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Badstuber und Müller

Youngster bestehen Reifeprüfung

„Jetzt wissen wir ein bisschen wo wir stehen nach so einem großen Gegner“, sagte Holger Badstuber in den Katakomben der Allianz Arena. „Und jetzt machen wir weiter so“, fügte der 20-Jährige noch entschlossen hinzu. Mit „wir“ meinte Badstuber natürlich die gesamte Mannschaft des FC Bayern. Hätte er über sich und seinen Teamkollegen Thomas Müller gesprochen, hätten die Sätze genauso ihre Gültigkeit.

Gegen Juventus Turin bestritten die beiden Bayern-Youngsters das zweite (Badstuber) beziehungsweise dritte (Müller) Champions-League-Spiel ihrer jungen Karriere. Erstmals trafen sie auf einen internationalen Top-Klub. Beim 0:0 in der Allianz Arena trumpften beide wie alte Hasen auf und lieferten eine tadellose Partie. Auch sie wissen jetzt ein bisschen wo sie stehen.

Denn Badstuber und Müller haben gegen den italienischen Rekordmeister unter Beweis gestellt, dass sie international nicht nur mithalten können, sondern darüber hinaus sogar schon Akzente auf Top-Niveau setzen können. Ihre Karriere hat noch nicht richtig begonnen und doch bewegen sie sich zwischen all den RIbérys, Buffons oder Camoranesis so sicher und selbstbewusst, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.

In allen sieben Bundesliga-Spielen und beiden Champions-League-Partien kamen die beiden Youngsters zum Einsatz - und spielten konstant gut. Bei der Wahl zum Spieler des Monats September stimmten über 56 Prozent der „kicker“-Leser für Müller. Auf Platz zwei folgte mit riesigem Abstand der Schalker Jefferson Farfan (21 Prozent). „Zurzeit kann ich mich nicht beschweren, wie es läuft“, zieht Müller eine völlig unaufgeregte Zwischenbilanz.

Manager Uli Hoeneß erklärte die Stärken der Nummer 25 des FC Bayern: „Er wartet nicht lange und hat ein gutes Auge für die Situation.“ Der Stürmer, der zurzeit von Van Gaal im offensiven Mittelfeld eingesetzt wird, ist für seine 20 Lenze bereits sehr abgeklärt vor dem Tor. Zwei Treffer in der Bundesliga und in der Champions League können sich sehen lassen. Vor allem ist Müller sehr bodenständig geblieben. „Wenn ich mir überlege, wie wenige Spieler es eigentlich bis hierher schaffen, denke ich mir schon: 'Geil, was gerade passiert!' Aber jetzt bin ich ja schon fast ein Jahr dabei und gewöhne mich an das ganze Umfeld."

Badstuber zufrieden nach Juve-Spiel

Innenverteidiger Badstuber kann naturgemäß nicht mit solchen Torstatistiken aufwarten wie Müller. Das Spektakuläre ist nicht seine Aufgabe. Je unauffälliger Badstuber spielt, desto besser ist meist seine Leistung. Als Innenverteidiger wird er unter van Gaal besonders gefordert. Der Bayern-Coach erwartet von seinen zentralen Defensivspielern großes Engagement im Spielaufbau. Und darüber hinaus, dass gegen die besten Angreifer der Bundesliga und Europas möglichst kein Gegentor zugelassen wird. In den letzten sieben Pflichtspielen gab es nur drei.

„Man darf Stürmer wie Trezeguet nicht aus den Augen lassen, der kann aus dem Nichts ein Tor machen. Ich finde, wir haben das ganz gut hinbekommen“, sagte Badstuber nach dem Juventus-Spiel. Niicht nur das haben er und Müller in der letzten Wochen ganz gut hinbekommen.

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