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Zum 125. Geburtstag

Bayern gedenken Kurt Landauer

Am Dienstag wäre er 125. Jahre alt geworden: Kurt Landauer, langjähriger Präsident des FC Bayern und einer der großen Visionäre des deutschen Fußballs in den Jahren der Weimarer Republik. Zu Ehren Landauers veranstalteten Maccabi München und die Evangelische Versöhnungskirche am Dienstagabend in der KZ-Gedenkstätte Dachau eine Gedenkveranstaltung. Seitens des deutschen Rekordmeisters nahmen die Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner sowie Vize-Präsident Prof. Dr. Fritz Scherer teil.

Landauer, am 28. Juli 1884 in Planegg als Sohn jüdischer Kaufmannsleute geboren, war zwischen 1913 und 1951 vier Mal Präsident des FC Bayern. 1938 wurde er für zwei Monate im Konzentrationslager Dachau interniert, ein Jahr später emigrierte er in die Schweiz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er 1947 ein weiteres Mal Vereinspräsident. Unter Landauer wurde der FCB 1932 zum ersten Mal Deutscher Meister. „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Kurt Landauer gedenken in allen Ehren, die er verdient hat“, sagte Rummenigge.

Föderer der Jugend

Schon als Jugendlicher fand Landauer seinen Weg zum FC Bayern. Im Jahre 1901 trat er als aktiver Fußballer dem Verein bei. Allerdings musste er schon bald nach seinem Beitritt München verlassen, um in Lausanne eine Banklehre anzutreten. Seine Lehrzeit beendete Landauer in Florenz, von wo er 1905 nach München zurückkehrte. 1913 wurde Landauer erstmals zum Präsidenten des FC Bayern gewählt, doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete seiner ersten Amtszeit ein frühes Ende.

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg übernahm Landauer ein weiteres Mal die Vereinsführung. Seine zweite Amtszeit währte vom Frühjahr 1919 bis März 1933 - mit einer einjährigen Unterbrechung 1922. Unter dem ideenreichen und energischen Landauer erwarb der FC Bayern nun im In- und Ausland hohes Ansehen. Der Präsident gab Investitionen in die Mannschaft den Vorzug gegenüber dem von Teilen der Mitgliedschaft und Fans geforderten Bau eines eigenen Stadions. Landauer galt als Förderer der Jugendarbeit des FC Bayern, die in diesen Jahren einen exzellenten Ruf erwarb.

FCB litt unter Reamateurisierung

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten litt der FC Bayern unter der von den Nazis betriebenen Reamateurisierung des deutschen Fußballs, der sich vor der Machtergreifung auf dem Sprung zum Professionalismus befunden hatte. Der FC Bayern hatte hier zu den treibenden Kräften gehört. Doch für die Nationalsozialisten war der Profifußball eine „jüdische Angelegenheit“.

„Dieses Gift ist jahrelang mit echt jüdischer Geschicklichkeit ins Volk gespritzt worden“, schrieb Guido von Mengden im „NS-Sport“. Die neuen Machthaber mochten den FC Bayern nicht, der aus ihrer Sicht ein „Juden-Club“ war, wenngleich nur eine kleine Minderheit des Klubs einen jüdischen Hintergrund besaß.

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