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Nach Schalke

Bayern reden nicht vom Titel

Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß verließen die Allianz Arena wortlos, in der Kabine war es „ganz ruhig“, wie Kapitän Mark van Bommel erzählte. Die Enttäuschung nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 saß tief beim FC Bayern. „Das ist eine sehr bittere Niederlage“, sagte Trainer Jürgen Klinsmann, „das frustet natürlich.“ Fünf Spieltage vor Saisonende sind die Titelhoffnungen des Rekordmeisters auf ein Minimum geschrumpft.

Sollte der VfL Wolfsburg am Sonntag in Cottbus gewinnen, „kann man zur Meisterschaft gratulieren“, stellte Franz Beckenbauer nach dem Schlusspfiff ernüchtert fest. Auf sechs Punkte wäre der Spitzenreiter den Bayern dann enteilt. Die Bayern hatten aber Glück im Unglück: Cottbus verhinderte am Sonntagabend mit einem 2:0-Sieg gegen den VfL eine Vorentscheidung im Titelrennen.

Trotzdem: Oberste Priorität beim FC Bayern hat nun nicht die Meisterschaft (Lahm: „Im Moment brauchen wir nicht über die Meisterschaft reden.“), sondern der zweite Platz, der die direkte Qualifikation für die Champions League sichert. „Wir müssen alles daran setzen, in die Champions League zu kommen, damit wir nächste Saison wieder so schöne Abende haben wie in dieser Saison“, betonte Lahm, „man will sich mit den besten Mannschaften und besten Einzelspielern messen. Wir haben vor zwei Jahren gesehen, wie schlimm es ist, im UEFA-Cup zu spielen.“

Auch Klinsmann bezeichnete die direkte Qualifikation für die „Königsklasse“ als „absolutes Muss“. Dieses Mindestziel in den fünf verbleibenden Spielen zu erreichen, wird schwer genug. Hertha BSC Berlin (55 Punkte) hat die Münchner (54) erst einmal überholt. Der VfB Stuttgart und der Hamburger SV liegen punktgleich mit dem FCB auf Rang vier und fünf.

Dabei sah es am Samstag in der Allianz Arena zunächst so aus, als würde der Rekordmeister seinen Status als Titelkandidat unterstreichen. „Die ersten 20 Minuten waren richtig gut. Da war viel, viel Engagement da, da waren das Spiel ohne Ball und Druck auf den Gegner zu sehen“, analysierte Klinsmann, „dann kam aus heiterem Himmel dieses unnötige 0:1.“

Keine Frage: Nach dem Gegentor von Halil Altintop (21. Minute) bemühten sich die Bayern, das Spiel noch umzubiegen. Es gelang ihnen aber nie, die Schalker richtig unter Druck zu setzen. „Wir haben es nicht geschafft, klare Torchancen herauszuspielen“, bemängelte Klinsmann. Lahm meinte: „Wir haben viele Bälle in den Sechzehner hineingebracht, aber wir waren nicht genau und konsequent genug.“

Blick nach vorne

Dass zudem José Sosa mit einem Freistoß an der Latte scheiterte (37.) und der Schiedsrichter ein Handspiel von Vicente Sanchez im Schalker Strafraum übersah (56.), passte zum glücklosen Auftritt des Rekordmeisters. Am Ende standen 21:8 Torschüsse, 25:9 Flanken und 15:5 Ecken für die Münchner zu Buche, aber die Partie endete 0:1. Zudem verlor der FCB Franck Ribéry mit einer gelb-roten Karte (76.), kurz zuvor hatte auch der Schalker Jermaine Jones die Ampelkarte gesehen (70.).

„Heute wäre mehr drin gewesen. Wir waren über 90 Minuten klar die bessere Mannschaft“, ärgerte sich Lahm über die siebte Saisonniederlage, die es schnell abzuhaken gilt. Der Blick des FC Bayern richtet sich nach vorne. „Wir haben noch fünf Spiele, aus denen wir das Maximum herausholen wollen“, sagte Klinsmann, „danach sehen wir, zu was es reicht.“

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