präsentiert von
Menü
WM-Testlauf

Lucio vs. Toni beim Confederations Cup

2005 war der Confederations Cup in Deutschland ein Vorbote des ein Jahr später folgenden „Sommermärchens“. Brasilien zauberte, Deutschland stürmte, 3,5 Tore fielen pro Spiel, über 600.000 Zuschauer strömten in die Stadien. „Es war fast immer Feiertagsstimmung“, freute sich Franz Beckenbauer. Vier Jahre danach beginnt am Sonntag in Südafrika die nächste Auflage der „Mini-WM“ (14.-28. Juni), von der die Veranstalter hoffen, dass sie ein süßer Vorbote der Weltmeisterschaft 2010 wird.

Europameister Spanien, Asienmeister Irak, Ozeanienmeister Neuseeland und Gastgeber Südafrika treten in Gruppe A an, die Augen der Fußballfans richten sich in der Vorrunde aber vor allem auf Gruppe B. Denn dort spielen neben Afrikameister Ägypten und Nordamerikameister USA auch Weltmeister Italien und Südamerikameister Brasilien. Zum Abschluss der Gruppenphase werden die beiden Topfavoriten auf den Titel am 21. Juni aufeinandertreffen.

Brasilien mit Rückenwind

Mittendrin sind dann Luca Toni und Lucio vom FC Bayern. „Wir wollen um den Titel kämpfen. Das ist unser Ziel“, bekräftigte Brasiliens Kapitän Lucio, der sich wie kaum ein anderer mit dem Confed-Cup auskennt. Schließlich ist es für ihn bereits die vierte Teilnahme. 2005 holte er mit der Seleção den Titel, den er jetzt verteidigen will, auch wenn er betont: „Wir sind nicht die großen Favoriten.“

Doch auch der FCB-Verteidiger hat mit Genugtuung festgestellt: Brasilien befindet sich im Aufwind. Durch Siege gegen Uruguay (4:0) und Paraguay (2:1) eroberten die Samba-Kicker in der letzten Woche die Tabellenführung in der südamerikanischen WM-Qualifikation. „Obwohl das ein ganz anderer Wettbewerb ist, waren die zwei Siege in der Qualifikation enorm wichtig, da wir so gestärkt in die kommenden Begegnungen gehen“, sagte Lucio.

Italien mit Experimenten

Das soll vor allem Italien im direkten Duell zu spüren bekommen. „Da werden die beiden aktuell besten Mannschaften der Welt aufeinandertreffen“, meinte Luca Toni vor dem Kräftemessen mit der Seleção. Der Bayern-Stürmer hält aber auch alle anderen teilnehmenden Mannschaften für „sehr stark“. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizieren sich fürs Halbfinale. Im Endspiel am 28. Juni könnten sich Brasilien und Italien erneut gegenüberstehen.

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi vertraut bei der Confed-Cup-Premiere der Squadra Azzurra vielen Spielern, die 2006 in Deutschland Weltmeister wurden. Dazu kommen aber auch einige Neulinge. „Ihr werdet viele neue Gesichter sehen“, kündigte er an. Denn Lippi will die „Mini-WM“ auch für Experimente nutzen, den Titelgewinn hat er nicht unbedingt eingeplant. „Der Sieger des Cups hat danach nie die Weltmeisterschaft gewonnen. Ich bin mir deshalb nicht sicher, ob ich den Cup gewinnen will“, sagte er.

Wertvolle Erfahrungen

Im Zweifelsfall würde aber auch Lippi bestimmt nicht 'Nein' sagen. Immerhin geht es auch um insgesamt 12,5 Millionen Euro Preisgeld. Der Turniersieger erhält davon 2,7 Millionen, der Zweite 2,3 Millionen. Noch wertvoller dürften für die Mannschaften aber die Erfahrungen vor Ort sein. „Es ist eine gute Gelegenheit, die Stadien und die Atmosphäre in Südafrika kennen zu lernen“, sagte Toni, „ich denke, dass diese Erfahrung für die Weltmeisterschaft sehr wichtig ist.“ Ein Jahr später wollen Toni, Lucio & Co. dann auf diesem Fundament nach dem WM-Titel greifen.

Weitere Inhalte