präsentiert von
Menü
Toni vs. Grafite

'110 Prozent' für Adrenalin und Tore

Wer die besten Stürmer der anderen Bundesliga-Klubs sind? Luca Toni brauchte nicht lange nachdenken. „Ibisevic“, sagte er, „Gomez und Helmes.“ Nur ein Name kam nicht über die Lippen des FCB-Torjägers: Grafite. Dabei führt der Wolfsburger im Moment die Torschützenliste zusammen mit dem langzeitverletzten Ibisevic an. Auf Nachfrage hat natürlich auch Toni schon vom treffsicheren Brasilianer gehört. „Er hat viele Tore gemacht. Er ist ein guter Spieler.“ Mehr war dem Italiener zwei Tage vor dem direkten Stürmerduell mit Grafite nicht zu entlocken.

In Wolfsburg treffen am Samstag nicht nur die punkt- und torgleichen Tabellenzweiten aufeinander, sondern auch Toni und Grafite. Der Torschützenkönig der letzten Saison und sein möglicher Nachfolger in der laufenden. Beide absolvierten bislang 16 Ligaspiele, 18 Mal traf Grafite (darunter 6 Elfmeter), neun Mal Toni (kein Elfmeter). Mit ihrer Torgefährlichkeit spielen beide für ihre Teams eine wichtige Rolle im Titelkampf.

Ein deutscher Brasilianer

„Er hat eine hervorragende Einstellung, arbeitet für die Mannschaft und trifft regelmäßig. Er ist unheimlich wichtig für unser Spiel“, sagte VfL-Trainer Felix Magath über Grafite. Der 30-Jährige selbst bezeichnete sich als einen „ungewöhnlichen Brasilianer, der ein bisschen deutsch spielt“. Er erlebe gerade „die beste Saison meiner Karriere“.

Holprig hingegen läuft es bislang für Toni, der immer wieder von Verletzungen gestoppt wurde. In der Hinrunde zwang ihn eine Rippenverletzung zu pausieren, in der Rückrunde die Achillessehne. Fünfeinhalb Wochen nach seinem letzten Spiel (damals in Lissabon) soll er am Samstag in Wolfsburg erstmals wieder auflaufen.

Nicht ganz topfit, aber motiviert

„Ich kann nicht sagen, dass ich topfit bin“, meinte er. Immerhin habe er mehr als einen Monat aussetzen müssen. Erst seit letztem Montag trainiert Toni wieder mit der Mannschaft. Die letzten fehlenden Prozentpunkte zur Topform will er mit Motivation wettmachen, denn daran mangelt es ihm nicht. „Ich fühle mich gut und habe unglaubliche Lust, Fußball zu spielen. Ich möchte einfach das Adrenalin wieder spüren. Das hat mir gefehlt.“

Eine Lücke hinterlassen hatte der Italiener auch in der Mannschaft. „Er ist ein unheimlicher Knipser und immer für ein Tor gut“, freute sich Michael Rensing, dass „Il Bomber“ jetzt wieder einsatzfähig ist. Für Trainer Jürgen Klinsmann ist Toni „ein Spieler, der den Unterschied ausmacht. Mit seiner Präsenz, seiner mentalen Stärke, mit seiner ständigen Torgefährlichkeit.“

'110 Prozent' für die Kanone

Das weiß auch Magath, dem Tonis Comeback ein bisschen zu früh kommt. „Lieber wäre es mir, er würde seine Achillessehne noch eine Woche schonen“, sagte der Wolfsburger Coach. Nach der Verletzungspause fehle Toni zwar noch der Spielrhythmus, aber: „Er ist ein absoluter Torjäger, den man in keiner Sekunde aus den Augen lassen darf.“

„110 Prozent“ Einsatz versprach Toni für die Partie in Wolfsburg. Am Donnerstag absolvierte er ein intensives Einzeltraining. Inhalt Torschuss. Denn ganz hat Toni die Verteidigung seiner Torjägerkanone noch nicht aufgegeben. „Ich hoffe eigentlich immer noch, dass ich die Kanone gewinne.“ Und was ist mit Grafite? „Wenn ich es nicht schaffe, ist es mir egal, wer sie gewinnt.“

Weitere Inhalte