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Siegtorschütze

Van Buyten wollte 'etwas gutmachen'

Stürmer Luca Toni raus, Abwehrspieler Martin Demichelis rein - was vier Minuten vor Spielende so aussah, als wollte sich Louis van Gaal mit dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt abgeben, war genau das Gegenteil. Der FCB-Chefcoach wollte den Sieg noch erzwingen. Denn gleichzeitig beorderte er Innenverteidiger Daniel van Buyten in den Sturm. „Ich dachte, dass Luca Toni am Ende seiner Kräfte war. Und ich weiß, dass Van Buyten sehr kopfballstark ist“, erklärte Van Gaal seinen Schachzug, der voll aufging. Zwei Minuten später köpfte Van Buyten den 2:1-Siegtreffer.

„Ich habe dem Trainer schon vor Wochen mal gesagt, wenn er will, kann ich die letzten Minuten immer nach vorne gehen“, erzählte der 1,96 Meter große Matchwinner. Gegen Frankfurt wollte Van Gaal. „Als Martin Demichelis reinkam, hat mir der Trainer ein Zeichen gegeben, dass ich nach vorne gehen kann - und es hat sich gelohnt. Der Trainer hat ein gutes Gespür gehabt.“

Vielleicht hat Van Gaal aber auch nur aufmerksam den Lebenslauf seines Abwehrchefs gelesen. Denn der machte in Belgien lange Zeit als Angreifer die Fußballplätze unsicher. Er habe einen Offensivdrang „wie Franck Ribéry“ gehabt, erzählte Van Buyten, der als 19-Jähriger bei Sporting Charleroi seinen Durchbruch schaffte. Für die zweite Mannschaft erzielte er damals in einer Saison 36 Tore, wurde zu den Profis hochgezogen und machte schließlich als Innenverteidiger Karriere.

Persönliche Wiedergutmachung

Zurzeit schimmert Van Buytens Stürmer-Vergangenheit wieder besonders deutlich durch. Gegen Frankfurt erzielte er im 15. Pflichtspiel bereits seinen fünften Saisontreffer und hat damit schon jetzt seine FCB-Bestmarke aus der Saison 2006/07 eingestellt. „Momentan läuft es gut“, sagte der 31-Jährige und erzählte, dass er sich jede Saison „zwischen vier und acht Tore“ zum Ziel setzt. „In Marseille habe ich als Innenverteidiger einmal sogar zehn Tore gemacht.“

Der Treffer am Samstag gegen Frankfurt besitzt für den Belgier aber einen ganz besonderen Stellenwert. Denn drei Tage zuvor, beim Spiel in Bordeaux, hatte er einen Platzverweis kassiert. „Nach der roten Karte war ich sehr sauer und wollte etwas gutmachen“, war Van Buyten auch aus persönlichen Gründen „sehr froh“ über sein Siegtor.

Am liebsten gegen Frankfurt

„Alle haben mir gratuliert und gesagt, dass ich der Retter war. Es tut natürlich gut, wenn man nach vorne gehen kann und das Siegtor macht. Als Abwehrspieler hat man nicht so oft die Gelegenheit dazu“, sagte der Matchwinner, der allerdings ein Wiederholungstäter ist. Schon fünf Wochen zuvor hatte er gegen Nürnberg den 2:1-Siegtreffer erzielt, auch damals mit einem Kopfball kurz vor Schluss (82.).

Am liebsten trifft Van Buyten aber gegen Frankfurt. Am Samstag erzielte er sein viertes Tor im sechsten Spiel gegen die Hessen, gegen keinen anderen Klub traf er häufiger. Vielleicht hat Van Gaal auch das im Kopf gehabt, als er seinen Abwehrchef kurz vor Spielende in den gegnerischen Strafraum schickte. Statistik, Stürmer-Vergangenheit, Kopfballstärke - alles in allem war Van Gaals Umstellung also, wie Uli Hoeneß es ausdrückte, „nur logisch“.

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