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Saisonstart in Hoffenheim

Erst 'enttäuschend', dann 'hervorragend'

Hinterher wusste keiner so recht beim FC Bayern, ob er sich ärgern oder freuen sollte. Mit einem 1:1 (1:1) kehrte der deutsche Rekordmeister vom Bundesliga-Auftakt bei der TSG 1899 Hoffenheim an die Säbener Straße nach München zurück. Es war wieder einmal das gewohnt rassige Duell, das schon in der Vorsaison das Publikum in ihren Bann gezogen hat. „Aufgrund der Chancen hätten wir gewinnen müssen“, sagte Louis van Gaal, der sich an seinem 58. Geburtstag einen Dreier zum Auftakt gewünscht hätte. Doch den ersten Durchgang kam der FC Bayern nicht richtig in Fahrt und hatte in einigen Situationen auch das Glück des Tüchtigen.

„Meine Mannschaft hat in der ersten Halbzeit vergessen Fußball zu spielen. Das war für mich enttäuschend“, sagte Van Gaal nach der Partie. Etwas überraschend ging der FC Bayern durch Ivica Olic sogar in Führung. Den ersten gefährlichen Angriff über Hamit Altintop und Danijel Pranjic schloss der Kroate eiskalt ab. Mit seinem Treffer in der 25. Minute erzielte er die bis dato etwas glückliche Führung. „Erstes Spiel, erstes Tor - das ist sehr schön“, freute sich Olic, der letztlich aber auch ein wenig traurig war, dass der FCB nicht gewinnen konnte. Aber „ein Punkt ist auch gut“, so Olic.

Denn zuvor spielte Hoffenheim in der mit 30.150 Zuschauern restlos ausverkauften Rhein-Neckar-Arena wie aufgedreht. Die Gastgeber hatten Pech, dass Schiedsrichter Babak Rafati einen klaren Treffer nicht anerkannte. Ein Kopfball von Josip Simunic landete erst am Innenpfosten und überquerte in der Luft die Linie. „Ich habe den Arm hochgerissen und gleich zum Schiedsrichter geschaut“, beschrieb Michael Rensing die Situation. Chinedu Obasi traf kurz vor der Pause mit seinem Flachschuss doch noch zum 1:1 für die Gastgeber (41.).

Wie verwandelt aus der Kabine

„In der ersten Halbzeit haben wir alle nicht gut gespielt. Viel zu umständlich, viel zu viel lange Bälle. Wir hätten den Ball mehr laufen lassen müssen“, wollte Mario Gomez die ersten 45 Minuten nicht schönreden. Doch im zweiten Durchgang zeigte der FC Bayern sein neues Gesicht. Das Team von Ralf Rangnick hatte nicht eine nennenswerte Torchance mehr. „In der zweiten Halbzeit hat mir die Mannschaft hervorragend gefallen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir ein Auswärtsspiel hatten. Wir haben das Spiel total beherrscht, Hoffenheim ist von einer Verlegenheit in die andere gerauscht.“, sagte Manager Uli Hoeneß.

Alexander Baumjohann (52.), der in der angedachten Rolle für den noch nicht einsatzbereiten Franck Ribéry hinter den Spitzen auf der „Zehn“ agierte, Bastian Schweinsteiger (61.) und Gomez (64.) hatten beste Einschussmöglichkeiten. Doch entweder stand Keeper Tino Hildebrand oder der Außenpfosten im Weg. „Mit der zweiten Halbzeit bin ich zufrieden“, analysierte Van Gaal.

Van Bommel verletzt ausgescheiden

Wehrmutstropfen am Rande: Kapitän Mark van Bommel verletzte sich am Fuß und musste in der 80. Minute ausgewechselt werden. Für ihn kam Anatoliy Tymoshchuk zu seinem ersten Bundesligaeinsatz. Ebenso wie auch Holger Badstuber. Der Youngster rutsche aufgrund der Verletzung von Martin Demichelis in die erste Elf und zeigte bei seinem Debüt neben Daniel van Buyten eine tadellose Leistung in der Innenverteidigung.

Aufgrund der enormen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte blickt Hoeneß optimistisch in die Zukunft. „Wir haben ganz klar gesehen, was der Trainer will. Das wurde speziell in der zweiten Halbzeit sehr gut umgesetzt: beim Pressing, beim Spiel mit dem Ball, beim Spiel ohne Ball. Da hat man viele Dinge gesehen, die wir zuletzt teilweise nicht gesehen haben.“ Zwar war der Manager mit dem Remis nicht ganz zufrieden, dafür aber mit dem Gesamtauftreten der Mannschaft. Hoeneß: „Für fünf Wochen (unter Van Gaal) ist das schon ganz schön“.

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