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Comeback in Liga 3

Toni will wieder Spaß haben

Gemütlich war es nicht gerade. Die Thermometer zeigte um die 12, 13 Grad an, hinzu kam ein unangenehmer Nieselregen. Doch Luca Toni war dies vollkommen wurscht. Der Italiener zeigte sich von Anfang an bestens gelaunt und konnte gar nicht genug bekommen. Entgegen dem Vorschlag von Mehmet Scholl, er solle nach dem ersten Tor zum Duschen gehen, absolvierte Toni das komplette Abschlussspiel, schoss dabei insgesamt drei Tore und ließ auch die anschließende Torschussübung nicht aus. „Luca wollte unbedingt weitermachen. Er hat gesagt, er braucht Spaß - und den hat er auch gehabt“, berichtete Scholl später.

„Es ist super gelaufen mit dem Team, es hat sehr viel Spaß gemacht“, bestätigte Toni nach seiner zweiten Trainingseinheit bei der zweiten Mannschaft. Bereits am Vortag hatte er mit Kapitän Tom Schütz und Co. trainiert. Am Freitagabend wird er gegen Jahn Regensburg im Grünwalder Stadion seinen ersten Einsatz in dieser Saison haben. „Fußball ist Fußball. Es ist momentan nicht so wichtig, ob ich 1., 2. oder 3. Liga spiele, Hauptsache ich spiele Fußball. Ich will wieder Spaß haben“, sagte Toni.

Es spricht für die profihafte Einstellung von Luca Toni, dass er, der gefeierte Bayern-Star und Bundesliga-Torschützenkönig von 2008, sich nicht zu schade ist, über die zweite Mannschaft des Rekordmeisters wieder Anschluss ans Profiteam zu finden. „Ich habe zu meinen Jungs gesagt: Das muss man sich mal vorstellen. Der Luca ist Weltmeister und bleibt 1 Stunde und 45 Minuten beim Training draußen“, zeigte sich Scholl von Toni beeindruckt.

Geradezu ins Schwärmen geriet der ehemalige Weltklasse-Spieler Scholl über den italienischen Torjäger. Zum einen, was das Menschliche angeht („Luca hat eine sehr offene und positive Art. Das kommt natürlich super an“), gerade aber auch was das Fußballerische angeht. „Der Junge versteht das Spiel und weiß, was er tut. Und es ist auch für mich beeindruckend, neben ihm zu stehen. Der ist fast 2 Meter groß, das ist das Doppelte von mir. Wenn man dann sieht, dass er diesen Körper nicht nur hat, sondern auch nutzt und einsetzt, dann ist das für uns alle eine tolle Sache.“

Sikorski und Co. lernen von Toni

Scholl freut sich, dass Toni nach langanhaltenden Achillessehnenproblemen, weshalb er erst vor genau einer Woche wieder ins Mannschaftstraining bei den Profis einsteigen konnte, ausgerechnet bei den Amateuren sein Comeback feiert. Er selbst hat dies vor einigen Jahren selbst einmal so gemacht. Und auch seine Spieler freuen sich über die namhafte Verstärkung. „Das Training mit ihm hat viel Spaß gemacht. Man kann sich sehr viel von ihm abschauen“, sagte Daniel Sikorski. Der Österreicher wird gegen Regensburg wahrscheinlich an der Seite von Toni stürmen.

Toni selbst war es, der vor einigen Tagen die Idee aufbrachte, sich nach der langen Aufbauphase die ersten Spielminuten bei der zweiten Mannschaft zu holen. Wie viele es werden, ist noch offen. Louis van Gaal sprach am Mittwoch von „höchstens" einer Halbzeit. „Wenn ich 50 bis 70 Minute ohne Schmerzen spielen könnte, wäre es super. Und wenn ich dazu noch ein Tor erzielen würde, wäre es perfekt“, sagte Toni.

Als einmalige Aktion ist Tonis Einsatz in der 3. Liga geplant. „Es wäre für mich am allerschönsten, er schießt am Freitag zwei Tore uns ist dann wieder für immer und ewig da drüben gesetzt“, sagte Scholl und deutete dabei Richtung Leistungszentrum. Manager Uli Hoeneß („Ich schätze Luca Toni extrem“) ist davon überzeugt, „dass wir ihn dieses Jahr noch sehr gut gebrauchen können“. Für Scholl steht dies ohnehin außer Frage: „Wir haben bei Bayern viele gute Stürmer in der ersten Mannschaft, aber ich halte ihn mit für den besten, den ich je gesehen habe.“

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