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'Ein guter Start'

FCB macht ersten Schritt zum Achtelfinale

Auf dem „Hügel des Frühlings“, wie die Übersetzung von Tel Aviv lautet, hat das Achtelfinal-Pflänzchen des FC Bayern einen ersten Spross entwickelt. „Wir haben uns gute Voraussetzungen geschaffen, das Achtelfinale zu erreichen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge kurz vor ein Uhr nachts in seiner Bankettrede im Ballsaal des Mannschaftshotels und stieß mit seinen Vorstandskollegen Uli Hoeneß und Karl Hopfner, den Trainern und der Mannschaft auf den 3:0 (0:0)-Erfolg bei Maccabi Haifa an. „Wir haben einen guten Start gehabt.“

Bei Lammschulter, Rinderfilet und Piccata vom Huhn ließen sich die Bayern den siebten Auftaktsieg in der Champions League in Serie und die Tabellenführung in Gruppe A schmecken. „Wir können sehr zufrieden sein. Wir haben ein hervorragendes Ergebnis erzielt und besitzen jetzt eine hervorragende Ausgangsposition“, meinte Hoeneß mit Blick auf das 1:1 im anderen Gruppenspiel zwischen Juventus Turin und Girondins Bordeaux. „Das ist genau das, was wir uns vorgestellt haben“, stellte Rummenigge fest.

In zwei Wochen gastiert Juventus in der Allianz Arena und steht dann schon etwas unter Druck. „Turin darf in München auf keinen Fall verlieren“, sagte Rummenigge, der die Verteidigung der Tabellenführung als Ziel ausgab. „Wir wollen versuchen, den Platz, den wir jetzt haben, auch am Ende der Gruppenphase innezuhaben. Das wird schwer, aber wir werden es versuchen.“

Schwer war auch der Auftakt in Israel. Denn die Kräfteverhältnisse waren lange Zeit nicht so deutlich, wie es das 3:0 am Ende vermuten lässt. „Maccabi hat lange viel besser gespielt, als es das Ergebnis aussagt“, meinte Hoeneß, „alle Leute, die vor der Mannschaft gewarnt haben, haben eine Stunde lang total recht bekommen.“

'Beste erste Halbzeit der Saison'

Also auch Louis van Gaal. „Maccabi ist sehr schwierig zu spielen - das habe ich vorher schon gesagt und das habe ich heute gesehen“, meinte der FCB-Chefcoach nach dem Schlusspfiff. Aber nicht nur den Gegner lobte Van Gaal, sondern vor allem auch seine Mannschaft. „Ich bin sehr zufrieden. Ich denke, dass wir die beste erste Halbzeit dieser Saison gespielt haben.“

Geschickt ließen die Bayern im ersten Durchgang Ball und Gegner laufen und erspielten sich einige Möglichkeiten. „Wir haben es nur versäumt, das Tor zu machen“, bemängelte Philipp Lahm. Erst Mitte der zweiten Halbzeit gelang Daniel van Buyten das 1:0 (64. Minute). „Das erste Tor war das schwerste. Danach war es leichter, nachzulegen“, sagte der Torschütze. Thomas Müller schraubte das Ergebnis in der Schlussphase in eine standesgemäße Höhe (85., 88.). „Es war ein Arbeitssieg, aber wir sind zufrieden“, sagte Van Buyten.

Fitness und Geduld als Schlüssel zum Sieg

Tatsächlich musste für den Auftaktsieg viel Schweiß fließen. Stimmgewaltig angetrieben vom ganzen Stadion bekämpfte Haifa die Münchner lange Zeit leidenschaftlich. Spielentscheidend war am Ende, dass die Bayern anders als Maccabi auch bei fast 30 Grad Celsius ihr hohes Tempo bis zum Schluss durchhielten. „Wir sind im Moment in der Lage, 90 Minuten Vollgas zu spielen und auch klug zu warten, bis der andere müde ist. Das haben wir gegen Wolfsburg und in Dortmund geschafft - und auch heute“, stellte Hoeneß fest.

„Es ist immer schwer für unsere Gegner, das Tempo beizubehalten. Das haben wir schon in der Bundesliga gesehen und das war auch heute für Haifa das Problem“, meinte auch Van Gaal, der den Sieg als „sehr verdient“ bezeichnete. Die Münchner wissen aber auch, dass sie sich in der zweiten Halbzeit bei Jörg Butt bedanken konnten, der mit einigen guten Paraden erst das 0:0 und später das 1:0 festhielt.

'It’s more to come'

„Nach hinten gibt es sicherlich noch das eine oder andere zu verbessern. Aber das wird sich einspielen“, ist Hoeneß überzeugt und sprach der Mannschaft nach drei Siegen in Folge mit 11:1 Toren ein großes Lob aus. „Wir können mit den Leistungen sehr, sehr zufrieden sein. Und: It’s more to come.“ Auf dem „Hügel des Frühlings“ freut sich der FC Bayern bereits auf den Sommer.

Für fcbayern.de in Tel Aviv: Nikolaus Heindl

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