrrecke Daniel van Buyten gleichauf mit seinem offensiven Mitspieler war und ebenfalls auf vier Torabschlüsse kam, ist als etwas überraschend zu bezeichnen.

Van Buytens vornehmliche Aufgabe ist es, Tore bzw. Torschüsse des Gegners zu verhindern. Mit knapp 70 Prozent gewonnener Zweikämpfe bringt er es auf den drittbesten Wert aller Bundesligaspieler. Doch bei jeder Standardsituation geht der 1,96-Meter-Mann, der noch nie eine Gelbsperre absitzen musste, mit in den gegnerischen Strafraum. So auch in der 20. Minute des Hannover-Spiels, als er nach einer Freistoßflanke von Bastian Schweinsteiger zum 1:1 einköpfte. Es war der wichtige Ausgleichstreffer zum letztendlich klaren 5:1-Sieg des FCB gegen die Niedersachsen.

„Ich bin froh, dass die Mannschaft nach meinem Tor eine Reaktion gezeigt hat“, sagte Van Buyten, der ohne Übertreibung festhielt: „Das Tor war wichtig für mich, für den Trainer und den ganzen FC Bayern.“ Es war bereits sein dritter Saisontreffer in der Bundesliga im erst 12. Einsatz. Damit hat er bereits jetzt genau so oft getroffen wie vor zwei Jahren in seiner Premieren-Saison für den Rekordmeister.

Damals war Van Buyten Stammspieler, in dieser Spielzeit musste er sich oft hinter Lucio und Martin Demichelis hintanstellen. „Man kann nur immer wieder zeigen, dass man in die Mannschaft gehört“, sagte der Belgier, den Klinsmann zuletzt häufig aufgrund seines vorbildlichen Verhaltens bezeichnet hatte. „Ich habe heute alles gegeben und hoffe, dass der Trainer zufrieden ist“, sagte Van Buyten nach dem Hannover-Spiel.

Und Klinsmann war zufrieden. „Das war ein tolles Tor, aber kein Zufall. Daniel ist ein Typ, der Dinge erzwingt. Er hat einen unglaublichen Willen und eine unglaubliche Professionalität“, sagte der Bayern-Coach am Sonntag im Interview bei FCB.tv.. Der 31-Jährige sei ein Sinnbild für Biss und Willenskraft, lobte Klinsmann weiter: „Bei Standardsituationen ist es entscheidend, den Ball unbedingt zu wollen.“

Hoeneß motiviert Van Buyten

Umso lobenswerter war Van Buytens Leistung gegen Hannover, da er bereits angeschlagen ins Spiel gegangen war. Beim Warmmachen hatte er sich den Fuß vertreten und dabei eine Kapselzerrung in der Fußwurzel zugezogen, wie eine Kernspinuntersuchung am Sonntagmorgen ergab. „Aber er hat das einfach weggeschoben. Zum Schluss konnte er gar nicht mehr richtig laufen“, sagte Klinsmann. Erst, nachdem Lukas Podolski mit dem 4:1 endgültig die Weichen auf Sieg gestellt hatte, bat Van Buyten um seine Auswechslung.

„Ich bin auf den Platz gegangen und habe mir keinen Kopf gemacht. Ich habe mir einfach gesagt: Komm, spiel deine Stärken aus. Wir sind sowieso nicht gut drauf, schlimmer kann es nicht werden“, erklärte Van Buyten, der bis zur 76. Minute auf die Zähne biss. Vielleicht waren es auch die Worte von Uli Hoeneß, die Van Buyten den Schmerz nicht spüren ließen: „Der Manager hat zu mir gesagt: Komm, du musst die anderen mitreißen. Das hat mich sehr motiviert.“

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