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'Ein Spiel um Platz eins'

Über den Nord-Süd-Gipfel weiter nach oben

Für Jörg Butt ist es „der Bundesliga-Klassiker schlechthin“, für Louis van Gaal „ein sehr wichtiges Spiel“ und für Daniel van Buyten sogar „ein Champions-League-Spiel“ - sicher ist: Es ist kein gewöhnlicher Nord-Süd-Gipfel in Hamburg am Samstagabend (ab 18.15 Uhr im Liveticker und im FCB.tv-Webradio). „Es ist ein Spiel um den ersten Platz“, verdeutlichte Van Gaal die Ausgangslage. Denn mit einem Sieg beim aktuellen Spitzenreiter könnte der FC Bayern vielleicht erstmals selbst in dieser Saison die Tabellenspitze der Bundesliga erklimmen.

„Wir wissen, dass wir am Wochenende einen Riesenschritt machen und vielleicht sogar Tabellenführer werden können“, meinte Butt vor der Partie. Doch Platz eins ist den Bayern nach sieben Spieltagen noch gar nicht so wichtig. „Dafür haben wir noch Zeit“, sagte Ivica Olic, „wichtig sind jetzt die drei Punkte.“

Drei Punkte trennen den Dritten FCB derzeit vom Spitzenreiter HSV, drei Spieltage zuvor waren es fünf Punkte Rückstand auf den ersten Platz gewesen. Nach drei Bundesliga-Siegen in Folge - wettbewerbsübergreifend hat der FCB sogar die letzten fünf Spiele gewonnen - setzt der Rekordmeister jetzt zum Sprung an die Spitze an. „Wir wollen die Serie ausbauen. Wir haben die Mannschaft und die Qualität dazu“, betonte Mario Gomez.

Dass die Rädchen beim FC Bayern immer besser ineinandergreifen, sehe man an den Ergebnissen, meinte Butt. „Jeder Einzelne versteht immer besser, was der Trainer von ihm und von der Mannschaft verlangt. Man merkt auf dem Platz, dass die Mechanismen immer besser greifen“, meinte der Torhüter, dessen Bundesliga-Karriere einst beim HSV begann.

'HSV ist stark, aber…'

Ganz anders ist die Ausgangssituation beim Hamburger SV. Die Hanseaten führen zwar die Tabelle an, haben aber die letzten drei Pflichtspiele nicht gewonnen. Zuletzt schieden sie beim Drittligisten VfL Osnabrück aus dem DFB-Pokal aus. „Wir haben im Pokal einen großen Dämpfer bekommen, aber wir wollen die Tabellenführung verteidigen. Wir werden uns nicht kleiner machen“, kündigte HSV-Trainer Bruno Labbadia dem FCB dennoch einen großen Kampf an.

„Das ist eine schwere Situation für den HSV. Aber sie sind Tabellenführer und ich weiß, was dort los ist, wenn der FC Bayern kommt“, warnte der ehemalige Hamburger Olic vor einer Trotzreaktion der Hanseaten gerade gegen den Rekordmeister. „Das ist eine gute Mannschaft, die jeden schlagen kann. Aber sie sind auch nicht so extrem stark, wie man am Anfang gedacht hat“, sagte der Stürmer.

Defensive mehr gefordert

Als „eine der besten Mannschaften der Bundesliga“ bezeichnete Van Gaal den HSV und erinnerte an die 0:1-Niederlage gegen die Hamburger beim T-Home Cup während der Saisonvorbereitung. „Sie haben Spieler mit hoher individueller Qualität, die ein Spiel entscheiden können. Und sie spielen auch wie eine Mannschaft“, meinte der FCB-Cheftrainer.

Gerade die Defensive des Rekordmeisters dürfte daher am Samstag mehr gefordert sein als in den letzten Partien. „In Hamburg wird es ein ganz anderes Spiel als gegen Oberhausen und gegen Nürnberg“, sagte Philipp Lahm, „da sind wir auf sehr defensive Mannschaften gestoßen - Hamburg will zu Hause gewinnen.“ Auch Olic verwies auf die Heimstärke des HSV: „Zu Hause sind sie stark. Ich bin mir sicher, dass sie nicht nur hinten drinstehen werden.“

Van Buyten trainiert

Umso wichtiger würde es daher sein, dass der angeschlagene Daniel van Buyten (Sprunggelenk) am Samstag spielen kann. Am Freitag nahm der Abwehrchef des FCB zumindest schon einmal am Abschlusstraining teil. Im Nord-Süd-Gipfel erwartet der ehemalige Hamburger „eine heiße Atmosphäre“. Doch davor ist den Bayern nicht bange. Lahm sagte: „Wir sind sehr gut vorbereitet.“

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