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'Wir verneigen uns'

FCB und 'Club' gedenken S-Bahn-Opfer

Der FC Bayern und der 1. FC Nürnberg haben am Samstag vor dem Anstoß zu ihrem Derby eine Schweigeminute für das Opfer des Münchner S-Bahn-Mordes eingelegt. Bei dem Gedenken allein will es der deutsche Rekordmeister aber nicht belassen. „Wir sind da mit dem Bayerischen Innenministerium und mit der Stadt München im Gespräch, ob wir dazu beitragen können, dieses Thema wach zu halten, dass man das nicht nur aufflammen lässt und in zwei Tagen wieder vergisst, wie so vieles in dieser Welt“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Samstag nach dem Spiel.

Man überlege sich die eine oder andere Maßnahme, wie zum Beispiel das Anmieten von Flächen an S- und U-Bahn, „um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Wenn uns eine gute Idee einfällt, werden wir das umsetzen“, versprach Hoeneß. „Wir alle in der Gesellschaft sind aufgerufen, da nicht still zu sein. Wir müssen uns alle gegen Gewalt wehren und vor allen Dingen gegen das Wegsehen. Wir müssen uns solidarisieren in der Gemeinschaft, dass solche Leute nicht noch ermuntert werden, dass ihnen nichts passieren kann.“

Ergreifende Ansprache von Hoeneß

Beim 2:1-Erfolg der Münchner im bayerisch-fränkischen Duell gegen den 1. FC Nürnberg waren die Fußball-Profis und das Schiedsrichter- Gespann im Gedenken an den am vergangenen Wochenende in München von zwei Jugendlichen getöteten Dominik Brunner mit Trauerflor aufgelaufen. „Wir verneigen uns vor einem Menschen, der sein Leben gegeben hat, um andere, in dem Fall junge Menschen, zu schützen“, hatte Hoeneß in einer ergreifenden Ansprache über das Stadionmikrofon erklärt.

Es sei „schockierend, dass viele Passanten dieses Drama miterlebt und nicht aktiv eingegriffen haben“, befand Hoeneß, während das Foto des getöteten Brunners auf der Anzeigetafel in der Allianz Arena gezeigt wurde. Jeder könne in die Situation kommen, dass er Hilfe benötige, „und dann wären wir froh, wenn jemand wie Dominik Brunner helfen würde. Deshalb ist er für uns ein Vorbild für Zivilcourage und praktizierter Nächstenliebe.“

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