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Bayerns CL-Torjäger

'Dieses Tor werde ich nie vergessen'

Er ist der „Mr. Champions League“ des FC Bayern. Wie schon vor einem Jahr gelang Daniel van Buyten auch diesmal wieder der erste Treffer des deutschen Rekordmeisters in der neuen „Königsklassen“-Saison. Beim 3:0 gegen Maccabi Haifa öffnete der Belgier mit seinem 1:0 die Tür zum Sieg. Mit fcbayern.de sprach Van Buyten am Tag danach über seine Torjägerqualitäten, Louis van Gaal und seinen größten Traum.

Das Interview mit Daniel van Buyten:

fcbayern.de: Vor einem Jahr das 1:0 in Bukarest, jetzt das 1:0 in Haifa - steht in Deinem Vertrag, dass Du immer das erste Bayern-Tor in der Champions League schießen musst?
Van Buyten: „Das wäre nicht schlecht. Gestern haben wir in der ersten Halbzeit gut gespielt, nur das Wichtigste, das Tor, hat gefehlt - das hat uns auch der Trainer gesagt. Es freut mich, dass ich dann das erste Tor für die Mannschaft gemacht habe, genauso wie vor einem Jahr in Bukarest. Das Tor war wichtig für unsere ersten drei Punkte in der Champions League.“

fcbayern.de: Normalerweise sind aber die Stürmer fürs Toreschießen zuständig.
Van Buyten: „Aber warum nicht ab und zu auch die Verteidiger? Ich versuche, bei jeder Standardsituation vorne reinzugehen, weil ich hoffe, der Mannschaft ab und zu mit einem Tor helfen zu können. Gestern hat das geklappt.“

fcbayern.de: Deine vier Champions-League-Tore für den FC Bayern waren immer wichtig: jeweils das 1:0 in Haifa und Bukarest, dazu zwei Tore beim 2:2 in Mailand.
Van Buyten: „Das freut mich natürlich. Diese Tore werde ich nie vergessen. Und auch bei den Fans werden diese Tore im Kopf hängen bleiben.“

fcbayern.de: Was war gestern wichtiger für Dich: Dass Du ein Tor geschossen hast oder dass Ihr zu null gespielt habt?
Van Buyten: „Beides. Als Verteidiger fühlt man sich immer gut, wenn man zu null spielt. Aber Verteidigen ist eine Mannschaftsleistung, genauso wie das Offensivspiel.“

fcbayern.de: Louis van Gaal hat die Leistung der Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit sehr gelobt. Wie weit seid Ihr in der Umsetzung der Philosophie des Trainers?
Van Buyten: „Am Anfang hatten wir ein paar Schwierigkeiten, aber es wird von Spiel zu Spiel besser. In den letzten drei Spielen haben wir elf Tore geschossen und nur eines kassiert. Das zeigt, dass wir dazugelernt haben und die Philosophie des Trainers immer besser verstehen - und das wird sich noch weiter steigern. Wir dürfen jetzt nur nicht denken, dass es schon ganz gut läuft - nicht dass es dann plötzlich wieder bergab geht. Jeder muss sich immer wieder neu konzentrieren.“

fcbayern.de: Was hat sich an der Abwehrarbeit unter Van Gaal geändert?
Van Buyten: „Der Trainer erwartet, dass wir Abwehrspieler mehr am Spiel beteiligt und immer anspielbar sind, damit es nach hinten immer eine Lösung gibt. Wir wollen das Spiel auch mit aufbauen. Ich glaube, ich habe jetzt in jedem Spiel fast doppelt so viele Ballkontakte wie in der letzten Saison.“

fcbayern.de: Auch in Haifa konnte man wieder beobachten, dass Du auf dem Platz viel gestikulierst und sprichst.
Van Buyten: „Ich versuche, die Abwehr so gut wie möglich zu dirigieren. In dieser Rolle fühle ich mich ganz wohl, dafür wurde ich ja auch vom HSV geholt. Wenn es nicht läuft, versuche ich, meine Männer wachzurütteln. Wenn alles passt, versuche ich, sie zu motivieren, damit es so bleibt.“

fcbayern.de: Zurück zur Champions League. Im Bayern-Jahrbuch hast Du auf die Frage nach Deinem größten Traum geantwortet: der Champions-League-Sieg. Was ist in diesem Jahr für den FC Bayern möglich?
Van Buyten: „Träume sind dazu da, irgendwann erfüllt zu werden. Ich weiß, dass gerade dieser Traum sehr schwierig zu realisieren ist, doch ich hoffe, dass mir das irgendwann gelingt. Aber wir haben jetzt gerade mal ein Spiel absolviert und sollten uns einfach auf das nächste Spiel konzentrieren und darauf, die Gruppenphase zu überstehen. Dann schauen wir mal, was noch möglich ist.“

fcbayern.de: Nächster Gegner ist am Samstag Nürnberg. Wie schwer fällt nach dem Champions-League-Start die Umstellung auf die Bundesliga?
Van Buyten: „Champions League ist immer etwas Besonderes. Aber danach muss man sich auch wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Das werden wir auch machen, wir sind Profis. Außerdem sind wir in der Liga nicht Tabellenführer, haben Punkte aufzuholen und wissen, dass am Samstag ein Derby vor der Tür steht. Da müssen und wollen wir unbedingt nachlegen“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl

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