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Nach Remis gegen Köln

'Haben das Glück nicht erzwungen'

Es war wie so oft nach einem Heimspiel des FC Bayern gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller: In allen relevanten Spielstatistiken war der deutsche Rekordmeister seinem Gegner überlegen. 65 Prozent Ballbesitz, 16:4 Torschüsse, 9:0 Ecken, 29:3 Flanken - doch beim wichtigsten aller Werte, den erzielten Toren, leuchtete nach den 90 Minuten gegen den 1. FC Köln noch immer ein 0:0 von der Anzeigetafel der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena.

„Es ist enttäuschend, dass wir nicht gewonnen haben“, bedauerte Bayern-Trainer Louis van Gaal nach der Partie „gegen nur verteidigende Kölner“, die selbst nicht einmal gefährlich vor das Tor von Bayern-Schlussmann Jörg Butt kamen. „Die Kölner stehen mit zehn Mann fünf Meter vor dem eigenen Sechzehner, da ist es schwer durchzukommen“, meinte auch Andreas Ottl, der kurz vor dem Abpfiff eine der besten Chancen zum Siegtreffer verpasste.

„Ich glaube, Köln hat heute nicht einmal unseren Sechzehner gesehen, sondern nur den eigenen. So treten die Mannschaften halt auf hier und wir müssen schauen, dass wir einen Weg finden, da durchzukommen“, haderte auch Bastian Schweinsteiger mit der destruktiven Spielweise der Rheinländer, denen in den entscheidenden Momenten auch das nötige Glück zur Seite stand. So wie bei den beiden Kopfbällen Schweinsteigers in der ersten Halbzeit, die jeweils an der Querlatte landeten. „Das ist einfach zum verrückt werden.“

„Wie eine Mauer“ (Van Gaal) haben die Gäste das eigene Tor verteidigt und dafür gesorgt, dass der FCB im dritten Pflichtspiel hintereinander ohne eigenen Treffer blieb. „Wir haben nicht so viele hundertprozentige Chancen kreiert“, bemängelte Van Gaal, zudem habe im Strafraum „die Aggressivität gefehlt. Dann muss man auch mal das Glück erzwingen, das haben wir heute nicht getan“, so die Analyse des Niederländers.

„Es ist schwierig, eine Erklärung zu finden“, so Schweinsteiger über die anhaltende Torflaute. „Ich glaube, in den letzten drei Spielen hatten wir zusammen 100 Torchancen. Latte, knapp daneben – manchmal ist es wie verhext“, sagte der Nationalspieler. „Wir schaffen es irgendwie nicht, eiskalt zu sein. Manchmal fehlt das Glück, manchmal die Kaltschnäuzigkeit oder die Cleverness. Das ist fast schon deprimierend. Es ist einfach schade, dass wir nur einen Punkt geholt haben.“

Durch das dritte Remis in der laufenden Spielzeit beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen inzwischen acht Punkte. „Das ist ein Abstand, der ein bisschen weh tut. Wir müssen jetzt schleunigst schauen, dass wir wieder mal drei Punkte holen und eine kleine Serie starten“, forderte Schweinsteiger. Nächste Gelegenheit dazu gibt es aufgrund der Länderspielpause allerdings erst in zwei Wochen im Gastspiel bei Aufsteiger SC Freiburg.

„Die Bundesliga ist noch lange nicht entschieden. Die Preise werden im April, Mai verteilt, nicht jetzt“, verwies Van Gaal darauf, dass das derzeitige Tabellenbild nur eine Momentaufnahme darstelle. „Noch sind wir sehr früh in der Saison und es ist noch alles möglich“, stimmte auch Philipp Lahm mit ein, mahnte aber an: „Der Rückstand ist schon gewaltig und es wird immer schwieriger.“

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