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Enges Saisonfinale

'Alles ist möglich - auch Platz vier'

Das Saisonfinale ist spannend wie selten zuvor und der FC Bayern mischt im Kampf um den Titel wieder kräftig mit. Nach dem souveränen 3:1 (1:1)-Auswärtserfolg beim FC Energie Cottbus hat der Rekordmeister nach Punkten mit Spitzenreiter VfL Wolfsburg gleichgezogen und lauert nur aufgrund der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz auf dem zweiten Platz. Drei Spieltage vor dem Saisonende trennen die ersten Vier der Tabelle lediglich zwei Punkte.

„Wenn man die Tabellenkonstellation sieht, war es heute unheimlich wichtig, das Spiel zu gewinnen“, freute sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes an seinem 64. Geburtstag über drei ganz wichtige Punkte im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation. „Es ist ja oben alles eng zusammen, es haben noch vier, fünf Mannschaften die Möglichkeit, deutscher Meister zu werden“, meinte der Jubilar nach seinem insgesamt 150. Spiel auf der Bayern-Bank.

„Es war wichtig, dass wir voll gepunktet haben. Ich glaube, so eng war es noch nie in der Geschichte der Bundesliga“, sagte auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und appellierte, in den nächsten zwei Wochen nur „von Spiel zu Spiel“ zu denken. „Wir tun gut daran, nicht zu euphorisch zu sein“, trat Rummenigge auf die Stimmungsbremse. „Es ist alles möglich. Wir können Meister werden, aber auch auf Platz vier abrutschen.“

Im mit 22.528 Zuschauern ausverkauften „Stadion der Freundschaft“ konnten die abstiegsbedrohten Lausitzer dem FCB nur eine Halbzeit Paroli bieten. Nach dem Führungstreffer durch José Ernesto Sosa (23. Minute) nutzte Ivica Iliev (44.) kurz vor der Halbzeitpause eine Unachtsamkeit in der Münchner Deckung zum überraschenden Ausgleich. „Ich muss bemängeln, dass wir einen Gegentreffer nach einem Einwurf bekommen haben“, kritisierte Heynckes hinterher.

Nach dem Seitenwechsel - und speziell nach der Einwechslung des zunächst wegen Nackenproblemen geschonten Franck Ribéry in der 56. Minute - hatten die Gastgeber den Münchnern nichts mehr entgegenzusetzen. Jung-Papa Martin Demichelis (62.) und Lukas Podolski (66.) machten mit ihrem Doppelschlag den Sieg perfekt. „Wir können heute im Großen und Ganzen sehr zufrieden sein. Wie die Mannschaft in der zweiten Halbzeit aufgetreten ist, war schon toll“, freute sich Uli Hoeneß über den achten Auswärts-Dreier der Bayern in der laufenden Saison.

„Die Mannschaft hat heute ein gutes Spiel gemacht“, lobte Heynckes seine Elf und attestierte dieser gegenüber dem Gladbach-Spiel vor einer Woche „eine Steigerung“ und freute sich darüber, „dass die Automatismen wieder kommen, dass die Mannschaft untereinander harmoniert, dass wir wieder souverän spielen.“ Allerdings gab es auch Anlass zur Kritik. „Wenn wir top gespielt hätten, hätten wir 4:1, 5:1 oder 6:1 gewonnen“, spielte Heynckes auf die nicht zufriedenstellende Chancenverwertung an.

Dennoch blicken Heynckes und Hoeneß den verbleibenden drei Partien gegen Leverkusen, in Hoffenheim und Verfolger VfB Stuttgart mit großer Zuversicht entgegen. „Wir werden noch besser spielen, da ist noch ein riesiges Potenzial. Das ist nur eine Frage der Zeit. Man sieht, dass die Mannschaft wieder enger zueinander findet“, so Heynckes. Und Hoeneß ergänzte: „Wenn wir jetzt so weiterspielen wie in der zweiten Halbzeit, dann haben wir sicherlich gute Chancen, uns da oben festzusetzen. Das wird spannend bis zum letzten Spieltag, das ist jetzt schon klar.“

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