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Poldis Frühlingsmärchen

'Schade, dass es so lange gedauert hat'

Als Uli Hoeneß am Ende eines aufregenden Fußballabends in den Katakomben der Allianz Arena auf Lukas Podolski angesprochen wurde, ist der Bayern-Manager fast ein bisschen sentimental geworden. „Lukas hat hervorragend gespielt. Es ist schade, dass es so lange gedauert hat, bis er diese Leistungen zeigt“, sagte Hoeneß nach dem wahrscheinlich besten Spiel des Nationalstürmers im Trikot des FC Bayern.

3:0 gewannen die Bayern gegen Leverkusen und der ehemalige und zukünftige Kölner war an allen drei Toren maßgeblich beteiligt. Die ersten beiden legte er mustergültig für Luca Toni und Franck Ribéry auf, beim dritten musste er auf Pass von Kumpel Bastian Schweinsteiger selbst nur noch den Fuß hinhalten. Es war Poldis sechster Saisontreffer insgesamt, an sechs der letzten acht Bayern-Tore in der Bundesliga war er direkt beteiligt. „Wenn er immer so gespielt hätte, würde er jetzt wahrscheinlich nicht nach Köln zurückgehen“, sagte Hoeneß.

Nach drei Jahren verlässt der 23-Jährige bekanntlich die Bayern in diesem Sommer. Bereits in der Winterpause wurde die Rückkehr zu „seinem“ 1. FC Köln fix gemacht. Podolski wollte mehr Einsätze, diese Möglichkeit sah er damals beim FC Bayern nicht. Doch seit der Rheinländer Jupp Heynckes das sportliche Kommando an der Säbener Straße übernommen hat, erlebt Podolski ein fußballerisches Frühlingserwachen. „Poldi blüht auf. Er hat ein Top-Spiel gemacht“, sagte Heynckes.

Bayerns Interimscoach berichtete, dass er Podolski gleich in seinen ersten Tagen nach der Amtsübernahme von Jürgen Klinsmann mit Einzelgesprächen aufgemuntert habe. „Ich habe Lukas von Anfang angesagt, dass er gegen Gladbach, in Cottbus und auch gegen Leverkusen spielt. Dann hat der Spieler auch mehr Vertrauen und Sicherheit“, sagte Heynckes. Zudem schwärmte er öffentlich von Poldis starkem linken Fuß und beförderte ihn zum Freistoß- und Eckenschützen.

Podolski 'fängt an zu laufen'

„Jupp Heynckes hat mir das Vertrauen gegeben und ich denke, ich habe das zurückgegeben“, meinte ein zufriedener Podolski nach dem Leverkusen-Spiel. In dem überzeugte der „Straßenfußballer“ (Heynckes) aber nicht nur mit seinen Offensivqualitäten. „Das Positive ist, dass er sehr mannschaftsdienlich spielt und nach hinten arbeitet. Er hat Lücken geschlossen“, erklärte Heynckes und ergänzte: „Fußball spielen kann Lukas sowieso, jetzt fängt er auch noch an zu laufen.“

Zwei Spiele könnte Podolski noch für den FC Bayern bestreiten. Beim nächsten, am Samstag in Hoffenheim, wird er sicher erneut von Anfang an dabei sein, auch wenn Miroslav Klose wieder als Alternative bereitsteht. „Soll ich ihn nach so einem Spiel rausnehmen?“, lautete die rhetorische Frage von Heynckes am Dienstagabend. Podolski hofft derweil auf das ganz große Happyend seiner Bayern-Zeit. Am 23. Mai will er auf dem Münchner Marienplatz zum Abschied die Meisterschale in Händen halten. „Das ist mein Ziel, das habe ich immer gesagt.“

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