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Geglückter Einstand

Heynckes: 'Ich bin gerne beim FC Bayern'

Gelungener Einstand für Jupp Heynckes. 822 Tage nach seinem letzten Bundesligaspiel feierte der Interimstrainer des FC Bayern seine Rückkehr auf die Trainerbank mit einem 2:1-Erfolg gegen seinen ehemaligen Klub Borussia Mönchengladbach. Nach der Partie in der Allianz Arena zeigte sich der 63-Jährige zufrieden mit einer über weite Strecken „lebendigen und spielfreudigen“ Leistung seiner Mannschaft.

Sein Bundesliga-Comeback habe der weitgereiste und erfahrene Fußballlehrer eher „sachlich“ erlebt. „Ich nehme es hin wie es ist. Ich bin gerne beim FC Bayern.“ Vor den verbleibenden vier Saisonspielen sieht Heynckes „noch Einiges zu verbessern“, wie er nach dem Spiel den anwesenden Journalisten mitteilte. „In der nächsten Woche werden wir die Zeit nutzen, um intensiv über die Mängel in unserem Spiel nicht nur zu sprechen, sondern es auch im Training zu verbessern.“

Jupp Heynckes nach seinem Bundesliga-Comeback

Frage: Herr Heynckes, wie haben Sie Ihre Rückkehr nach über zwei Jahren auf die Trainerbank erlebt?
Jupp Heynckes: „Ich bin ein nüchterner Mensch, sachlich, und nehme es hin wie es ist. Ich bin gerne beim FC Bayern, helfe gerne aus und habe immer über die vielen Jahre einen sehr guten Kontakt zur Vereinsspitze gehabt und selbstverständlich zu meinem Freund Uli Hoeneß. Es macht mir Spaß, mit der Truppe zu arbeiten. Und man hat auch in dieser Woche gesehen, dass es den Spielern Freude bereitet hat, mit mir zu arbeiten. Das ist für mich eine Genugtuung, dass das funktioniert. Eins ist klar: Wie müssen uns weiter steigern, um die direkte Qualifikation für die Champions League zu erreichen.“

Frage: Was für eine Mannschaft haben Sie vorgefunden?
Heynckes: „Ich habe ja nie während einer Saison eine Mannschaft übernommen. Relevant ist nicht, was ich vorgefunden habe, sondern ganz wichtig ist, wie wir diese Woche gearbeitet haben. Dass es den Spielern Spaß gemacht hat. Es wurde geflachst, aber zugleich konzentriert gearbeitet. Wichtig ist, dass wir das Spiel analysieren, damit ich den Spielern genau sagen kann, was mir gefallen und was mir weniger gefallen hat. In der nächsten Woche werden wir die Zeit nutzen, um intensiv über die Mängel in unserem Spiel nicht nur zu sprechen, sondern es auch im Training zu verbessern.“

Frage: Was haben Sie in den paar Trainingseinheiten bisher schon bewirkt?
Heynckes: „Ich bin kein Trainer, der am 30. Spieltag kommt und sagt, da ist meine Handschrift zu sehen. Ich versuche, mein Knowhow einzubringen, versuche alle fußballerische Elemente im Training den Spielern zu vermitteln. Alles andere denke ich, dass das vorher erarbeitet wurde. Die Mannschaft hat auch in der Vergangenheit gut gearbeitet, aber manchmal funktionieren die Dinge nicht und du kannst machen, was du willst.“

Frage: Haben Sie die auch von Ihnen festgestellte Blockade lösen können?
Heynckes: „Wie sich die Spieler in der ersten Halbzeit bewegt haben, wie sie sehr lebendig und spielfreudig waren, hat mir gefallen. Nach der Pause hatten wir ein bisschen mehr Raum und die Torchancen. Ansatzweise war das schon gut, aber es gibt noch Einiges zu verbessern.“

Frage: Wie beurteilen Sie nach dem Spieltag die Chancen im Titelkampf und im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation?
Heynckes: „Nach wie vor hat Wolfsburg die besten Chancen, Meister zu werden. Unser Ziel muss es sein, die direkte Qualifikation für die Champions League zu erreichen. Alles andere muss man von Spiel zu Spiel angehen.“

Frage: Für die Endphase der Saison bedeutet das großen Druck.
Heynckes: „Druck habe ich in meinem Alter nicht, mein Gott. Natürlich ist eine innere Anspannung da. Wenn Sie die nicht haben, sind Sie nicht bei der Sache. Wenn man sich gut vorbereitet, wenn man das Gefühl hat, die Mannschaft hat alles getan, um gut ins Spiel zu kommen, kann man auch draußen ruhig sitzen.“

Frage: Franz Beckenbauer sagte, Sie wären der ideale Trainer, wenn Sie 10, 15 Jahre jünger wären...
Heynckes: „Sie müssen bei Franz nicht alles auf die Goldwaage legen. So schlecht habe ich mich mit 63 ja auch nicht gehalten, oder?“

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