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'Die Gruppe ist schwer'

FCB mit Abschluss- und Verletzungspech

Die zwei Minuten Nachspielzeit waren bereits zu Ende, als die Bayern nach einer abgefangenen Ecke einen vielversprechenden Konter starteten. Franck Ribéry spielte direkt weiter in den Lauf von Ivica Olic, der - zwar bedrängt von Christian Poulsen - nur noch einen Verteidiger von Juventus Turin vor sich hatte. Doch mitten in den Sprint des Kroaten hinein kam der Schlusspfiff von Schiedsrichter Howard Webb - und Bayern-Coach Louis van Gaal hielt es nicht mehr auf seinem Sitz. Wütend rannte er auf den vierten Offiziellen zu und beschwerte sich lautstark, doch am Resultat änderte dies natürlich nichts mehr.

Man kann Van Gaals Emotionsausbruch durchaus verstehen. Über eine Stunde lang hatte seine Mannschaft eine klasse Vorstellung abgeliefert und die Italiener dominiert, doch am Ende den verdienten Lohn nicht eingefahren. „Ich denke, wir haben in dieser Saison noch nicht so ein gutes Spiel gemacht wie in der ersten Halbzeit. Wir haben viele hundertprozentige Chancen gehabt, aber kein Tor gemacht. Das ist sehr schade“, war Van Gaal nach 0:0 enttäuscht und zufrieden zugleich.

„In der ersten Hälfte hatten wir vier oder fünf klare Chancen, gegen so einen renommierten Gegner in der Champions League ist das hervorragend. Leider haben wir das Tor nicht gemacht, ansonsten kann man mit der Mannschaft total zufrieden sein“, sagte Manager Uli Hoeneß: „Die erste Halbzeit war überragend. Wir haben gesehen, dass wir auf höchstem Niveau mitspielen können.“ Nur ein Tor fehlte zum Glück. „Das ist das einzige, was man uns ankreiden kann“, sagte Miroslav Klose.

„Wir haben Juve dominiert“, stellte Philipp Lahm stolz fest, aber der Kapitän ärgerte sich auch über das Auslassen der vielen Torchancen: „Wenn man in der ersten Hälfte dreimal allein auf den Torwart zuläuft, muss man ein Tor machen in der Champions League. Normal kriegt man da nicht so viele Chancen. Wir müssen mal wieder 1:0 in Führung gehen.“

Vor allem vor der Pause vergaben die Bayern den möglichen Sieg. Thomas Müller (4.), der phasenweise groß aufspielende Franck Ribéry (18.) sowie Klose in der einen oder anderen Situation brachten das Runde aber nicht im Eckigen unter. „Alles war super rausgespielt, die Laufwege haben gestimmt - nur in letzter Konsequenz muss der Ball auch im Netz zappeln“, sagte Klose, der in der 60. Minute die letzte große Chance seiner Mannschaft vergab.

Zwar behaupteten die Bayern (4 Punkte) mit diesem Remis die Tabellenführung in ihrer Gruppe, doch statt der vollen Ausbeute und damit fünf Punkten Vorsprung auf Juve (2) liegen sie nun gleichauf mit Girondins Bordeaux, Maccabi Haifa ist Letzter mit 0 Punkten. „Die Gruppe ist schwer, das haben wir immer gesagt. Sie ist sehr ausgeglichen, wahrscheinlich die schwerste von allen. Da darfst du möglichst kein Spiel verlieren“, sagte Hoeneß. In Bordeaux (21.10.) und anschließend das Rückspiel zuhause gegen den französischen Meister (2.11.) sind die nächsten Aufgaben in der Königsklasse.

Noch mehr als den verpassten Sieg dürfte die Bayern am nächsten Vormittag die Nachrichten aus der medizinischen Abteilung betrübt haben. Arjen Robben muss aufgrund einer Entzündung im Knie operiert werden und fällt drei bis vier Wochen aus. Auch Franck Ribéry (erneute Patellasehnenprobleme) und Daniel van Buyten (Sprunggelenk) sind angeschlagen, Ribéry fehlt am Samstag gegen Köln. „Wir haben zurzeit kein Glück“, sagte Van Gaal.

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