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'Mission erfüllt'

Heynckes geht wieder in Rente

Mission erfüllt! Als der Sieg gegen den VfB Stuttgart unter Dach und Fach gebracht worden war und damit die Champions-League-Teilnahme in der nächsten Saison gesichert, holte sich Jupp Heynckes den verdienten Lohn ab. Alleine trat er vor die Südkurve und stimmte mit den Fans des FC Bayern ausgelassen „la ola“ an. Freudestrahlend genoss Heynckes diesen Moment.

„Ich bin ein sehr nüchterner Mensch und habe im Fußball ja auch schon sehr viel erlebt“, sagte der 64-Jährige später, „nur war die Reaktion der Fans nach dem Spiel mir gegenüber schon ein Kompliment für die Arbeit, die die Mannschaft mit mir geleistet hat.“ Manager Uli Hoeneß sagte: „Wir können ihm nicht genug dankbar sein, dass er den zweiten Platz in souveräner Art und Weise geholt hat. Er wird immer ein Freund von mir und des FC Bayern bleiben.“

Vor vier Wochen war Heynckes spontan eingesprungen, als Hoeneß und seine Vorstandskollegen einen Nachfolger auf Zeit für den entlassenen Jürgen Klinsmann gesucht hatten. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Hermann Gerland sorgte er schnell für Aufbruchsstimmung an der Säbener Straße. Er führte viele Einzelgespräche, unter anderem mit dem unter ihm aufgeblühten Lukas Podolski, und auch in „technisch-taktischer Hinsicht haben sich die Dinge zum Positiven bewegt“, stellte Rummenigge nach dem Saisonfinale fest.

13 von 15 möglichen Punkten holten die Bayern und Heynckes - eine Bilanz, die auf die gesamte Saison hochgerechnet mehr als Platz zwei gebracht hätte. „Wenn er das ganze Jahr da gewesen wäre, dann wären wir Meister geworden. Vier Siege und ein Remis, das ist eine Topbilanz“, sagte Nationalspieler Philipp Lahm. „Die Bilanz spricht sicherlich eine deutliche Sprache“, sagte Schlussmann Jörg Butt auf die Frage nach Heynckes‘ Anteil an der Vizemeisterschaft.

„Ich habe zum ersten Mal gemerkt, dass man sich auch über einen zweiten Platz freuen kann. Das habe ich damals bei meiner Bayern-Zeit nicht so empfunden. Damals hatte die Vize-Meisterschaft so einen bitteren Beigeschmack, das war nicht gut genug“, sagte Heynckes, der in einer ersten Amtszeit beim FCB zwei Mal am Ende auf Platz zwei gelandet war. Am Samstag hingegen herrschte bei Verantwortlichen, Spielern und Fans große Freude.

„Ich habe meine Mission erfüllt“, sagte Heynckes zufrieden, „es hat mir großen Spaß gemacht, und ich denke auch den Spielern, die nach dem Schlusspfiff zu mir gekommen sind und sich bedankt haben.“ Kapitän Mark van Bommel erklärte stellvertretend: „Er hat uns deutlich gesagt, was wir machen müssen. Er hat uns stimuliert und korrigiert, und er hat ein gutes Auge. Er gibt uns einfach die Ruhe, die man braucht, wenn man bei Bayern spielt."

Cando wartet auf Herrchen

Stichwort Ruhe - nach der erfolgreichen Rückkehr zum FC Bayern wird Heynckes nun wieder in den fußballerischen Ruhestand gehen. Oder gibt es doch noch mal ein Comeback auf der Trainerbank? „Ich bin kein Mensch, der jetzt sagt: das war’s. Normalerweise möchte ich meine Trainerlaufbahn beenden, aber warum soll ich das jetzt sagen? Vielleicht braucht man mich wieder mal, dann muss ich das wieder revidieren.“

In der kommenden Woche muss die Familie und sein Hund Cando (Heynckes: „Er wartet schon auf mich") im heimischen Gladbach aber noch auf „Don Jupp“ verzichten. „Ich bleibe jetzt noch ein paar Tage hier, denn mein lieber Freund Uli hat mich genötigt, die Freundschaftsspiele mitzumachen“, berichtete Heynckes augenzwinkernd. „Da kann ich ja nicht nein sagen.“

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