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Kampf um Stammplätze

Van Gaal noch in 'Beobachtungsphase'

Es war kurz nach 20 Uhr, als sich auf dem Rasen der Gelsenkirchener Veltins-Arena die Mannschaft des Hamburger SV zum Siegerfoto positionierte. Durch einen klaren 3:0 (2:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart hatten die Hanseaten den T-Home Cup 2009 gewonnnen und ihrem neuen Coach Bruno Labbadia den ersten „Titel“ in seiner noch jungen Trainer-Karriere beschert.

Fast zur gleichen Zeit war der FC Bayern wieder ins Trainingslager nach Donaueschingen zurückgekehrt. Unmittelbar nach dem 2:1-(2:0)-Sieg im kleinen Finale gegen den FC Schalke 04 hatten sich Louis van Gaal und seine Mannschaft auf die Rückreise begeben. Über den Flughafen Essen-Mühlheim ging es zurück auf die Baar, wo die Bayern noch bis Donnerstag im Öschberghof bleiben werden, um dann für zwei weitere Testspiele gegen Köln (24.7.) und eine McFit-Auswahl (25.7.) erneut gen Nordwesten aufzubrechen.

Auch wenn es zum Sieg beim T-Home Cup, der ersten echten Standortbestimmung in der Vorbereitung auf die neue Saison, nicht gereicht hat, so dürfte Van Gaal sowohl aus dem 0:1 im Halbfinale gegen den späteren Sieger HSV als auch beim Erfolg gegen Schalke einige wichtige „Erkenntnisse für seine weitere Arbeit gewinnen können“, wie Manager Uli Hoeneß vermutete.

So ließ der neue Bayern-Coach an beiden Turniertagen zwei unterschiedliche Mannschaften auflaufen, die in fast gleicher Konstellation auch schon bei den Testpartien in Salzburg und in Waging jeweils eine Halbzeit zum Einsatz gekommen waren und auch in den Trainingsspielen fast immer so gegeneinander gespielt hatten.

Kampf um die Plätze

Während Team „A“ am Samstag kaum umsetzen konnte, was sich Van Gaal vorgestellt hatte, war der 57-Jährige mit Team „B“ zumindest teilweise zufrieden. „Ich denke, wir haben uns heute verbessert. Die erste Halbzeit war sehr gut, in der zweiten Hälfte war die Mannschaft nicht mehr so konzentriert und hatte viele Ballverluste“, lautete Van Gaals Analyse nach dem knappen Erfolg gegen Schalke.

Viele Spieler aus der Sonntags-Elf hatten gezeigt, dass sie es bei der momentanen Aufteilung nicht beruhen lassen wollen. „Es ist ja immer so, dass Spieler, die nach oben wollen, sich besonders reinhängen. Das war auch heute so“, sagte Hoeneß. Der Manager gab aber auch zu bedenken, „dass diese Spieler keine Reisestrapazen zu verdauen hatten.“ Die Samstags-Mannschaft hingegen musste am selben Tag der Anreise in den Ruhrpott antreten.

Geduld gefragt

„Ich bin noch in der Beobachtungsphase“, sagte Van Gaal auf die Frage, ob der Konkurrenzkampf im Kader durch diese beiden Spiele beim T-Home Cup noch spannender geworden ist. Schon am Dienstag im Testspiel bei den Stuttgarter Kickers geht der Kampf um die Startplätze beim Bundesliga-Auftakt am 8. August gegen Hoffenheim in die nächste Runde. „Das ist doch der Sinn solcher Spiele, dass man die Spieler unter Wettkampfbedingungen sehen kann“, sagte Hoeneß.

Neuer Trainer mit neuem Stab, neues Spielsystem und dazu sieben Neuzugänge sowie zwei beförderte Talente aus dem eigenen Nachwuchs - Van Gaal weiß aber, dass in den nächsten Wochen vor allem Geduld gefragt ist, bis die Mannschaft seine Fußballphilosophie verinnerlicht hat. Der Niederländer sagte: „Wir sind in einer Phase, die länger dauern wird als unsere Vorbereitung.“

Für fcbayern.de in der Veltins-Arena: Dirk Hauser

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