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Sehnsucht FC Bayern

'Eine Hommage an alle FCB-Fans'

Armin Radtke ist Bayern-Fan durch und durch. Seit über 30 Jahren ist der gebürtige Kölner mit Wohnsitz im oberbayrischen Bad Aibling Anhänger des deutschen Rekordmeisters und begleitet diesen, wann immer es die Zeit erlaubt. 179 Stadien in 29 Ländern hat er inzwischen mit dem FC Bayern besucht. Seine Leidenschaft für und seine Erlebnisse mit dem FC Bayern hat Radtke nun in einem Buch mit dem Titel „Sehnsucht FC Bayern“ zu Papier gebracht. fcbayern.de sprach mit Radtke über seinen Weg vom jungen Fan zum Buchautor.

Das Interview mit Armin Radtke

fcbayern.de: Herr Radtke, wie groß ist aktuell die Sehnsucht nach dem FC Bayern?
Armin Radtke: „Die Sehnsucht ist nicht täglich und nicht jede Minute in meinem Kopf drin. Man hat ja auch seine Verpflichtungen beruflicher oder privater Art.“

fcbayern.de: Woher kommt der Buch-Titel „Sehnsucht FC Bayern“?
Radtke: „Dadurch, dass mich dieses Hobby im Gegensatz zu anderen, die mich nur einige Jahre begleitet haben, nun schon seit 30 Jahren sehr intensiv beschäftigt. Und wenn man Fan eine Vereins ist, der 600 Kilometer entfernt beheimatet ist, und man nur ein, zwei oder drei Mal pro Saison zu einem Heimspiel fahren kann, dann entsteht dann schon etwas Sehnsuchtsvolles.“

fcbayern.de: Dann war jede Fahrt nach München bestimmt etwas ganz Besonderes, ein Festtag?
Radtke: „So kann man das sehen. Da hat man sich Wochen und Monate vorher schon darauf gefreut und war dann ganz aufgeregt, wenn man kurz hinter Ingolstadt den Olympiaturm - damals als Zeichen des Fußball-Mekkas Olympiastadion - gesehen hat.“

fcbayern.de: Sie hätten es als Kölner leichter haben können und sich dem FC als Fan anschließen. Warum das nicht?
Radtke: „Zum einen wurde ich verschont durch elterliche Einflusse - Fußball hat bei uns zuhause keine Rolle gespielt. Zum anderen stand ich selbst im Tor und da sucht man sich als Kind ja immer einen der Besten als Vorbild. In meinem Fall war das Sepp Maier und der spielte nun mal beim FC Bayern.“

fcbayern.de: Vom jungen Fan zum Buchautor. Was waren Ihre Beweggründe, ein Buch über den FC Bayern zu schreiben.
Radtke: „Es gibt für meinen Geschmack - verglichen mit anderen Klubs - relative wenige Publikationen über den FC Bayern. Da fand ich es einfach mal an der Zeit, über den FC Bayern aus Fansicht zu schreiben, aus einer Sichtweise, die zwar aus der Distanz geschieht, aber aufgrund meiner Tätigkeit für das Bayern-Magazin auch durchaus fundiert sein kann. Der FC Bayern hat mein Leben beeinflusst. Das Buch ist daher eine Autobiographie verbunden mit einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte und Einschätzungen über jeweilige Ereignisse rund um den Fußball, wie z.B. die Einführung des Privatfernsehens. Es lohnt sich, noch einmal zurückzublicken, wie sich das Leben als Fan in den letzten 30 Jahren verändert hat.“

fcbayern.de: Bayern-Fans gelten in der Öffentlichkeit oft als Erfolgsfans. War das vielleicht auch ein Beweggrund, dieses Buch zu schreiben?
Radtke: „Diese Einschätzung hat mich schon immer genervt, dass man nicht aus der Liebe zum Fußball Anhänger eines Klubs geworden ist, sondern sich hat angeblich nur von Titelansammlungen blenden lassen. Als Bayern-Fan kommt man in der Öffentlichkeit oder im Bekanntenkreis oft nicht gut weg. Deswegen ist dieses Buch auch eine Hommage an alle Bayern-Fans, weil sie es nicht immer ganz so einfach haben. Wer gönnt denn dem FC Bayern etwas geschweige denn hat schon Mitleid mit einem, wenn der FC Bayern mal verliert?“

fcbayern.de: Entweder schlägt einem der Neid anderer für die vielen Erfolge entgegen oder Häme für Niederlagen.
Radtke: „Genau. Normalerweise lässt nach einer Niederlage am Samstag so gegen Sonntagnachmittag der Schmerz darüber allmählich nach. Doch wenn man dann am Montag zur Arbeit kommt, geht es erst richtig los - und die vernarbten Wunden werden von den Kollegen wieder aufgerissen. Aber man muss auch klar sagen: Als Bayern-Fan ist man auch privilegiert im Vergleich zu anderen Vereinen. Der FC Bayern steht für Kontinuität im sportlichen und auch wirtschaftlichen Erfolg. Ich habe viele Freunde, die Köln-Fans sind. Dieser Verein war mal auf Augenhöhe mit uns. Nun warten sie seit 1992 auf ein Spiel in einem europäischen Wettbewerb - beim FC Bayern spielt man fast jedes Jahr gegen die besten Teams in der Champions League.“

fcbayern.de: Gab es in diesen 30 Jahren auch mal einen Augenblick, als die Sehnsucht zum FC Bayern fast zum Erlöschen gekommen wäre?
Radtke: „Nein, den gab es eigentlich nicht. Sicherlich trat der FC Bayern einmal in den Hintergrund, wenn irgendwelche privaten oder beruflichen Entscheidungen anstanden. (Überlegt) Doch, einmal war ich kurz davor zu sagen, das war’s jetzt. Das war in der Nacht von Barcelona. Doch nach einem kurzen Durchhänger ging es dann wieder weiter und ich bin wenig später auch zum DFB-Pokalfinale nach Berlin gefahren.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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