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Rückkehr nach Stuttgart

Gomez: 'Dann renne ich aus dem Stadion'

Der Südschlager zwischen dem FC Bayern und dem kriselnden VfB Stuttgart ist für die meisten Spieler des deutschen Rekordmeisters eine Partie wie jede andere. Nicht so für Mario Gomez. Nach acht Jahren im VfB-Trikot erklomm der Nationalstürmer im vergangenen Sommer die nächste Stufe auf der Karriereleiter und wechselte vom letztjährigen Tabellen-Dritten an die Säbener Straße. Am Samstag kehrt der 24-Jährige an seine frühere Wirkungsstätte zurück.

„Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man zum ersten Mal wieder zum alten Verein zurückkehrt“, sagte Gomez am Freitag vor dem Abschlusstraining in München. 63 Tore erzielte er in 121 Bundesligaspielen für die Schwaben, „viele schöne Momente“ habe er in seiner Zeit am Cannstatter Wasen gehabt. Seinen letzten Treffer im VfB-Trikot erzielte er ausgerechnet im letzten Saisonspiel bei der 1:2-Niederlage gegen seinen künftigen Klub.

Mit Sorge beobachtet Gomez die derzeitige Entwicklung bei seinem ehemaligen Verein. In der Liga nur auf Rang 14, in der Champions League noch ohne Sieg und im DFB-Pokal am letzten Dienstag beim Zweitligisten Greuther Fürth ausgeschieden. Die letzten fünf Spiele wurden allesamt verloren, dabei erzielte der VfB nur zwei Tore. Nur drei Teams in der Liga haben weniger Tore geschossen. „Keine Frage, wir vermissen Mario Gomez“, räumte Stuttgarts Trainer Markus Babbel angesichts der Torflaute kürzlich ein.

„Ich wünsche dem Verein von ganzem Herzen, dass sie aus der Krise kommen, dass sie ganz schnell wieder Punkte holen. Aber nicht am Samstag sondern erst ab nächster Woche“, so Gomez, der noch immer „sehr, sehr guten Kontakt“ zu vielen ehemaligen Mitspielern hat. Doch darauf kann und will er am Samstag „keine Rücksicht nehmen. In den 90 Minuten muss ich die Freundschaft ausblenden. Das werde ich auch, und danach drücke ich dem VfB wieder die Daumen.“

Alles für ein Tor tun

Noch allerdings ist offen, ob der Schwabe mit spanischen Wurzeln in der Mercedes-Benz-Arena in der Startelf stehen wird. „Wer weiß?“, ließ Trainer Louis van Gaal die Frage nach einem möglichen Einsatz Gomez‘ von Beginn an offen, obgleich er betonte, dass er schon früher „Spielern eine Chance gegeben habe“, wenn es gegen ihren früheren Verein ging.

„Ich will spielen, wenn der Trainer davon überzeugt ist, dass ich spielen soll“, hofft Gomez auf seinen Einsatz und betonte: „Ich fühle mich bereit und ich hoffe, dass ich bald wieder das Vertrauen vom Trainer bekomme.“ Aber auch wenn er „nur“ eingewechselt werden sollte, will Gomez „versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich werde alles dafür tun, um ein Tor zu erzielen.“

Gemischte Reaktionen

Sollte ihm dies tatsächlich gelingen, wird es keinen überschwänglichen Jubel seinerseits geben. „Ich will niemanden provozieren“, so Gomez, der mit „gemischten Reaktionen“ seitens der Stuttgarter Fans rechnet. „Ich denke, dass viele sich freuen und viele nicht so angenehm reagieren werden. Im Wesentlichen wissen die meisten schon, was ich für Stuttgart getan habe.“

Und so lautet sein Torjubel-Rezept in Stuttgart wie folgt: „Ich werde sehr introvertiert feiern - oder ich renne vor Freude aus dem Stadion, dann sieht mich keiner mehr.“

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