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Ehrgeiziger Angreifer

Gomez plant 'Großes' mit Bayern

Übernächtigt und „relativ fertig“ fühlte sich Mario Gomez nach der Ankunft in Shanghai, aber nach der Klärung seiner Zukunft strotzt der Nationalstürmer vor Tatendrang. „Ich habe Großes vor bei Bayern München“, kündigte der Torjäger am Mittwoch bei seiner ersten Pressekonferenz nach dem „Ja“ zu seinem Transfer vom VfB Stuttgart zum deutschen Rekordmeister an.

„Ich bin ein Sportler, der erfolgreich sein und viel erreichen will. Ich wollte die Möglichkeit, auch international etwas zu gewinnen“, sagte der ehrgeizige Angreifer im Hotel Ritz-Carlton und fügte bewusst hinzu: „Und Bayern wollte mich unbedingt.“

Torflaute im DFB-Trikot

Befreit von der Last der schwierigen Entscheidung will der 23-Jährige nun auch am Freitag gleich im ersten Länderspiel auf der Asienreise als Neu-Münchner gegen Gastgeber China sein Tor-Glück im Nationaltrikot wiederfinden. Nach 733 Minuten ohne Treffer könnte ihm dabei ausgerechnet sein langjähriger Stuttgarter Sturmpartner Cacau bei dessen eingeplantem Debüt in der Nationalelf helfen. „Der DFB hat alles für mich getan, dass ich wieder treffe“, scherzte Gomez in Anspielung auf die Berufung des gebürtigen Brasilianers.

Die 14-monatige Torflaute seit seinem Doppelpack beim 4:0 in der Schweiz am 26. März 2008 nervt den Bundesliga-Torschützen vom Dienst gewaltig. Und auch darum hatte er bei seinem Wechsel vom Neckar an die Isar aufs Tempo gedrückt. „Es ist sicher kein Nachteil, dass das jetzt entschieden ist“, sagte Gomez in Bezug auf die beiden Partien gegen China und in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Bundestrainer Joachim Löw hofft, dass der Knoten endlich platzt: „Mario kämpft um ein Tor. Aber bei seiner Klasse wird man irgendwann treffen. Unser Glaube an Mario ist ungebrochen.“

Keine Lust auf Ausland

Bei Bayern fürchtet Gomez weder Luca Toni noch Miroslav Klose oder Neuzugang Ivica Olic (HSV). Vielmehr sucht Gomez die Konkurrenz mit den Besten. „Ich will mich beweisen, auch im Training“, verkündete er selbstbewusst. Er vertraut darauf, dass der Bayern-Vorstand das Team noch weiter verstärkt. „Die Mannschaft ist gut besetzt, da kann man viel erreichen.“

Der Noch-Stuttgarter geht fest davon aus, dass auch die umworbenen Leistungsträger Franck Ribéry und Philipp Lahm „nicht abgegeben werden“. Er selbst hatte „im Moment keine Lust“ auf einen Wechsel ins Ausland, obwohl ihm „viele, viele Angebote“ vorgelegen hätten. „Es hing nur an mir, ob ich das Angebot aus Italien, England oder von Bayern annehme - oder in Stuttgart bleibe“, berichtete Gomez.

Konstantes Interesse

Nach seinem letzten Spiel für den VfB ausgerechnet bei den Bayern habe er ab Samstagabend mit seinem Berater Uli Ferber die Angebote sondiert. Im Eiltempo fiel dann das Votum für den VfB-Rivalen. Es war nicht zuletzt wohl auch die Beharrlichkeit von Uli Hoeneß & Co., die Gomez beeindruckt hatte. „Das Interesse der Bayern war konstant und ist auch nicht abgebrochen nach der verkorksten EM von mir“, schilderte der Stürmer. Schon im Sommer 2008 war er sich mit den Bayern einig, aber der VfB habe „geblockt“.

Ihm sei klar, dass die Stuttgarter Fans ihm böse sein könnten, ausgerechnet zum Erzrivalen nach München zu wechseln. Aber „nach sechs schönen Jahren“, in denen er „bis zum letzten Tag alles für den VfB gegeben“ habe, wolle er jetzt „einen Schritt nach vorne gehen“. Der FC Bayern sei ein „sensationeller Klub“, schwärmte er. Nach der Rückkehr aus Asien werde der Vertrag endgültig fixiert. Vorher aber will Mario Gomez einen anderen Job erledigen: „Ich will in den Länderspielen treffen.“

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