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'Sehr zweikampf- und kopfballstark'

Wiedersehen mit Diarra in Bordeaux

Als der FC Bayern 1996 zum bisher einzigen Mal in seiner Europapokalgeschichte auf Girondins Bordeaux traf und mit zwei klaren Siegen (2:0 und 3:1) den UEFA-Cup gewann, war Philipp Lahm gerade einmal 12 Jahre alt. „Das Hinspiel habe ich im Olympiastadion gesehen, das Rückspiel dann vor dem Fernseher“, kann sich der Nationalverteidiger aber auch heute noch gut an diesen großen Triumph des FCB erinnern.

„Bordeaux hatte damals eine große Mannschaft mit Spielern wie Zinedine Zidane, Christophe Dugarry und Bixente Lizarazu“, sagte Lahm, der mit Lizarazu später noch zusammen beim FC Bayern spielte. „Ich habe viel von ihm lernen können“. Heute heißt der Topstar des aktuellen französischen Meisters Yoann Gourcuff, und Kapitän ist ein gewisser Alou Diarra.

Den kennt Lahm noch aus gemeinsamen Tagen bei den Bayern-Amateuren. Von 2000 bis 2002 stand Diarra beim FCB unter Vertrag (41 Regionalliga-Spiele, 5 Tore), schaffte damals aber nicht den Sprung in die erste Mannschaft. „Zu der Zeit hat er bei den Amateuren mit Owen Hargreaves auf der selben Position gespielt. Und Owen hat dann die Chance genutzt, als er sie bei den Profis bekommen hat“, berichtete Lahm.

Schon damals seien aber die Fähigkeiten des mittlerweile 28-Jährigen zu erkennen gewesen. „Alou war sehr zweikampf- und kopfballstark. Ich glaube sogar, ich habe noch nie so einen kopfballstarken Spieler wie ihn gesehen“, erinnerte sich Lahm. „Er war in der Luft kaum zu bezwingen und mit seinen langen Beinen sehr zweikampfstark, aber damals auch sehr verletzungsanfällig“, sagte Hermann Gerland, Diarras Trainer bei den Bayern-Amateuren, über den 1,90 Meter großen defensiven Mittelfeldspieler.

Liverpool, Le Havre, Bastia, Lens, Lyon

Von München ging Diarra 2002 nach Liverpool und wurde von dort gleich in die Ligue 1 nach Le Havre ausgeliehen. SC Bastia (2003/04), RC Lens (2004-06) und Olympique Lyon (2006/07) waren die nächsten Stationen, ehe er 2007 nach Bordeaux wechselte. Im Oktober 2004 feierte er als Einwechselspieler in der WM-Qualifikationspartie gegen Irland sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft, für die er mittlerweile 17 Einsätze zu Buche stehen hat und bei der WM 2006 und EM 2008 zum Kader gehörte.

Am Mittwoch nun kommt es zum Wiedersehen zwischen Diarra und Lahm. Im „Stade Chaban-Delmas“ von Bordeaux findet das erste der beiden Gruppenspiele zwischen Girondins und dem FC Bayern in der Champions League statt. Am 2. November gastiert Girondins zum Rückspiel in der Allianz Arena. „Kontakt habe ich mit ihm keinen mehr", sagte Lahm, „das ist ja auch schon einige Jahre her."

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