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'Holländische Schule'

Im Bayern-Training rollt der Ball

Zweiter Trainingstag, erste Doppelschicht, erste Wehwehchen. Am Donnerstag ließ Louis van Gaal seine Spieler sowohl um 10.30 Uhr als auch um 16.30 Uhr schwitzen (wobei den Bayern am Nachmittag ein Gewitter in die Quere kam). Der neue Trainer des FC Bayern hatte aber auch zwei Angeschlagene zu beklagen. Franck Ribéry brach das Vormittagstraining wegen einer schmerzhaften Blase an der Ferse ab und auch Christian Lell ging nach einem Schlag auf den Vorderfuß vorzeitig in die Kabine. Das waren aber auch die einzigen kleinen Negativmeldungen aus dem Bayern-Training. Van Gaal kommt bislang gut an bei der Mannschaft.

„Der Trainer ist sehr direkt, sehr offen, spricht alles klar an. Er geht einen klaren Weg und wir Spieler gehen mit“, schilderte Mario Gomez seine ersten Eindrücke vom Chefcoach. Ivica Olic erzählte: „Louis van Gaal arbeitet viel mit dem Ball, wir machen viel Techniktraining. Das macht Spaß. Andere Trainer lassen am Anfang viel ohne Ball laufen.“

Dabei sind Van Gaals Trainingsinhalte für Olic wenig überraschend. Der Kroate hat beim Hamburger SV zuletzt zwei holländische Trainer (Martin Jol, Huub Stevens) erlebt. Auch Anatoliy Tymoshchuk (Dick Advocaat bei Zenit St. Petersburg) und Danijel Pranjic haben „Oranje“-Erfahrung. Letzterer spielte zuletzt vier Jahre beim SC Heerenveen. „Dort hatte ich diese Art von Training mit viel Passspielübungen bereits“, berichtete er, „das ist die holländische Schule.“

Mehr Technik und Taktik

Pranjic ist überzeugt, dass es beim deutschen Rekordmeister künftig nicht nur im Training holländisch zugehen wird. „Ich glaube, Bayern wird diese Saison einen etwas anderen Fußball spielen“, sagte er. Mehr von Technik und Taktik werde das Bayern-Spiel unter Van Gaal geprägt sein.

Und natürlich auch vom Konkurrenzkampf. „Hier sind alles Superstürmer“, meinte Olic, der mit Miroslav Klose, Luca Toni, Mario Gomez und Talent Thomas Müller um einen Stammplatz im Angriff kämpft. „Ich weiß, dass die Konkurrenz groß ist. Ich muss alles geben und meine Chance nutzen, wenn ich sie bekomme.“

'Das Beste geben'

Das gilt für alle Profis des FC Bayern. „25 Spieler wollen spielen“, meinte Tymoshchuk, der die beiden Noch-Urlauber Luca Toni und Lucio noch nicht mit einrechnete. Den Kopf zerbricht sich der Ukrainer über die Konkurrenzsituation aber nicht. „Die Schwierigkeit liegt beim Trainer“, meinte er, „er muss entscheiden, wer auf dem Platz steht. Ich werde mein Bestes geben.“

Schon am Freitag steht für die Bayern das nächste Training auf dem Programm, viele weitere Einheiten werden in den kommenden Wochen folgen, um bestmöglich für die Titeljagd gerüstet zu sein. „Ich bin sicher, dass wir hier die Resultate bringen, die man erwartet“, sagte Tymoshchuk, der schon an seinem zweiten Arbeitstag an der Säbener Straße berichten konnte: „Vom ersten Tag an habe ich gemerkt: Man trifft sich hier, um etwas zu erreichen.“

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