präsentiert von
Menü
Neues Spielsystem

'Sind bereits auf einem hohen Niveau'

Neuer Trainer, neue Spieler, neue Philosophie: Beim FC Bayern hat sich in der Sommerpause einiges getan. Am Samstag geht es endlich richtig los. Dann muss der deutsche Rekordmeister zum Bundesliga-Auftakt bei der TSG Hoffenheim antreten. Voller Spannung und Vorfreude blicken Trainer Louis Van Gaal und seine Mannschaft dem Spiel entgegen. Der Coach sieht sein Team gerüstet, weiß aber auch, dass noch viel Luft nach oben da ist. Das Kaffeesatzlesen ist aber am Wochenende endgültig vorbei. „Wir wissen, dass es ein sehr schweres Auswärtsspiel wird, aber wir wissen dann auch, wo wir stehen“, sagte Van Gaal gegenüber FCB.tv.

Fünf Wochen hatte er Zeit, um der Mannschaft ein neues Spielsystem einzuimpfen. Der FC Bayern wird zwar wie meistens in der letzten Saison im 4-4-2-System auflaufen, aber nun mit einer Raute im Mittelfeld. Es wird wieder einen klassischen Zehner beim FCB geben. „Das ist von Vorteil für uns Stürmer, aber es ist auch anders. Wir müssen uns darauf einstellen.“, erklärt Miroslav Klose den Unterschied zu früher. „Der Trainer will, dass wir die Außen besetzen und dass der Zehner anschließend nachrückt.“

Doch das ist noch längst nicht alles. Van Gaal bevorzugt das direkte, harte Flachpassspiel über mehrere Stationen und ließ dies auch in der Vorbereitung immer wieder stundenlang einstudieren. „Wir müssen es hinbekommen, dass wir in Ballbesitz das Tempo hochhalten. Außerdem muss die Ordnung bei Ballbesitz des Gegners verbessert werden“, weiß der Coach allerdings auch, dass in den nächsten Wochen noch viel Arbeit auf die Mannschaft zukommt. Auch wenn ihm die Ausführung des Systems am wichtigsten ist („Dann kommt alles andere von selbst“), zählt am Anfang der Saison zunächst vor allem das nackte Ergebnis. „Jetzt ist nur der Sieg wichtig.“

Zwar muss an den Feinheiten der neuen Spiel-Philosophie noch fleißig gefeilt werden, dennoch sieht Van Gaal sein Team auf einem sehr guten Weg. „Wir spielen unser System bereits auf einem hohen Niveau. Ich hatte fünf Wochen Zeit, um die Spieler davon zu überzeugen. Und ich habe gesehen, dass sie einen großen Willen haben, die Philosophie umzusetzen.“ Van Gaal, der am Samstag seinen 58. Geburtstag feiert, weiß genau, dass das beste Spiel-System nichts taugt, wenn die Spieler nicht daran glauben. „Das ist das Wichtigste".

Selbstvertrauen aufgebaut

Daniel van Buyten zerstreut jeglichen Zweifel: „Es funktioniert", sagt der belgische Abwehrhüne. Auch Philipp Lahm ist von der neuen Ausrichtung des FCB überzeugt : „Der Trainer hat taktische Erfahrung. Er erklärt uns, wie wir uns verhalten müssen. Wir haben mehr Ordnung im Spiel und es ist wichtig, dass Struktur drin ist. Das sieht man täglich im Training."

Bei den Vorbereitungsspielen sah es schon recht ansprechend aus. In neun Partien gab es lediglich eine einzige Niederlage. „Wir haben Selbstvertrauen aufgebaut, das ist sehr wichtig“, betont Van Gaal. Auch wenn noch nicht alles Gold war, was glänzte. „Ich habe gute Spiele gesehen, aber auch schlechte. Gegen Neckarelz war es nicht so gut, aber gegen Machester United und den AC Mailand war es sehr gut.“

Diese Leistungsschwankungen könnten im ersten Drittel der Saison wohl noch häufiger auftreten. „Wir müssen das System noch besser ausführen, aber dafür braucht man Zeit“, weiß Van Gaal. Der Trainer, der mit Ajax Amsterdam bereits die Champions League gewinnen konnte, hat aber nicht nur die neue Spielweise des FC Bayern geprägt, sondern ergreift auch im Umfeld strategische Maßnahmen.

Behutsam baut er eine Hierarchie auf. Mit Mark van Bommel als Kapitän hat er einen großen Kommunikator zum Chef auf dem Platz gemacht und mit Philipp Lahm als Stellvertreter Van Bommels einen weiteren Leistungsträger in die Verantwortung genommen. Mit dem dritten Kapitän will sich der Trainer noch Zeit lassen.

Absprachen bleiben intern

Über Absprachen mit den Spielern lässt er nichts nach Außen dringen. So gab er zwar die Entscheidung bekannt, dass Michael Rensing im Tor die Nummer eins ist, aber er lieferte der Öffentlichkeit keine ausführliche Begründung dafür. Van Gaal möchte unnötige Diskussionen in den Medien vermeiden. Der Coach gibt jedem Spieler die gleiche Chance - ganz gleich, ob er einen Namen hat oder noch nicht. Seine Führungsspieler hingegen nimmt er besonders in die Pflicht.

Dazu gehört auch jede Menge Disziplin. So versammelt sich die Mannschaft immer gemeinsam zum Mittagessen. Erst wenn auch der letzte fertig ist, darf man den Tisch wieder verlassen, berichtete Klose: „Wenn wir uns außerhalb des Platzes benehmen, dann benehmen wir uns auch auf dem Platz.“ Und da liegt bekanntlich die Wahrheit.

Weitere Inhalte