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Baumjohann zuversichtlich

'Ich werde meine Chance bekommen'

Stellen Sie sich mal vor, Sie sind ein Fußballprofi. Schöner Gedanke, oder? Und stellen Sie sich jetzt dazu noch vor, Sie sitzen nach dem Training zuhause auf dem Sofa und bekommen einen Anruf von Ihrem Berater. Der erzählt Ihnen dann, er hätte einen neuen Klub für Sie - um dann nach einer kurzen Pause zu sagen: „Uli Hoeneß wird gleich bei Dir anrufen.“

So in etwa ist es Alexander Baumjohann Ende November ergangen. Knapp eine Woche zuvor hatte er mit Borussia Mönchengladbach dem FC Bayern beim 2:2 einen Punkt abgetrotzt. Tags zuvor hatte er unter den Augen von Vorstandsberater Paul Breitner mit der Borussia 1:3 beim FC Schalke 04 verloren. Bei beiden Spielen gab Baumjohann eine Torvorlage.

Auf eine Antwort des gebürtigen Waltropers musste Hoeneß dann nicht lange warten. „Da musste ich nicht groß überlegen und habe mich schnell zu diesem Schritt entschlossen“, sagte Baumjohann und wechselte in diesem Sommer ablösefrei vom niederrheinischen Mönchengladbach an die Isar. „Ich bin sehr stolz, jetzt das Bayern-Trikot tragen zu dürfen.“

Es spricht für das Selbstvertrauen des 22-Jährigen, dass er diesen Schritt gewagt hat und sich nicht von anderen Beispielen in der Vergangenheit hat abschrecken lassen. „Es gibt viele Spieler, die es hier nicht gepackt haben“, weiß Baumjohann, „aber viele Spieler haben es gepackt. Ich schau nur auf mich. Ich weiß, was ich kann und bin fest davon überzeugt, mich hier durchzusetzen, sonst hätte ich den Schritt auch nicht gewagt.“

Die '10' als Liebingsposition

Baumjohann weiß, dass er auf dem Weg in die Bayern-Elf geduldig sein muss, „dass es vielleicht etwas langer dauern kann. Aber ich werde irgendwann meine Chance bekomme und bin überzeugt, dass ich sie dann auch nutzen werden.“ Am besten auf seiner Lieblingsposition als „Zehner“ hinter den Spitzen, „aber ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt. In Gladbach habe ich auch schon auf den Außenbahnen im Mittelfeld gespielt.“

Insgesamt 28 Spiele hat er letzte Saison für die Borussia gemacht und dabei drei Tore erzielt und acht vorbereitet. Es war für ihn das erste Jahr als Stammspieler, seitdem er mit 16 Jahren zu den Profis beim FC Schalke 04 stieß. Gespielt hat er bis zur letzten Saison kaum, weder bei den „Königsblauen“ noch in Gladbach, wo er im Sommer 2006 hinwechselte. Dabei galt er lange als eines der größten Mittelfeldtalente im deutschen Fußball.

Langer Anlauf für Profikarriere

Warum er sich erst so spät durchsetzten konnte, wurde er bei seiner Vorstellungspressrunde in München gefragt. „Es würde zu lange dauern, dass jetzt alles zu erklären. Es lag wohl an beiden Seiten“, gestand er eine Teilschuld für seine lange Anlaufphase.

Jetzt ist er aber bereit, seine Chance beim FCB zu nutzen. „Bayern steht schon ein, zwei Kategorien über allen anderen Mannschaften in der Bundesliga“, sagte er, „aber seitdem ich mit 16 im Profikader auf Schalke mittrainiert habe, war es schon immer mein Anspruch, auf die große europäische Fußballbühne zu kommen. Und ich denke, dass es über den FC Bayern der schnellst Weg ist.“ Baumjohann glaubt: „Vielleicht ist es gerade meine Chance, dass niemand mit mir rechnet.“

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