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'Einfach ein Impuls'

Ribéry trifft, fliegt und verzückt

Um Franck Ribérys Leistung beurteilen zu können, muss man die Voraussetzungen kennen: Der Franzose ist mit 1,70 Meter und 72 Kilogramm eine völlig andere Gewichtsklasse als Louis van Gaal (1,87 Meter, 97 Kilogramm). Und dennoch brachte Ribéry seinen Trainer am Samstag zum Wanken. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 in Dortmund (Endstand 5:1) flitzte er schnurstracks an die Seitenlinie, sprang ab, überragte Van Gaal um zwei Kopflängen und landete in dessen Armen. „Ich freue mich immer, wenn ein Spieler sein Tor mit mir feiert“, erzählte Van Gaal später, „aber es war sehr schwierig, stehen zu bleiben.“

Der Holländer wankte, fiel aber nicht. „Er ist fit“, meinte Ribéry mit einem Grinsen und erklärte, warum er sein Tor in den Armen des Trainers feierte. „Das war nicht geplant, das war einfach ein Impuls“, sagte er und berichtete von seinem Frust der letzten Wochen. Verletzungen (Patellasehne, Adduktoren, Wade) hatten ihn lange ausgebremst, dazu hieß es in den Medien, dass sein Verhältnis zu Van Gaal nicht das beste sei.

„Es wurde viel geschrieben, was nicht stimmte“, sagte Ribéry, dessen Jubel-Botschaft auch beim Trainer selbst ankam. „Franck hat gezeigt, dass er diesen Trainer liebt“, stellte Van Gaal augenzwinkernd fest. Ribéry räumte durchaus ein, dass er und die ganze Mannschaft sich erst an den neuen Trainer gewöhnen mussten. „Am Anfang kannte man den Trainer nicht. Er hat einen eigenen Charakter und fordert viel. Aber es gab nie ein Problem zwischen uns.“

Inzwischen sehe man auf dem Platz, wie gut Van Gaal dem FC Bayern tue, betonte der Franzose. „Wir haben so einen Trainer gebraucht. Er ist sehr intelligent, hat sehr viel Erfahrung.“ Und er hat den richtigen Draht zu den Spielern. „Franck ist nicht 100 Prozent fit. Ich weiß das, Franck weiß das - nur die Medien haben eine andere Meinung“, erklärte der Holländer, warum er Ribéry in den letzten Spielen immer nur eingewechselt hat.

Das war in Dortmund mittlerweile zum dritten Mal der Fall. „Es hat mir sehr gut getan, eine Halbzeit zu spielen“, war Ribéry mit seiner Jokerrolle erneut einverstanden. Er weiß: „Ich brauche noch Rhythmus, ich brauche noch Spiele.“ Doch jetzt drängt der Franzose in die Startformation: „Ich weiß nicht, ob ich für 90 Minuten fit bin. Aber ich bin jetzt bereit für die Startelf. Auf der Bank zu sitzen, wird langsam langweilig.“

Über die Spiele will sich Ribéry die noch fehlende Fitness holen. Und über Erfolgserlebnisse. „Es hat gut getan, ein Tor zu schießen“, meinte er zu seinem ersten Saisontreffer in Dortmund. Einen Freistoß zimmerte er aus 20 Metern in den Torwinkel. „Das war genial“, meinte Philipp Lahm. Schon am 2:1 durch Bastian Schweinsteiger war Ribéry beteiligt. „Er hat wie gegen Wolfsburg gezeigt, dass er ein großer Fußballspieler ist“, lobte Van Gaal den Franzosen.

Neuer Vertrag in Müchen?

Und deswegen haben die Veratnwortlichen beim FCB schon mehrfach erklärt, dass sie seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängern möchten - eine Idee, der Ribéry offenbar aufgeschlossen gegenübersteht. „Der Verein wird schon eine Idee haben, ich habe auch schon eine Idee. Im Fußball geht es manchmal schnell. Eine kleine Sitzung, und dann können sich Sachen entscheiden.“

München ist mittlerweile zu einer zweiten Heimat für den 26-Jährigen geworden. „Ich fühle mich hier geliebt. Es tut gut, dass mir vor allem die wichtigen Leute im Verein Vertrauen entgegenbringen. Auch wie die Fans bei meinem Comeback reagiert haben, tat gut. Das gibt einem Spieler sehr viel Kraft.“ Offenbar auch sehr viel Sprungkraft.

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