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'Man darf ihnen nicht trauen'

Barça erwartet hochmotivierte Bayern

Sechs Punkte Vorsprung in der Meisterschaft, das Endspiel der Copa del Rey erreicht und in der Champions League das Viertelfinale - der FC Barcelona kann in dieser Saison Historisches schaffen. Als vierter europäischer Klub könnten die Katalanen das Triple gewinnen und damit besonders auch gegenüber dem Erzrivalen Real Madrid ein Ausrufezeichen setzen. Bislang gelang dieses Kunststück nur Manchester United (1999), dem PSV Eindhoven (1988), Ajax Amsterdam (1972) und Celtic Glasgow (1967).

Der vielleicht stärkste Angriff der Welt (125 Tore in 46 Pflichtspielen) und die beste Abwehr Spaniens (24 Gegentore in 29 Spielen) lassen ganz Katalonien vom Triple träumen. „Barça kommt dem Fußball in Perfektion ganz, ganz nahe“, schwärmte die Zeitung „El Periódico“ vor dem Duell mit dem FC Bayern. Vereinspräsident Joan Laporta bezeichnete das Spiel der Azulgrana („Blau-Roten“) zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise als „stärkstes Antidepressivum, das es gibt“.

'Aufgepepptes' Barcelona

Federführend für den Erfolg ist Josep Guardiola, der seit letzten Sommer auf der Trainerbank Barcelonas sitzt. „Pep“ repräsentiert wie kein Zweiter den Geist Barcelonas. Als Balljunge im Camp Nou hat er angefangen, gehörte in den 90er Jahren zu Cruyffs „Dream Team“ und war lange Zeit Barça-Kapitän. Als Trainer hat er jetzt eine Elf zusammengestellt, die alle Rekorde bricht.

Das Geheimnis seines Erfolgs liegt keineswegs nur im Angriffstrio Messi-Eto’o-Henry. „In dieser Elf würden auch schlechte Stürmer Tore schießen“, meint Eto'o. Die eigentliche Seele des Teams ist der Mittelfeldspieler Xavi, der ein feines Gespür dafür hat, wann das Spiel schnell gemacht und wann das Tempo herausgenommen werden muss. Zusammen mit dem Publikumsliebling Andrés Iniesta sorgt er dafür, dass Barça das Spielgeschehen kontrolliert. „Der Ballbesitz ist der Schlüssel des Barça-Spiels“, schreibt „El Periódico“.

'Riesenrespekt' vor Bayern

So sehr die Katalanen sich ihrer eigenen Stärke bewusst sind, so groß ist aber auch ihr Respekt vor dem deutschen Rekordmeister. „Wir haben einen Riesenrespekt vor den Bayern. Denen darf man nicht trauen“, sagte Guardiola vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch. Daran ändert auch die 1:5-Niederlage des FCB in Wolfsburg nicht. „Es hätte uns nichts Schlimmeres passieren können“, glaubt der Barça-Trainer, „nach dem 1:5 wird Bayern aggressiv und hochmotiviert sein. Diese Scharte wollen sie auswetzen.“

Unterstützung in dieser Annahme erhält „Pep“ von Barça-Legende Johan Cruyff. „Ein Debakel versetzt eine Mannschaft in Alarmzustand“, schrieb der Niederländer in seiner Zeitungs-Kolumne, „wenn ich wählen könnte, wäre mir ein selbstbewusster Gegner lieber als ein angeschlagener. Und wenn die Deutschen eines haben, ist das Stolz.“

Warnung vor Toni und Ribéry

Abgesehen vom Siegeswillen der „bestia negra“, wie der FCB in Spanien genannt wird, fürchtet man in Barcelona vor allem Luca Toni und Franck Ribéry. „Luca Toni ist im Strafraum schwer zu bremsen. Daher sollten wir ihn nach Möglichkeit von dort fernhalten“, weiß Guardiola, der den 1,96 Meter großen Stürmer aus gemeinsamen Zeiten beim italienischen Klub Brescia Calcio kennt. Luca Tonis voraussichtlicher Gegenspieler Gerard Piqué misst gerade 1,85 Meter, der andere Innenverteidiger Rafael Márquez nur 1,82 Meter.

„Gegen den Italiener werdet Ihr nicht ein Kopfballduell gewinnen“, warnte Barça-Trainer seine Mannschaft. Daher sei es wichtig, keine Flanken in den Strafraum zuzulassen und möglichst wenig Fouls zu begehen, damit die Bayern keine Freistöße zugesprochen bekommen. Genauso wichtig werde es sein, Ribéry auszuschalten, riet Cruyff seinem Ex-Klub. „Ribéry ist nur gefährlich, wenn er den Ball am Fuß hat“, meinte er, „wenn er nur halb so oft angespielt wird wie normalerweise, ist seine Gefährlichkeit um die Hälfte reduziert.“

Barça in Bestbesetzung

Personell kann Barça am Mittowch praktisch in Bestbesetzung antreten. Kapitän Carles Puyol und Iniesta bewiesen am Wochenende beim 1:0 gegen Real Valladolid, dass sie ihre Verletzungen überwunden haben. Nur der angeschlagenen Touré Yaya ist fraglich, für ihn könnten der frischgebackene spanische Nationalspieler Sergio Busquets oder Seydou Keita im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen.

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