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Leise Töne, starker Glaube

FCB selbstbewusst ins Saisonfinale

Es ist das spannendste Saisonfinale in der Geschichte der Bundesliga. Drei Spieltage vor dem Ende trennen die ersten vier Mannschaften in der Tabelle nur zwei Punkte, nur aufgrund des leicht besseren Torverhältnisses steht der VfL Wolfsburg vor dem punktgleichen Titelverteidiger FC Bayern auf Platz eins. Wer gedacht hätte, dass aus der Münchner Kommandozentrale an der Säbener Straße jetzt laute Kampfansagen an die Konkurrenten nach außen dringen, der sah sich getäuscht.

„Es nützt uns nichts, jetzt irgendetwas hinauszuposaunen. Wer ein Spiel verliert in dem Vierkampf, spielt wohl nächste Saison im UEFA-Cup“, sagte ein völlig unaufgeregter Heynckes am Montag. Dass seine Mannschaft am Dienstagabend im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (ab 19.45 Uhr im Liveticker und im FCB.tv-Webradio) erstmals in dieser Saison an die Spitze stürmen könnte - für Heynckes kein Grund, seine Coolness zu verlieren. Das Wort „Meisterschaft“ geht ihm ganz bewusst nicht über die Lippen.

Auch seine Spieler halten sich (zumindest nach außen) mit markigen Sprüchen zurück. „Der Glaube an den Titel ist groß. Es ist eine Aufbruchsstimmung in der Mannschaft zu erkennen“, sagte Schlussmann Jörg Butt, „aber trotzdem träumen wir nicht rum und konzentrieren uns nur auf die jeweilige Aufgabe. Damit sind wie bisher recht gut gefahren.“

Die nächste Aufgabe mit Butts Ex-Klub Leverkusen bedarf auf jeden Fall volle Konzentration. „Das ist eine gut bestückte Mannschaft, die auf einem hohen Niveau spielen kann, nur dürfen wir sie nicht ins Spielen kommen lassen“, sagte Heynckes, der gegenüber den letzten beiden Partien gegen die Abstiegskandidaten Gladbach und Cottbus diesmal mehr Raum für seine Mannschaft erwartet: „Leverkusen spielt mit und hat mehr Qualität als die vorherigen zwei Gegner.“

Ribéry wieder in der Startelf

Personell kann der FCB-Interimscoach nahezu aus dem Vollen schöpfen. Zé Roberto kehrt nach überstandener Kapselverletzung in den Kader zurück, großen Anlass, seine Mannschaft gegenüber dem 3:1-Sieg am Samstag in Cottbus umzustellen, sieht Heynckes aber nicht. Sicher ist nur, dass Cottbus-Joker Franck Ribéry in die Startelf zurückkehrt. „Natürlich spielt er von Anfang an.“

Zudem könnte Hamit Altintop wie schon in der Cottbuser Schlussphase erneut als Rechtsverteidiger agieren. „Das ist gut möglich“, sagte Heynckes. Miroslav Klose (Heynckes: „Er ist ungeduldig“) sieht der 64-Jährige weiterhin als Alternative, „wenn man ihn braucht. Ich möchte im Moment vorne auch nicht wechseln.“ An der Seite von Luca Toni stürmt also erneut der wiedererstarkte Lukas Podolski.

Die Lederhose passt noch

Der glaubt, dass die Bayern im Saisonendspurt einen Vorteil aufgrund ihrer größeren Erfahrung im Titelkampf haben. „Aufgrund der erfolgreichen Vergangenheit hat man beim FC Bayern eine andere Denkweise, der ganze Verein ist auf Erfolg ausgelegt“, sagte Butt. „Wir sind selbstbewusst genug und wissen, was wir können“, sagte Heynckes, der für den Fall der Fälle am 23. Mai aber schon mal versorgt ist: „Die Lederhose hängt zuhause im Schrank und sie passt auch noch.“

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