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Chancen nicht genutzt

FCB sauer über 'unnötige Niederlage'

Der Angriff auf die Tabellenspitze ist gescheitert, der Rückstand auf das Führungsduo Hamburger SV und Bayer Leverkusen dagegen auf sechs Punkte angewachsen. Doch beim FC Bayern herrscht nach der unglücklichen 0:1 (0:0)-Niederlage im Nord-Süd-Gipfel beim HSV alles andere als Grund zur Sorge. „Wir müssen aufhören, ein 0:1 in einem Spitzenspiel zu dramatisieren“, meinte Manager Uli Hoeneß, „so wie wir heute verloren haben, so kann man in Hamburg verlieren, das macht uns nicht verrückt.“

In einem „hervorragenden Spiel auf hohem Niveau“ (Hoeneß) hatte der FCB vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften HSH Nordbank Arena zwar die größeren Spielanteile, die größeren Chancen lagen jedoch auf Seiten der Hanseaten. Eine davon nutzte Mladen Petric in der 72. Minute zum Siegtreffer für die Gastgeber, die nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge, darunter das Pokal-Aus beim Drittligisten VfL Osnabrück, ihre Spitzenposition in der Liga verteidigten.

„Hamburg ist eine Spitzenmannschaft“, sagte Trainer Louis van Gaal nach dem Schlusspfiff anerkennend. In einem „Spitzenspiel, das von der Taktik geprägt war“, habe sein Team ein „gutes Spiel gemacht. Wir hatten viele Möglichkeiten, aber kein Tor geschossen. Dann verliert man“, so der Niederländer weiter, der die Gesetzmäßigkeiten dieser engen Spiele genau kennt. „Der Klub, der das erste Tor macht, gewinnt. Alles in Allem eine bittere Niederlage für uns.“

Dabei sah es lange Zeit sehr gut aus für die Gäste aus München, die die Hanseaten mit einer taktischen Finesse überraschten: Van Gaal stellte auf ein 3-3-3-1-System um, in dem Breno neben Daniel van Buyten und Holger Badstuber die Abwehrformation bildete, Philipp Lahm rutschte dafür ins rechte Mittelfeld. Dadurch kontrollierten die Bayern vor allem in der ersten Halbzeit die Partie, Arjen Robben (11.) und der ehemalige Hamburger Ivica Olic (29.) ließen zwei gute Möglichkeiten zur Führung ungenutzt.

„Wir hätten in der ersten Halbzeit ein Tor schießen müssen, dann haben wir das Spiel unter Kontrolle und gewinnen es. Das haben wir leider verpasst“, trauerte ein enttäuschter Badstuber den ausgelassenen Chancen hinterher. Auf der Gegenseite verhinderte Jörg Butt im Bayern-Tor mit zwei glänzenden Paraden gegen Boateng (31.) und Mathijsen (31.) aber auch einen möglichen Treffer der Gastgeber.

In der zweiten Halbzeit bekam der HSV, der beim Pokal-Aus drei Tage zuvor in Osnabrück über 120 Minuten samt Elfmeterschießen gehen musste, die zweite Luft und erhöhte den Druck. „Da haben wir etwas den Faden verloren“, meinte Lahm. Aber auch nach dem Rückstand habe man „noch klare Chancen gehabt, um ein Unentschieden mitzunehmen“, so Lahm, der in der 87. Minute selbst den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Kurz zuvor wurde ein Treffer des eingewechselten Klose (84.) wegen Abseits nicht anerkannt.

So waren hinterher alle Beteiligten des Rekordmeisters „sehr sauer“ (Van Buyten) über eine „völlig unnötige Niederlage“ (Badstuber) in einem gutklassigen und insgesamt ausgeglichenen Spitzenspiel. „Wir wollten heute versuchen, mit wenigstens einem Punkt nach Hause zu fahren. Das ist uns nicht gelungen. Ich denke, 0:0 wäre ein verdientes Ergebnis gewesen“, sagte Van Buyten.

„Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher entsprochen“, teilte auch Hoeneß die Meinung des Abwehrchefs. Dass der FCB auf den siebten Tabellenplatz zurückgefallen ist, wollte der Bayern-Manager nicht überbewerten. „Es ist der siebte Spieltag von 34 - das hat für mich noch keine große Aussagekraft“, so Hoeneß, der seinen Klub „grundsätzlich auf einem guten Weg“, sieht. „Ich glaube, dass wir allen Grund haben, ruhig zu bleiben.“

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