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Michael Tarnat

'Ein neuer Lebensabschnitt beginnt'

Michael Tarnat kehrt zum FC Bayern zurück. Der 39-Jährige, der von 1997 bis 2003 das Trikot des deutschen Rekordmeisters trug und der auch zur Mannschaft gehörte, die 2001 die Champions League gewann, arbeitet ab sofort für die Scouting-Abteilung der Roten. 122 Bundesliga-Spiele bestritt der sympathische „Tanne“ für den FCB und erzielte acht Tore. Zusammen mit Bixente Lizarazu teilte er sich die Position des Linksverteidigers unter den Trainern Giovanni Trapattoni und vor allem unter Ottmar Hitzfeld.

Über die Stationen MSV Duisburg und Karlsruher SC kam Tarnat zum FC Bayern. 2003 verließ er im Alter von 32 Jahren den Klub. Sagenhafte sechs Jahre Profifußball hängte er noch dran. Vom FC Bayern ging es für ein Jahr zu Manchester City in die Premier League, bevor er noch fünf Jahre für Hannover 96 in der Bundesliga die Schuhe schnürte. Vor allem zu Uli Hoeneß riss der Kontakt nie ab. Und so kam es, dass der Bayern-Manger ein altes Versprechen einlöste und Tarnat zurück zum FC Bayern holte. Im Interview mit fcbayern.de spricht der neue alte Bayern-Mitarbeiter über seine Aufgabe als Jugendscout und alte Zeiten.

Das Interview mit Michael Tarnat

fcbayern.de: Schön, dass du in Zukunft wieder häufiger an der Säbener Straße bist, Michael. Wie geht es dir?
Tarnat: „Für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt und ich freue mich total. Aber meine Aufgabe als Jugendscout ist auch eine neue Herausforderung für mich. Ich möchte ein gutes Auge für Talente entwickeln, um möglichst viele Talente zu entdecken und sie zum FC Bayern München zu holen.“

fcbayern.de: Wie ist es dazu gekommen, dass du nach deiner Profikarriere zum FC Bayern zurückgekehrt bist?
Tarnat: „Als ich 2003 den Klub verlassen musste, war ich ziemlich traurig. Ich wollte eigentlich bis zum Karriereende beim FC Bayern spielen. Uli Hoeneß hat gemerkt, dass ich mit viel Herzblut am FC Bayern hing. Da hat er mich gefragt, was ich nach meiner Profi-Karriere machen möchte. Ich habe ihm damals schon gesagt, dass ich mir etwas in die Richtung Talentscout vorstellen könnte. Da hat er zu mir gesagt: ‚Pass auf, spiele solange Fußball, wie es geht. Wenn du dann zurückkommst, reden wir nochmal darüber‘. Im vergangenen Mai haben wir darüber nochmal gesprochen. Jetzt probieren wir das und ich bin sehr glücklich darüber.“

fcbayern.de: Wie sieht deine neue Aufgabe genau aus?
Tarnat: „Das Scouting ist beim FC Bayern gesplittet in die Profiabteilung und den Nachwuchsbereich. Ich arbeite für den Nachwuchsbereich. Zusammen mit Werner Kern, dem Abteilungsleiter des junior teams, Hermann Hummels und Hermann Gerland bin ich für das Scouting von Jugendspielern verantwortlich. Das geht hoch bis zur U17. Meine Aufgabe ist es, die besten Spieler aus Deutschland und Europa zum FC Bayern zu holen.“

fcbayern.de: Wie sieht das konkret im Alltag aus?
Tarnat: „Hermann Hummels ist sozusagen mein Chef. Mit ihm spreche ich ab, wohin für mich die Reise geht. Jetzt am Freitag fahre ich nach Lichtenstein. Wir teilen uns die Reisen auf. So werde ich auch zu EM-Turnieren oder Nachwuchs-Lehrgängen fahren.“

fcbayern.de: Möchtest du explizit als Scout arbeiten oder kannst du dir auch eine andere Karriere im Fußball vorstellen?
Tarnat: „Dadurch, dass mein Sohn auch Fußball spielt, habe ich gemerkt, dass ich Spaß daran habe, junge Talente ein Stück weit zu begleiten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich habe nicht unbedingt den Drang dazu, Funktionär oder Trainer zu werden. Ich möchte nach meiner Profikarriere zunächst einmal Abstand gewinnen und nicht gleich wieder in den gleichen Rhythmus reinkommen. Außerdem macht es mir sehr viel Spaß, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten.“

fcbayern.de: Traust du dir die Aufgabe als Talentscout zu?
Tarnat: „Für mich wird es am Anfang sicher nicht leicht, weil ich immer noch den Blick für einen fertigen Profifußballer habe. Daher schaue ich mir jetzt sehr viele Jugendfußballspiele an. Für mich ist es momentan noch schwierig zu sagen, welche Fähigkeiten ein Jugendlicher haben muss, um es später bei Bayern München schaffen zu können. Aber natürlich kann man gewisse Dinge wie Technik Übersicht, Motorik oder Spielwitz schnell erkennen.“

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