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Nerlinger im Interview

'Wir sind auf einem guten Weg'

Am Donnerstagvormittag haben die Bayern zum letzten Mal in Donaueschingen trainiert. Acht Tage lang fanden sie im Mannschaftsquartier „Öschberghof“ optimale Bedingungen vor, wie Christian Nerlinger im FCB.tv-Interview erzählte. Der Sportdirektor des Rekordmeisters sprach zum Abschluss des Trainingslagers aber auch über den Stand der Vorbereitung sowie die angeschlagenen Franck Ribéry und Luca Toni, die beide um ihren Einsatz zum Bundesligastart bangen müssen. „Es wird sicherlich eng“, meinte Nerlinger.

Das Interview mit Christian Nerlinger:

Frage: Herr Nerlinger, Sie waren zum ersten Mal als Sportdirektor in einem Trainingslager dabei. Wie haben Sie die Tage in Donaueschingen erlebt?
Nerlinger: „Man nimmt so ein Trainingslager selbstverständlich ganz anders wahr. Für die Spieler bedeutet es hier sehr harte Arbeit. Wir sind sehr froh, dass wir ohne größere Verletzungen durchgekommen sind. Alle Spieler, bis auf Franck Ribéry und Luca Toni, sind gesund und fit. Ich denke, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind.“

Frage: Es gab einige Unterbrechungen durch die Spiele in Gelsenkirchen und Stuttgart. War es trotzdem ein gutes Trainingslager?
Nerlinger: „Natürlich wünscht sich jeder Trainer, dass er in Ruhe mit der Mannschaft trainieren kann. Das war bei uns nicht der Fall. Wir hatten die eine oder andere Unterbrechung durch die Testspiele. Aber ich glaube, wir haben das organisatorisch sehr gut abgewickelt und das, was uns zuerst als Nachteil erschien, zum Vorteil gemacht: Wir sind die Spiele sehr konzentriert angegangen. Ich glaube, wir können insgesamt von einer sehr, sehr guten Vorbereitung sprechen.“

Frage: Auffällig war, dass die klassischen Konditionseinheiten gefehlt haben. Ist das die Van-Gaal-Schule?
Nerlinger: „Das ist seine Einstellung und ich begrüße das auch. Die Trainingsinhalte werden natürlich schon so gesetzt, dass die Spieler auch im Ausdauerbereich gefordert werden. Es wird alles überwacht mit den Pulsgurten, so dass man schon sehr, sehr genau analysieren kann, wann sich ein Spieler im Ausdauerbereich bewegt hat.“

fcbayern.de: Es war das erste Trainingslager mit Louis van Gaal, der genaue Vorstellungen hat und bei der Trainingsarbeit auf dem Platz klare, für jeden hörbare Ansagen macht. Wie lief die Zusammenarbeit?
Nerlinger: „Natürlich ist es für die Spieler eine Veränderung, ganz klar. Es ist richtig harte Arbeit und man muss sich auch etwas Zeit geben. Wir haben immer wieder betont, dass die Umsetzung nicht von heute auf morgen funktionieren wird. Aber ich denke, dass wir mittelfristig sehr erfolgreich spielen werden. Das wissen die Spieler auch und sie gehen sehr positiv damit um. Sie sind sehr froh, dass wir einen Trainer haben, der eine Idee, ein Konzept hat, dass er vermittelt und einfordert.“

Frage: Tim Borowski hat sich am Mittwoch Richtung Werder Bremen verabschiedet. War das die beste Lösung für beide Seiten?
Nerlinger: „Ich denke schon, Tim war natürlich ein bisschen enttäuscht, dass er seine Chance hier bei Bayern nicht so nutzen konnte, wie er es sich gewünscht hat. Es war ein sehr schwieriges letztes Jahr mit einigen Unruhen im Verein. Jetzt ist der Kader so groß, dass es für ihn schwierig geworden wäre. Er will Fußball spielen, er muss seinen Status wiederherstellen und da ist für ihn Bremen der ideale Verein. Die Bremer haben einen tadellosen Profi mit einer super Einstellung und einem super Charakter zurückgeholt.“

Frage: Luca Toni und Franck Ribéry konnten in Donaueschingen nicht mit der Mannschaft trainieren. Heißt das, dass der Bundesligastart am 8. August für beide zu früh kommt?
Nerlinger: „Der Saisonbeginn ist ja schon in gut zwei Wochen - es wird sicherlich eng, das muss man ganz klar sagen. Franck hat wieder mit dem Lauftraining begonnen, da werden wir noch sehen. Luca ist noch ein bisschen weiter entfernt.“

Frage: Mit Thomas Müller, Holger Badstuber und Diego Contento haben sich einige junge Spieler im Trainingslager sehr gut präsentiert.
Nerlinger: „Sie haben hier einen erstklassigen Eindruck hinterlassen. Wir sind sehr froh, wenn sich junge Spieler auf der einen Seite aufdrängen und auf der anderen Seite ihre Chance kriegen, wenn sie es verdient haben. Das unterstütze ich natürlich. Aber es ist noch ein langer Weg.“

Frage: Abschließend noch ein Satz zum Mannschaftsquartier. Wie hat es Ihnen im „Öschberghof“ gefallen?
Nerlinger: „Die Möglichkeiten, die uns hier geboten wurden, waren für ein Trainingslager perfekt: hervorragende Platzbedingungen und ein Hotelpersonal, das uns jeden Wunsch erfüllt hat. Wenn man ein Trainingslager für eine Fußballmannschaft ausrichtet, muss man recht flexibel sein und auch mal improvisieren können. Das haben sie hervorragend gemacht. Wir haben beste Bedingungen vorgefunden.“

Für fcbayern.de in Donaueschingen: Carsten Zimmermann

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