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Traurige Bayern

'Super Saison' der U17 bleibt ungekrönt

Jubel, Trubel, Heiterkeit auf der einen Seite, Tränen, Trauer und Frust auf der anderen. Während die Spieler des VfB Stuttgart ausgelassen den Gewinn des sechsten deutschen B-Junioren-Meistertitels feierten, konnten die Akteure des FC Bayern ihr Pech nicht fassen und suchten Trost bei Trainern, Verantwortlichen oder Familienmitgliedern. Mit 1:3 (1:1, 1:1) verlor die Mannschaft von Trainer Stephan Beckenbauer das Finale um die deutsche U17-Meisterschaft und verpasste damit die Krönung einer nahezu perfekten Saison.

„Natürlich sind die Jungs jetzt enttäuscht, sie haben alle gegeben, sie sind platt, sie sind leer“, sagte Beckenbauer kurz nach dem Schlusspfiff im mit 2.250 Zuschauern gut besuchten Sportpark Aschheim. Zuvor hatte er jeden seiner Spieler für die vorangegangenen 100 Minuten gratuliert und versucht, dem einen oder anderen Trost zu spenden. „Damit muss man umgehen und wenn daraus lernt und Erfahrungen sammelt, wird man nur noch umso stärker“, zog der 40-Jährige sogar noch etwas Positives aus der Niederlage.

„So ein Endspiel will man natürlich gewinnen, aber in den 80 Minuten plus Verlängerung ist immer alles möglich“, meinte Bayerns neuer Sportdirektor Christian Nerlinger, der gemeinsam mit den beiden Vorstandsmitgliedern Uli Hoeneß, Karl Hopfner, Vorstands-Berater Paul Breitner und Co-Trainer Hermann Gerland die Partie von der Tribüne aus verfolgte. 1989 gehörte Nerlinger zu jener Elf, die den ersten von insgesamt vier B-Jugend-Meistertiteln an die Säbener Straße holte.

Zunächst deutete auch alles darauf hin, als ob genau 20 Jahre später der fünfte Streich gelingen sollte. In einem „intensiven Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten“ (Beckenbauer) gingen die Gastgeber schon in der 6. Minute durch einen Kopfball von Innenverteidiger Cüneyt Köz in Führung. Nur acht Minuten später hatte Christoph Knasmüllner Pech, als sein Schuss aus 16 Metern von der Unterkante der Latte nicht hinter die Torlinie sprang. „Dann läuft das Spiel sicherlich anders“, war sich Beckenbauer hinterher sicher.

Stuttgart mit mehr Glück

Für Werner Kern, Leiter des junior teams beim FC Bayern, war diese die „spielentscheidende“ Szene, zumal der VfB auf der Gegenseite bei einer vergleichbaren Situation etwas mehr Glück hatte als zuvor die Münchner. In der 32. Minute erzielte Pascal Breier nach einem Latten-Kopfball den Ausgleich; ob der Ball dabei mit vollem Umfang hinter der Torlinie war, konnte auch nach Analyse der Fernsehbilder nicht vollständig geklärt werden.

Nach ausgeglichener zweiter Halbzeit, in der kurz vor Schluss zunächst Stuttgarts Lukas Kiefer (78.) und auf der anderen Seite der eingewechselte Kevin Feiersinger (79.) den möglichen Siegtreffer verpassten, mussten beide Teams in die Verlängerung. Und in dieser machten Manuel Janzer (90.) und erneut Breier (96.) den nicht unverdienten Sieg für die Gäste perfekt. „Wir haben lange Zeit gebraucht, um ins Spiel zu finden. Am Ende wollten wir den Titel etwas mehr als Bayern“, resümierte VfB-Trainer Marc Kienle.

Langer, steiniger Weg

Für die Beckenbauer-Elf, die die Stuttgarter in der abgelaufenen Spielzeit zwei Mal mit 2:1 besiegt hatte, blieb neben der Silbermedaille für eine „super Saison“ (Kapitän Sebastian Dreier) nur der Blick nach vorne. „Die haben noch so viel vor in ihrem Fußballerleben, so dass sie das wegstecken müssen. Jeder, der mal was werden will, muss auch Niederlagen wegstecken können“, sagte Kern.

„Sie dürfen sich da jetzt nicht unterkriegen lassen und weiter an sich arbeiten“, meinte auch Nerlinger und sprach von einem „Riesenpotenzial“ in der Mannschaft. Vor den Jungs liege noch ein „sehr langer und sehr steiniger Weg, wenn sie in den Profibereich wollen, speziell beim FC Bayern“, berichtete der 36-Jährige, der einst selbst den Sprung aus der Jugend in den Profibereich schaffte. „Wir werden ein Auge draufhaben auf die weitere Entwicklung der Spieler und hoffen, dass wir in Zukunft viele Spieler aus den eigenen Reihen im Profibereich integrieren können.“