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'Man kriegt Gänsehaut'

Van Bommel erklärt den FC Barcelona

Der Champions-League-Sieg 2006 ist bisher der größte Erfolg von Mark van Bommel in seiner Karriere. Errungen hat er diesen Triumph im Trikot des FC Barcelona. Die Saison 2005/06 war die einzige Saison des Holländers bei Barça. Neben dem Titel in der „Königsklasse“ gewann er dort damals auch die spanische Meisterschaft.

Mit dem FC Bayern reiste Van Bommel jetzt in seine Vergangenheit. Am Mittwoch kommt es im Viertelfinale-Hinspiel der Champions League zum Duell mit seinem Ex-Klub. „Für mich ist Barcelona im Moment die beste Mannschaft überhaupt“, meinte der FCB-Kapitän vor dem Spiel. Bei fcbayern.de erklärt er, was den FC Barcelona so besonders macht und wie man gegen die Katalanen bestehen kann.

Mark van Bommel über…

…den Verein:
„Barcelonas Motto sagt alles: ‚Més que un club‘ - mehr als ein Klub. Und das stimmt auch. Barça ist das Symbol katalanischer Eigenständigkeit gegenüber Spanien. Man spürt das, wenn man dort spielt. Der große Rivale von Barça ist daher Real Madrid. Besonders ärgert es die Katalanen, dass Real bisher mehr Titel geholt hat. Barça hat erst zweimal die Champions League gewonnen (1992, 2006, d. Red.), das ist viel zu wenig für so einen Verein. Real war in der ‚Königklasse‘ erfolgreicher (9 Siege in Landesmeistercup/Champions League, d. Red.) und in der Meisterschaft (18 Titel für Barça, 31 für Real, d. Red.). Barcelona will so schnell wie möglich aufholen.“

…Barça-Präsident Joan Laporta:
„Señor Laporta ist ein wirklich netter Kerl. Meistens hält er Abstand zur Mannschaft, ist aber trotzdem immer präsent. Wenn es nötig ist, kommt er in die Kabine und sagt, was zu sagen ist. Als ich bei Barça gespielt habe, haben wir fast alles gewonnen - da haben wir ihn nicht oft gesehen.“

…das Trainings- und Vereinsgelände:
„Zu meiner Zeit haben wir meistens direkt neben dem Stadion trainiert. Das war schon nicht schlecht, aber ich glaube, inzwischen ist es noch besser. Barcelona hat jetzt ein neues Trainingsgelände etwas außerhalb der Stadt. Dort ist es ruhiger. Zur Geschäftsstelle hatte ich fast keinen Kontakt. Das ist anders als beim FC Bayern, wo Mannschaft und Büros nah beinander sind. In Barcelona befindet sich die Geschäftsstelle im Stadion und dort sind immer Touristen. Da kann man sich nicht so frei bewegen wie hier in München.“

…das Stadion:
„Auf Camp Nou freue ich mich schon. Wenn dort die Vereinshymne gesungen wird, kriegt man Gänsehaut. Ausverkauft ist das Stadion nur bei den ganz großen Spielen, also auch am Mittwoch gegen Bayern. Ansonsten kommen 50.000 bis 80.000 Zuschauer. Die Atmosphäre während des Spiels ist relativ ruhig, aber wenn es nötig ist, sind die Fans da. Kurz, aber heftig. Sie wissen genau, wann sie gebraucht werden. Und nach einer guten Aktion von Messi oder Eto’o hört man den jeweiligen Namen minutenlang. Das ist absolut imponierend. Pfiffe gibt es im Camp Nou ganz selten, eigentlich nur wenn es keine Chance mehr auf die Meisterschaft gibt. Ich glaube nicht, dass wir mit dem FC Bayern dort eine sehr feindliche Stimmung erleben werden. Denn der FC Bayern gilt in Barcelona vor allem als Feind von Real Madrid.“

…die Schlüsselspieler:
„Puyol, Xavi, Iniesta, Valdés - diese vier sind sehr wichtig für die Mannschaft, auch wenn sie nicht so sehr im Rampenlicht stehen wie das Angriffstrio Messi, Eto’o und Henry. Sie sind die Chefs in der Kabine, wissen ganz genau, wie der Verein funktioniert, und sind mehr auf die Mannschaft als auf sich selbst fokussiert. Außerdem sind sie fast alle Katalanen und kommen aus der eigenen Jungend.“

…den Schlüssel zum Sieg gegen Barça:
„Auswärts in Barcelona - das ist für mich die schwierigste Aufgabe, dies es gibt. Aber unmöglich ist es nicht, dort zumindest unentschieden zu spielen. Wir müssen es so machen wie Manchester United, das letzte Saison im Camp Nou 0:0 spielte, oder Liverpool, das im Jahr davor dort 2:1 gewann: gut organisiert sein und im richtigen Moment Druck machen. Man kann nicht nach Barcelona fahren, mit dem Ziel dort 90 Minuten Druck zu machen. Man muss gezielt zuschlagen.“

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