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Müde Bayern beim Confed Cup

Brasiliens Schlafkur schlägt an

Das „Pyjama-Training“ bei Rekord-Weltmeister Brasilien zeigt erste Wirkung. Nach den Dauerstrapazen der letzten Wochen haben die Zuckerhut-Kicker beim 3:0-Pflichtsieg gegen die USA im zweiten Gruppenspiel des Confederations Cups wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Getreu des Mottos „Wer schläft, sündigt nicht“ hatte Nationaltrainer Carlos Dunga gemeinsam mit Mannschaftsarzt José Luiz Runco („Pyjama-Training ist das beste Training“) die Belastung seiner Spieler vor dem Duell mit den USA reduziert.

Zwei WM-Qualifikationsspiele, sechs Flüge seit dem 6. Juni sowie fünf Stunden Zeitunterschied zu Brasilien hatte den dauerbelasteten Brasilianern mächtig zugesetzt. Entsprechend müde agierten diese beim knappen 4:3-Erfolg im Auftaktspiel gegen Ägypten. „Es ist zu viel, wir sind keine Maschinen“, hatte „Selecao“-Kapitän und Bayern-Profi Lucio geklagt. „Die Spieler haben seit der Ankunft hier nicht gut geschlafen, meist nur vier bis fünf Stunden“, so Lucio, in der abgelaufenen Saison mit 44 Pflichtspielen auch beim FC Bayern der am meisten belastete Akteur, weiter.

Vier Wochen Urlaub wären angemessen

„Ich bin persönlich kein Freund des Confed-Cups. Dadurch bekommen die Spieler weniger Zeit, sich nach einer harten Saison zu regenerieren und nach einem ausreichenden Urlaub voll ausgeruht in das neue Spieljahr zu gehen. Das ist Fakt“, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge auf Anfrage von fcbayern.de. Neben Lucio hat der deutsche Rekordmeister in Luca Toni noch einen weiteren Akteur bei der WM-Generalprobe in Südafrika am Start.

„Vier Wochen Urlaub wären angemessen, aber unsere Spieler Lucio und Luca Toni können wegen dieses Turniers diese Zeit leider nicht voll ausschöpfen, weil ja am 7. August schon wieder die Bundesliga startet. Und aufgrund der WM 2010 sind die Termine in der neuen Saison eh schon dicht gedrängt“, kritisierte Rummenigge den ohnehin schon engen Terminplan. „Aus Vereinssicht muss man dagegen sein.“

Verständnis für die FIFA

Auf der anderen Seite zeigte Rummenigge auch Verständnis für die FIFA und der Ausrichtung des Confederations Cups ein Jahr vor der WM-Endrunde in der Kap-Republik. „Der Weltfußballverband will vor einer WM eben einen Testlauf, eine Art Generalprobe machen, und vor Ort testen, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind und ob alles klappen wird.“

Sollten Lucio, der in der Partie gegen die USA nach 70 Minuten ausgewechselt wurde, sowie Toni, der in Reihen des amtierenden Weltmeisters derzeit nur Ersatzspieler ist, das Finale der WM-Generalprobe erreichen, wären sie bis zum 28. Juni im Einsatz. Danach stehen dem Duo rund zwei Wochen Urlaub zu, ehe sie in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen. Trainingsauftakt beim FC Bayern unter dem neuen Trainer Louis van Gaal ist bereits am 1. Juli.

Toni fordert Reaktion

Gut möglich aber, dass Toni seinen Urlaub schon ein paar Tage früher antreten kann. Nach der überraschenden 0:1-Niederlage der „Azzurri“ am Donnerstagabend gegen Afrika-Meister Ägypten steht die Elf vor dem Giganten-Duell gegen Brasilien mächtig unter Druck. „Müde und konfus - eine historische Blamage. Wir sind die Mumien“, titelte am Freitag die „Gazzetta dello Sport“ über die Leistung der Südeuropäer.

„Jetzt müssen wir einander ins Gesicht schauen und reagieren. Gegen Brasilien müssen wir eine starke Leistung abliefern. Wir müssen wieder wie Italien spielen, wie ein Weltmeister“, forderte Toni vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen die Südamerikaner einen Kraftakt und zeigte sich einsichtig: „Wir haben gemerkt, dass es mit normalem Fußball nicht geht.“

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