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Van Gaal 'nicht unzufrieden'

Die Bayern lassen erste Ansätze erkennen

Es war sein erstes Spiel als Trainer des FC Bayern, doch Louis van Gaal war die Ruhe selbst. Abgeklärt ließ er das Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen, seelenruhig saß er danach auf der Trainerbank der Red Bull Arena. Schnell skizzierte er die taktische Formation des Gegners auf seinem Notizblock, ab und an besprach er sich mit seinen Assistenten Andries Jonker und Hermann Gerland. Nur einmal, Mitte der zweiten Halbzeit, rief Van Gaal eine kurze taktische Anweisung aufs Spielfeld. Ohne von seinem Platz aufzuspringen. Den verließ er in 90 Minuten nur zweimal: Um zu applaudieren, als Niko Kovac nach 15 Minuten seine Ehrenrunde drehte, und um sich ins Trockene zu bringen, als nach einer halben Stunde der große Regen kam. Den Rest des Spiels verfolgte der neue FCB-Chefcoach ohne große Regung.

Warum auch? Van Gaal war „nicht unzufrieden“ mit dem 0:0 seiner Mannschaft auf ungewohntem Kunstrasen gegen Österreichs Meister Red Bull Salzburg. Es war das erste Testspiel nach nur neun Tagen Training, der Gegner war in der Vorbereitung viel weiter und startet schon kommenden Mittwoch in die neue Saison. „Für eine Woche Training waren die Ansätze bereits erkennbar. Wir haben ohne Ball sehr diszipliniert Fußball gespielt“, meinte der Holländer.

Dabei ließ seine Mannschaft vor 32.000 Zuschauern in Salzburg auch erahnen, wie sich der neue Chefcoach den Fußball vorstellt: mit viel Ballbesitz, schnellen Ballstafetten, Pressing und einer Raute im Mittelfeld. Festlegen wollte sich Van Gaal aber noch nicht auf das 4-4-2-System mit Raute. „Sie müssen noch warten“, sagte er den fragenden Journalisten.

'Müssen noch alles verbessern'

Es folgte eine kleine Fußballkunde durch den Holländer. „Mein Lieblingssystem ist 4-3-3“, erzählte Van Gaal. Doch so könne er im Moment nicht spielen lassen. „Ich habe nicht die Spieler dafür.“ Deswegen stellt er die Mannschaft derzeit im 4-4-2 mit Raute auf. „Auch in diesem System gibt es viele Dreiecke, viele Passlinien. Das ist wichtig“, erklärte Van Gaal, „beim 4-3-3 ist aber die Platzaufteilung besser. Da kann man besser Pressing spielen.“

In den verbleibenden drei Wochen bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen die SpVgg Neckarelz wird den Bayern-Chefcoach aber nicht nur die Systemfrage weiter beschäftigen. Auch an Dingen wie Ballsicherheit, Spritzigkeit, Abwehrverhalten und dem Offensivspiel gilt es noch zu arbeiten. „Wir müssen noch alles verbessern“, meinte Van Gaal.

'Der erste Schritt'

Insbesondere „die Kreativität bei Ballbesitz“, bemängelte der Bayern-Trainer in Salzburg. „Wir haben nicht viele Chancen kreiert.“ Mario Gomez (33., 40. Minute) hatte die beiden besten FCB-Möglichkeiten, blieb an seinem 24. Geburtstag aber ohne Tor. Auf der Gegenseite hätten Sasa Ilic (30.), der am Pfosten scheiterte, und Marc Janko (61.) für Salzburg treffen können.

Van Gaal hat dies alles registriert. Nach 90 Minuten war sein Notizblock voller Einträge. „Dieses Spiel war der erste Schritt“, meinte er, „ich hoffe, dass wir nächste Woche kreativer sind und nicht so viele Ballverluste haben.“ Mark van Bommel meinte: „Es war nicht alles super, aber wir müssen irgendwo anfangen. Es braucht Zeit.“ Am kommenden Wochenende steht beim T-Home Cup in Gelsenkirchen die nächste Standortbestimmung auf dem Programm.

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