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'Wir wollen Meister werden'

Bayern zeigen gute Reaktion

Am Sonntagmorgen ging die Versöhnungstour mit den Fans weiter. Nach dem Auslaufen schritten Franck Ribéry, Luca Toni und Co. den langen Zaun rund um den Trainingsplatz ab und versuchten, so viele Autogrammwünsche wie möglich zu erfüllen. Rund 2.000 Trainingskiebitze waren gekommen, um den Bayern-Stars einmal aus nächster Nähe auf die Füße zu schauen. Die meisten von ihnen dürften zufrieden nach Hause gegangen sein.

Auch die meisten der 69.000 Zuschauer, die am Vortag beim Spiel in der Allianz Arena waren und die Daumen für den FC Bayern gedrückt haben, werden ähnlich empfunden haben. Durch einen klaren und hochverdienten 4:0 (3:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt hat die Mannschaft von Jürgen Klinsmann nach den beiden herben Schlappen in Wolfsburg und in Barcelona Wiedergutmachung betrieben und für österlichen Frieden rund um die Säbener Straße gesorgt.

„Wir haben uns von der Schmach in Barcelona aufgerappelt und haben unseren Fans gegenüber etwas gutgemacht. Wir haben einiges repariert, aber noch nicht alles“, sagte Chefcoach Klinsmann anschließend. „Ich bin froh, dass wir 4:0 gewonnen haben, das sieht gut aus“, sagte Mark van Bommel. Der Kapitän gab aber auch zu bedenken: „Fußballerisch war es nicht top. Und Frankfurt ist nicht Barcelona.“

Die Eintracht, die über die komplette Spielzeit nur ein einziges Mal gefährlich vor das Münchner Tor kam, erwies sich an diesem Tag als der richtige Aufbaugegner für eine nach den letzten Ergebnissen angeschlagen Bayern-Elf. „Wir haben von Anfang an sehr souverän und konzentriert agiert, haben hinten gar nichts zugelassen und vorne sehr sehenswerte Tore gemacht“, sagte Schlussmann Jörg Butt. Der 34-Jährige hatte etwas überraschend erneut den Vorzug erhalten vor Michael Rensing.

Schweigeminuten der Fans

„Das Wichtigste war, dass die Mannschaft von der ersten Sekunde an gezeigt hat, dass sie Wiedergutmachung betreiben will“, sagte Klinsmann. Dass die Bayern-Fans in den Anfangsminuten demonstrativ geschwiegen hatten lag aber weniger an den jüngsten Ergebnissen als vielmehr daran, dass ein Anhänger aus der Fangemeinschaft kürzlich verstorben ist. Dennoch hinterließ das Schweigen von den Rängen Spuren bei den Hauptprotagonisten auf dem Rasen.

„Wenn man reinkommt ins Stadion und am Anfang ist keine Stimmung da, dann tut das im Herzen weh. Wir müssen es unbedingt umdrehen, dass wir wieder eine gute Stimmung haben“, meinte Bastian Schweinsteiger, der nach den Treffern von Ribéry (3. Minute), Toni (17.) und Lucio (23.) in der 48. Minute den Endstand herstellte.

Titelverteidigung weiter fest im Visier

„Es war wichtig, dass wir heute die drei Punkte geholt haben“, sagte Butt. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen konnte er sich über das Vorrücken in der Tabelle auf Platz zwei freuen, da zeitgleich Hertha BSC in Hannover unterlag und am Sonntag der HSV in Stuttgart eine Last-Minute-Niederlage kassierte. „Jetzt müssen wir dranbleiben und unsere Punkte holen. Dann ist sicher alles möglich“, so Butt weiter.

Das Ziel in der Bundesliga haben Klinsmann und die Seinen immer noch klar vor Augen. „Wir können nach wie vor Deutscher Meister werden“, sagte Klinsmann. Drei Punkte liegt Spitzenreiter VfL Wolfsburg vor dem Titelverteidiger. Van Bommel sagte: „Wir haben in der Bundesliga noch sieben Endspiele, wir wollen Meister werden. Noch eine UEFA-Pokal-Saison will ich nicht, das wollen die Mannschaft und der ganze Verein nicht.“

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