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CL-Premiere

FCB-Frauen mit Rumpfkader nach Ungarn

Königsklassen-Premiere für die Fußball-Frauen des FC Bayern: In der neu geschaffenen Champions League der Frauen betritt der deutsche Vizemeister am Mittwochabend erstmals die große europäische Fußball-Bühne. Mit einem guten Resultat im Erstrunden-Hinspiel beim ungarischen Meister Viktória FC Szombathely will die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Günther Wörle den Grundstein legen, um im Rückspiel am 7. Oktober in Aschheim den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen.

„Szombathely ist technisch versiert, hat allerdings Schwächen in der Athletik. Aber wir sollten in der Lage sein, das Hinspiel zu gewinnen“, zeigte sich Wörle trotz des Ausfalls von zehn Leistungsträgerinnen im Interview mit dfb.de zuversichtlich, mit einem Sieg im Gepäck die Rückreise nach München antreten zu können. Tipps über den Gegner hat sich Wörle beim ungarischen Nationaltrainer Attila Vago, Vater von Wörles ehemaliger Spielerin Fanni beim TSV Crailsheim, eingeholt.

Optimistisch trotz Personalmisere

Aber auch im eigenen Lager konnte sich Wörle den einen oder anderen wertvollen Tipp holen. Denn in Carina Wenninger, Nadine Prohaska und Sarah Puntigam standen gleich drei Akteurinnen des FCB im Kader der österreichischen Nationalmannschaft, die Anfang September mit 5:3 gegen Ungarn gewann. Mit sechs Spielerinnen stellte Szombathely damals das Gerüst des ungarischen Teams.

Nach dem erfolgreichen Saisonstart mit zwei Siegen aus den ersten beiden Bundesligaspielen sind die FCB-Frauen trotz der Personalmisere (Wörle: „Ich habe es in meiner Trainerkarriere noch nie erlebt, dass in einem 23er Kader zehn Spielerinnen längerfristig nicht zur Verfügung stehen“) am Dienstagnachmittag guter Dinge Richtung Ungarn aufgebrochen.

Sieben Stunden Busfahrt

„Die Mannschaft aus Ungarn ist sicherlich eine lösbare Aufgabe und kommt uns natürlich entgegen. Wir freuen uns auf das Erlebnis Champions League und sind alle sehr motiviert“, meinte Bianca Rech. Nach einem gemeinsamen Mittagessen machte sich das Team auf die gut siebenstündige Busfahrt ins rund 550 Kilometer entfernte Szombathely, unweit der österreichischen Grenze.

Anders als die FCB-Frauen verlief der Saisonstart des ungarischen Titelverteidigers eher holprig. Auf eine 2:5-Auftaktniederlage gegen MTK Budapest folgten zwei Siege sowie ein 3:3-Remis am letzten Wochenende, erneut gegen Vizemeister Budapest. „Wir sind optimistisch: Die Chancen stehen 50:50“, verlautete seitens der Ungarinnen auf deren Vereinshomepage, dennoch gehen die Gäste aus München trotz des dezimierten Kaders leicht favorisiert ins Hinspiel.

Ergebnisspiele

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt der Wörle-Elf nach der CL-Premiere nicht. Sechs Spiele in 18 Tagen ohne großartige Rotationsmöglichkeiten verlangen den Bayern-Frauen alles ab. Noch am Mittwochabend werden Rech & Co. die Heimreise nach München antreten, die Ankunft ist für Donnerstagmorgen zwischen 4 und 5 Uhr geplant. Und bereits am Sonntag steht im Sportpark Aschheim das Spitzenspiel gegen den amtierenden Meister Turbine Potsdam auf dem Programm.

„Wir müssen uns durchmogeln, bis sich der Kader qualitativ und quantitativ erholt hat“, sagte Wörle im Gespräch mit fcbayern.de und bezeichnete die ersten Partien in der Saison als „Ergebnisspiele“. Bis die ersten Spielerinnen wieder ins Training einsteigen können, werde es allerdings noch „zwei, drei, vier Wochen dauern“, so Wörle weiter. Im Champions-League-Achtelfinale Anfang November hätte er dann wieder einige Alternativen mehr zur Verfügung.

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